COMPUTERZUBEHÖR VERHINDERT HALTUNGSSCHÄDEN
Computerzubehör umfasst alle möglichen Geräte – vom
Kabel über USB-Sticks bis hin zum Scanner. Manches mag unnötiger
Schnickschnack sein, z.B. das fünfte buntgemusterte Mousepad oder
das Stofftier aus Mikrofaser zur Reinigung des Monitors. Manche Zusatzgeräte
können jedoch sehr sinnvoll sein, vor allem für Menschen,
die sehr viel am Computer sitzen. Wer kennt es nicht, die verspannten
Schultern oder die schmerzenden Handgelenke nach einem langen Tag am
Computer? Doch es kann Abhilfe geschaffen werden. Das Zauberwort hier
heißt Ergonomie.
Dieses Wort setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern
für Ergon (Arbeit) und nomoi (natürliches Gesetz).
Damit wird ein Forschungszweig bezeichnet, der nach ergonomisch
korrekten Lösungen für Arbeitsgeräte sucht. Die
Geräte sollen so designt werden, dass Haltungsschäden
vorgebeugt werden können bzw. diese erst gar nicht entstehen.
Ihre Funktionsweise ist dem menschlichen Körper angepasst.
Ein bekanntes Beispiel ist der Stuhl – in den letzten
Jahren wurden immer neue Designs entwickelt, die eine korrekte
und bequeme Sitzhaltung garantieren sollen.
Im Zuge der Computerrevolution stellten sich bald Haltungsprobleme
ein, die vorher unbekannt waren. Möbelhersteller reagierten
darauf mit der Entwicklung des Computertischs: der Monitor wird
erhöht platziert, damit er auf Augenhöhe steht. Ein
höhenverstellbares Regal ermöglicht, die Tastatur
auf individuell angepassten Einstellungen zu platzieren.
Doch die Entwicklungen haben hier nicht Halt gemacht. Vor allem
Tastaturen und Mäuse wurden designt, die eine körperfreundlichere
Benutzung ermöglichen. Eine normale Tastatur beispielsweise
zwingt die Nutzer oft dazu, die Hände nah aneinander zu
legen und mit gebeugten Schultern dazusitzen. Auch durch eine
billige Maus, die sich nicht der Handform anpasst, kann es zu
Sehnenscheidenentzündungen oder „repetitive stress
injuries“ (RSI) kommen. RSI bedeutet zu Deutsch etwa „Verletzung
durch wiederholte Bewegungen“. Darunter versteht man z.B.
das wiederholte Hin- und Herblicken zwischen Monitor und Vorlage,
oder das ständige Klicken mit der Maustaste. Es zeigt sich
in Taubheit, Kribbeln oder kurzzeitigen Lähmungen der betroffenen
Körperpartien. Abgesehen von Lockerungsübungen während
der Arbeit können auch ergonomisch geformte Mäuse
und Tastaturen helfen. Die aufgeteilte Tastatur, oder auch eine
gewölbte, ermöglichen eine entspanntere Sitzhaltung
und somit eine Verbesserung oder Prävention der genannten
Haltungsschäden. Auch Mäuse, die sich der Handform
anpassen, sind hilfreich.
Zusätzlich dazu können Sie selber aktiv werden, um
sich das Arbeiten am Computer möglichst angenehm zu machen.
Hier einige Tipps:
Jeder Mensch hat seine eigenen Präferenzen, also gilt
es auch hier, Verschiedenes auszuprobieren und für sich
die beste Lösung zu finden.
Schauen Sie möglichst gerade auf den Monitor, als ob Sie
sich im Spiegel betrachten. Ob Sie lieber geradeaus auf das
Gerät schauen oder aber der Bildschirm etwas tiefer stehen
soll, müssen Sie ausprobieren.
Sorgen Sie für ausreichend Beinfreiheit – dies trägt
zu einer entspannteren Sitzhaltung bei.
Positionieren Sie die Tastatur in einer für Sie angenehmen
Höhe und Entfernung. Achten Sie beim Tippen einmal ganz
bewusst darauf, bei welcher Haltung Sie schneller Ermüdungserscheinungen
bekommen und in welcher Sie leicht und locker tippen können.
Verwenden Sie die Tastatur anstatt der Maus, um Befehle auszuführen
(z. B. bei MS Office die Alt+F4 drücken, um ein Programm
zu beenden, bzw. Strg+F4, um ein Dokument zu schließen).
Bei den gängigen Officepakten besteht fast immer die Möglichkeit,
individuelle Tastaturbefehle einzurichten. Die sehr kleinen
Bewegungen, die man mit der Maus macht, um z. B. Dateien zu
sortieren und zu verschieben, stellen eine große Belastung
für die Sehnen dar. Falls Sie die Maus verwenden, versuchen
Sie die Maus mit dem Mittelfinger anstatt dem Zeigefinger zu
drücken. Dies ist ergonomisch sinnvoller, wenn auch ein
wenig gewöhnungsbedürftig.
Machen Sie hin und wieder eine Pause – strecken und dehnen
Sie sich, oder führen Sie eine der folgenden kleinen Übungen
durch:
Bodybuilder-Pose
Halten Sie Ihren Kopf aufrecht genau zwischen den Schultern.
Er sollte weder nach vorne noch nach hinten gestreckt sein
(„neutrale Position“). Schauen Sie gerade aus.
Legen Sie Ihre linke Hand über Ihren Kopf hinweg auf
den Hinterkopf. Drehen Sie dann mit der Hand auf dem Kopf
zu Ihrer linken Schulter hin (etwa 45 Grad). Behalten Sie
einen geraden Rücken und ziehen Sie Ihren Kopf leicht
in Richtung Ihres linken Knies. Halten Sie diese Position
für etwa 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung
5-10 Mal auf beiden Seiten.
Hans-Guck-In-Die-Luft
Stellen Sie sich hin und legen Sie die Hände seitlich auf
Ihre Hüften. Lehnen Sie sich langsam zurück und schauen
Sie dabei auf die Decke oder in den Himmel. Kehren Sie dann
zur Ausgangsposition zurück. Wiederholen Sie diese Übung
10 Mal.
Der Ägypter
Schauen Sie gerade aus, weder nach oben noch nach unten. Drücken
Sie mit Ihrem Zeigefinger gegen Ihr Kinn. Lassen Sie Ihren Kopf
wie auf einer Schiene auf Ihrem Nacken nach hinten fahren. Üben
Sie dabei mit Ihrem Zeigefinger leichten Druck aus. Halten Sie
diese Position für 5 Sekunden und wiederholen Sie sie 10
Mal. Um Ihren Kopf gerade zu halten, stellen Sie sich vor, dass
jemand an einem Faden, der durch Ihr Kinn verläuft, gerade
nach hinten zieht.
Sprechen Sie mit Ihrer Hand
Strecken Sie Ihren linken Arm aus, als ob Sie auf ein Objekt
in Schulterhöhe zeigen. Strecken Sie Ihre Finger so dass
diese an die Decke zeigen. Ziehen Sie Ihre Finger mit der
rechten Hand leicht nach hinten und so dass Ihr Handgelenk
leicht nach hinten gebogen ist. Halten Sie diese Position
für 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung 10
Mal mit beiden Armen.
Schreibtischstemmen
Legen Sie Ihre Arme auf Ihre Armlehnen. Legen Sie Ihre Hände
unter die Tischplatte, mit der Handfläche nach oben. Drücken
Sie mit den Handflächen gegen die Tischplatte. Sie sollen
den Schreibtisch natürlich nicht anheben, es geht darum,
die Muskeln durch die Anspannung zu stärken. Halten Sie
die Position für 5 Sekunden und wiederholen Sie sie 10
Mal.
Abrakadabra
Legen Sie Ihre Arme wieder auf Ihre Armlehnen, die Handgelenke
sollten gerade sein, die Handflächen auf den Boden zeigen.
Sagen Sie „Abra“ und ballen Sie die Hände
langsam zu Fäusten. Sagen Sie „kadabra“ und öffnen
Sie die Hände wieder. Wiederholen Sie die Übung
10 Mal.
Manche dieser Übungen mögen etwas seltsam anmuten,
aber man fühlt sich danach locker und entspannt! Probieren
Sie es!
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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