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Valentinstag

BLUMEN FÜR DEN VALENTINSTAG

Alle Jahre wieder, rechtzeitig zum Valentinstag, schaffen Frachtmaschinen tonnenweise Blumen nach Deutschland, die als Liebessymbol verschenkt werden. Zu keinem anderen Anlass im Jahr - auch nicht zum Muttertag - gibt es nach Aussagen von Händlern ein derart festgelegtes Geschenk: Langstielig und rot müssen die Valentins-Rosen sein. Die Produzenten auf der ganzen Welt haben sich auf diese Wünsche eingestellt und pflanzen Rosen an, die pünktlich Mitte Februar ihre Blüte entfalten. Für sie ist der Valentinstag das wichtigste Datum des Jahres: Rund 20 Prozent des Jahresumsatzes würden in dieser Zeit erzielt, sagt René Granacher von der Lufthansa-Frachttochter LH Cargo. Die Preise für die Rosen liegen nach seinen Worten derzeit vier Mal so hoch wie im Rest des Jahres. Neben den klassischen Blumen-Ländern wie Kenia, Ecuador und Kolumbien werden für den Valentinstag auch Sendungen aus Mexiko, Israel und sogar Australien in Frankfurt abgefertigt, berichtet Werner Bender vom Frachtzentrum des Flughafens.

Speziell für den deutschen Markt sei sogar eine dunkelrote Rose mit dem Namen \\\"Valentino\\\" gezüchtet worden, sagt Granacher. Mehrere 100 Tonnen Rosen fliegt allein die Lufthansa-Frachttochter in der Valentins-Saison ein, vor allem aus Kenia, Kolumbien und Indien. Einige reine \\\"Rosenbomber\\\" mit jeweils 85 Tonnen kommen aus Nairobi.

Der Valentinstag hat zwar eine Jahrhunderte alte Tradition - seit dem Mittelalter gilt der 14. Februar als \\\"Tag der Paare\\\" - seine Bedeutung für den Blumenhandel bekam er aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Kommission \\\"Propaganda für die Blume\\\" wurde gezielt dafür geworben, an diesem Tag Blumen zu verschenken. Der Legende nach soll der Priester Valentin im alten Rom heimlich Liebespaare getraut haben. Bevor er am 14. Februar 269 enthauptet wurde, soll er Briefe und Gedichte an seine Geliebte geschrieben haben. In den USA werden zu diesem Tag Millionen Grußkarten verschickt.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


DER BRAUCH

Der Brauch, am Valentinstag Blumen zu schenken, geht zurück bis in die Antike - auf den Gedenktag der römischen Göttin Juno (Schützerin von Ehe und Familie) am 14. Februar, der an diesem Tag Blumen geopfert wurden und an dem Paare per Liebeslotterie für ein Jahr in ein gemeinsames Haus zogen (Lupercalia-Fest).

Im Mittelalter passte der Klerus die bereits bestehenden Feiertage und Bräuche dem christlichen Glauben an und weil der 14.2. mit dem Tag der Enthauptung des heiligen Valentin fast identisch war, nannte man nun den Tag der Verliebten \"Valentinstag\". Der heilige Valentin war Bischof von Terni in Italien und wurde in Rom um 269 hingerichtet. Er soll verbotenerweise Paare heimlich getraut und den Liebespaaren bunte Blumensträuße überreicht haben. Denn damals durften viele Menschen nicht so heiraten, wie sie wollten - sei es, dass sie Sklaven oder Soldaten waren oder dass die Eltern mit ihrer Wahl nicht einverstanden waren. Im 18. Jahrhundert wurden die Gebeine des Heiligen von Italien nach Krumbach in Bayern überführt. Dort liegen sie aufgebahrt in der Stadtpfarrkirche St. Michael.

In den im Mittelalter unter angelsächsischem Einfluss stehenden Ländern - England, Nordfrankreich und Belgien - war mit dem Valentinstag eine Variante des Mailehens verknüpft: Im Mai ersteigerten unverheiratete junge Burschen für ein Jahr ein unverheiratetes Mädchen, das ihnen gefiel, und das sie nun ausführen und - natürlich in allen Ehren! - als Partnerin betrachten durften. In England konnte sich am 14. Februar, an dem sich angeblich die Vögel paarten, jeder „Valentin” seine „Valentine” wählen. Entschieden wurde durch Los oder durch die erste Begegnung am Morgen. Es gehörte in den entsprechenden Kreisen zum Ritual, sich gegenseitig kleine Geschenke und Neckereien, besonders Gedichte, zu schicken. Die Paarbildung der Valentinen galt als günstige Voraussetzung für das Zustandekommen einer künftigen ehelichen Bindung. Am Vorabend wurden verschiedene Hochzeitsorakel vorgenommen. Auch magisches Denken war nicht weit: Ein Mädchen, das bei Guidesweiler, St. Wendel, aus dem Brunnen bei der Valentinskapelle Wasser schöpfte und dabei auf einen bestimmten davor liegenden Stein trat, kriegte mit Sicherheit einen Mann ab.

Ausgehend von England ist das Valentinsbrauchtum nach Amerika gekommen. Vom englischen „Tag der Liebenden” mutierte es zu einem „Tag der Freundschaft und der familiären Beziehungen”, was den Aktionskreis - und natürlich die Absatzmöglichkeiten! - erheblich erweiterte. Allein in den USA werden zu diesem Anlass mehr als eine Milliarde Grußkarten versandt. Von England ausgehend heißen diese Botschaften der Liebe, die hier übrigens pikanterweise anonym versandt werden, „Valentine greetings”.

Wann genau das Valentinsbrauchtum nicht nur im deutschen Grenzbereich zu Frankreich und Belgien begann, eine Rolle zu spielen, lässt sich kaum mehr ermitteln. Spätestens seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts spielt der Valentintag, ausgelöst durch die fortschreitende Amerikanisierung, in Deutschland eine wachsende Rolle, auch wenn er nicht die Bedeutung vom „Muttertag” hat.


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