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Partnerschaft

TRENNUNG AUF ZEIT

1973 wurde die Methode der strukturierten Trennung auf Zeit von Green, Lee und Lustig entwickelt. 1983 wurde dieser Ansatz von Granvold und Tarrant wieder aufgegriffen und weiter ausgearbeitet. Wenn Sie schon längere Zeit große Probleme in ihrer Partnerschaft haben, aber nicht wissen, ob Sie sich wirklich trennen sollen, ist die Trennung auf Zeit eine gute Methode, um sich endgültig zu entscheiden. Während der Trennungsphase sollten Sie zusätzlich eine Partnerschaftsberatung aufsuchen.

Vor der Trennung auf Probe sollten Sie gemeinsam genau festlegen, wie lange Sie sich trennen wollen. Als Minimum sollten Sie sich sechs Wochen trennen, damit sie auch wirklich Abstand gewinnen können. Dann wird bestimmt, wer für diesen Zeitraum aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, wo er/sie Unterkunft findet und wie die entstehenden Kosten abgedeckt werden.

Für die Trennungszeit sollten Sie bestimmte Regeln festlegen. So kann für diesen Zeitraum festgelegt werden, keinerlei Kontakt miteinander zu haben - mit Ausnahme der Partnerberatung - oder dass Sie sich ein- bis zweimal pro Woche an einem neutralen Ort treffen, um in Ruhe über alles zu sprechen. Außerdem sind Vereinbarungen für Kontakte mit den Kindern zu treffen. Zudem ist festzulegen, ob Sie während dieses Zeitraums mit Dritten flirten und sexuelle Beziehungen eingehen dürfen, inwieweit darüber gesprochen werden soll und dass ein Nachspionieren verboten ist.

Während der strukturierten Trennung können Sie einen letzten Versuch zur Rettung Ihrer Ehe unternehmen, da nun Eheberatungsgespräche nicht durch vorausgegangene Konflikte und Spannungen belastet sind. Sie haben mehr Energie für die Treffen übrig und können in ihnen die Erfahrung positiver Interaktionen machen, ohne während der Woche negative zu erleben.

Während der strukturierten Trennung erkennen Sie die nun fehlenden Vorteile der Partnerschaft, erleben den Alltag ohne den Partner und können Ihre Situation von einer größeren Distanz aus objektiver beurteilen. Wenn Sie durch den Abstand feststellen, dass Sie sich noch lieben, können Sie nach Ablauf der vereinbarten Trennungszeit wieder zusammenziehen und noch einmal von vorne beginnen. Sie sollten aber die Partnerschafts-Therapie noch eine Weile weiterführen, damit Sie nicht wieder in alte Verhaltensmuster verfallen und nach einem halben Jahr wieder vollkommen zerstritten sind.

Falls Sie sich zu einer endgültigen Trennung entschließen sollten, haben Sie durch die zeitliche Trennung bereits Abstand gewonnen und können die Trennung und organisatorische Dinge in Ruhe besprechen. Die schon erreichte Distanz macht es auch leichter, die Interessen eventuell vorhandener Kinder voll zu berücksichtigen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


LIEBESLEBEN NACH DER GEBURT

Bei vielen Paaren findet lange Zeit nach der Geburt des ersten Kindes keine Partnerschaft mehr statt. Die Frau muss sich von den Anstrengungen der Geburt erholen und ist durch das Wochenbett sowieso zur Enthaltsamkeit von 6 bis 8 Wochen gezwungen. Außerdem muss sie sich erst einmal an die neue Situation und die neue Verantwortung gewöhnen. Für viele Frauen zählt in den ersten Monaten, manchmal sogar Jahren, nur noch das Kind - der Mann und die Partnerschaft werden komplett vernachlässigt. Die sexlose Zeit nach der Geburt entfremdet beide Partner und kann die Beziehung stark belasten. Ein Drittel aller Frauen fühlt sich nach der Geburt unattraktiv, unförmig und wenig begehrenswert. Männer dagegen leiden unter der ständigen Unzufriedenheit der Frauen. Statt sich aber zurückzuziehen, können Männer ihre Frauen sehr darin unterstützen, ihren Körper wieder zu mögen. Zärtliche Berührungen und körperliche Nähe, Schmusen und Streicheln trösten über das geschmälerte Selbstwertgefühl weg.

Unlust am Sex sollte nicht sofort als das Ende der Beziehung angesehen werden. Schuldgefühle und eigener Druck können die ohnehin schon angespannte Situation sonst noch verschlimmern. Während Männer in der Regel sexuellen Kontakt brauchen, um sich geliebt zu fühlen, müssen sich die meisten Frauen geliebt fühlen, um Sex zu haben. Durch Gespräche und Vertrauen können solche Probleme aber leicht aus dem Weg geräumt werden. Seltener Sex zu haben, kann durchaus eine Qualitätssteigerung mit sich bringen. In der ersten Zeit nach der Geburt haben Frauen oft Angst vor den Schmerzen, die sie beim ersten Sex „danach“ erleiden könnten: Beim Sex ist es deshalb sinnvoll, wenn die Frau die Führung übernimmt und ihrem Partner zeigt, was sie als schmerzhaft und was als wohltuend empfindet.

In einem Punkt hat es die Natur ganz richtig eingerichtet, dass das Verlangen etwas eingeschränkt ist. Das Kind steht an Nummer Eins und eine erneute Schwangerschaft soll vermieden werden. Das Stillen schützt nicht vor einer erneuten Schwangerschaft. Gleich beim Start ins Sexleben nach der Geburt sollte sich das Paar um Verhütung kümmern. Sie sollten nie vergessen, dass auch Eltern ein Paar bleiben. Zeit und Freiraum für die Beziehung müssen bei Terminplanungen berücksichtigt werden. Babysitter wirken da Wunder. Sie sind deshalb keine schlechteren Eltern - im Gegenteil, ein zufriedenes Elternpaar ist auch für das Kind gut. Frauen, die sich aufs Kind stürzen und zum Muttertier mutieren, dürfen sich nicht wundern, wenn der Mann mit Eifersucht reagiert. Versuchen Sie immer, noch eine Frau zu bleiben und sich auch so zu verhalten.


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