WAS BEDEUTET EIGENTLICH … BEGRIFFE RUND UM DIE LUPE
- alterssichtig:
Wenn man älter wird, sieht man schlechter. Diese Weisheit kennt
jeder. Aber was heißt es, alterssichtig zu sein? Ca. ab dem
40sten Lebensjahr nimmt die Spannkraft des Augapfels ab. Die Folge
ist, dass man in der Nähe nicht mehr richtig sehen kann. Ab diesem
Zeitpunkt braucht man eine Lesebrille, um wieder ohne Mühe alle
Tätigkeiten verrichten zu können. Eine Leselupe kann dafür
kein dauerhafter Ersatz sein.
- weitsichtig:
Die Weitsichtigkeit darf man zunächst einmal nicht mit
der Alterssichtigkeit verwechseln. Weitsichtigkeit ist eine
angeborene Sehschwäche, die früher oder später
dazu führt, dass man eine Brille benötigt. Bei Weitsichtigkeit
liegt der Focus der Lichtstrahlen hinter dem Augapfel.
- kurzsichtig:
Bei Kurzsichtigkeit treffen sich die auf die Netzhaut auftreffenden
Lichtstrahle vor dem Ende des Augapfels. Das kurzsichtige
Auge ist im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu lange.
Auch hier ist der Einsatz einer Brille notwendig.
- konvexe und konkave Linsen:
Konvexe Linsen sind nach Außen gebogen. Konkave Linsen
hingegen haben eine hohle Oberfläche.
- Refraktion:
Zum einen ist das der Fachausdruck für die Lichtbrechung.
Zum anderen beschreibt es den Zustand der Brechung aller optisch
wirksamen Teile des Auges im Verhältnis zu seiner Länge.
- Pupillendistanz:
Die Pupillendistanz beschreibt den Abstand der zwei Pupillenmitten
zueinander. Wichtig für die Anpassung einer Brille
ist, dass der optische Mittelpunkt einer Brille genau auf
diese Distanz abgestimmt wird. Ist dies nicht der Fall,
hilft eine Brille wenig weiter.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE ENTWICKLUNG DER LUPE
Lupe und Brille - eine gemeinsame Geschichte:
Die Anfänge der Lupe lassen sich an der schrittweisen Entdeckung
optischer Effekte ablesen. Die Geschichte der Lupe ist dabei eng verknüpft
mit der Geschichte von Sehhilfen. So lange es keine Sehhilfen gab, waren
Personen mit Sehschäden darauf angewiesen, dass man ihnen vorlas.
Gegenstände, die sie nicht klar oder gar nicht sehen konnten, mussten
ihnen beschrieben werden. So beschwerte sich zum Beispiel Cicero bitter
in Briefen darüber, dass er sich nur noch von Sklaven Texte vorlesen
lassen konnte.
Erste optische Entdeckungen:
Die Sage will es, dass Archimedes den Brennspiegel erfand, um
damit römische Schiffe in Brand zu stecken. Der Römer
Plinius beschäftigte sich mit der Wirkung von Glasbehältern,
die mit Wasser gefüllt waren. Der griechische Astronom
Ptolomäus dachte über die Lichtbrechung nach. Aber
alle diese Anfänge blieben im Hinblick auf die Entwicklung
der Lupe ergebnislos.
Der Durchbruch:
Der Araber Ibn al-Haitam hat schließlich die Idee, das
Auge mittels einer geschliffenen, optischen Linse zu unterstützen.
Das ist die Geburtsstunde der Lupe. Auch die Gesetze der Refraktion
und Reflexion werden jetzt entdeckt.
Die ersten Lupen werden gefertigt:
Die Idee, mit einer geschliffenen Linse die Sehkraft zu unterstützen,
wird bald von Mönchen in Europa aufgegriffen. Erste „Lesesteine“ werden
angefertigt. Aber erst viel später entdeckt Snellius (1581-1626)
die Gesetze der Lichtbrechung. Damit ist die Entdeckung des
Prinzips der Lupe abgeschlossen.
Weitere Entwicklung:
Die Sehhilfen werden im Laufe der Zeit immer raffinierter und
besser anwendbar. Neben den verschiedenen Arten von Brillen
kann auch das Mikroskop als Lupe angesehen werden. Eines aber
bleibt allen Lupen gleich, sie dienen fast immer der Wissenschaft
und Untersuchung der Welt.
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