STOPPT DEN SCHLEICHENDEN ELEKTRO-VERBRAUCH
Die Elektronik hat mittlerweile nahezu jeden deutschen Haushalt
fest im Griff. Sei es die Brotmaschine, die Eieruhr, der Wecker oder
die Saftpresse – fast alles, was früher einmal mechanisch
lief, ist nun strombetrieben. Aber auch immer neue Geräte kommen
hinzu, die ohne Strom noch nie liefen, und auch nie laufen werden:
Handy, DVD-Player, PDA, Computer, Spielkonsolen und vieles mehr, was
das Bastlerherz begehrt. Zwar nehmen einem die elektronischen Helfer
viel Arbeit ab, doch sind viele dieser Haushaltsgeräte auch versteckte
Geldfresser – sie verbrauchen Strom, auch wenn sie scheinbar
ausgeschaltet bzw. im Standby Betrieb sind.
Wie kann man aber den schleichenden Stromverbrauch verhindern
und worauf kann man beim Gerätekauf achten, um solche Verschwendung
von vornherein auszuschließen?
Prinzipiell ist es natürlich schon sehr angenehm, wenn
man den Fernseher von der Couch aus per Fernbedienung anschalten
kann, oder das Radio faul vom Bett aus, anstatt sich aus den
warmen Federn schälen zu müssen. Sollte man auf diese
Bequemlichkeit nicht verzichten wollen, bleiben einem zwei Alternativen – zum
einen, die Kosten auf sich zunehmen, zum anderen aber, sich
ein Gerät zuzulegen, das von vornherein weniger Strom verbraucht.
Zwar mögen diese etwas teurer sein, doch lohnt sich der
Aufwand meist schon nach kurzer Zeit. So berichtete z.B. die
Zeitschrift “Video” in ihrer Ausgabe vom Januar
2004, dass man durch klugen Gerätekauf bis zu 85 % der
Stromkosten für die Heimvideoanlage sparen kann. Eine Anlage,
bestehend aus Fernseher, DVD-Player, Videorecorder, Set-Top-Box
und AV-Receiver, kann im Standby-Betrieb bis zu 40 Euro kosten.
Mit teureren Geräten kann dies auf 6 Euro reduziert werden – eine
Investition, die sich durchaus lohnt.
Gerade bei Geräten wie Videorecorder oder DVD-Player ist
der Standby-Betrieb von Nöten, wenn eine einprogrammierte
Sendung aufgezeichnet werden soll, ein komplettes Abschalten
wäre also sinnlos. Um hier zu vermeiden, dass sich das
Aufzeichnen des Spätfilms auf den Geldbeutel auswirkt,
sollte beim Gerätekauf auf Schnäppchen verzichtet
werden bzw. diese genau unter die Lupe genommen werden. Wichtig
ist z.B., dass das Gerät über einen Netzschalter,
also über einen Ein-Aus-Knopf verfügt, mit dem der
Stromkreis unterbrochen werden kann. Bei vielen Billiggeräten
wird hierauf nämlich verzichtet, so dass man zum kompletten
Abschalten den Stecker aus der Dose ziehen muss. Ansonsten hilft
es, sich im Laden beraten zu lassen bzw. die Angaben zum Stromverbrauch
genau zu studieren.
Bei vielen Menschen ist es gar nicht die Bequemlichkeit, sondern
die Vergesslichkeit, den Fernseher oder Stereoanlage im Standby-Modus
zu lassen. Auch hier gibt es mittlerweile neue Geräte,
die sich nach einer bestimmten Standby-Zeit von selbst vollständig
abschalten. Man hat meist die Wahl zwischen verschiedenen Zeitstufen
(1-4 Stunden), wobei die Intervalle noch ein wenig zu wünschen übrig
lassen. Die Möglichkeit, eine automatische Abschaltung
nach z.B. 20 Minuten vorzunehmen bzw. die Zeit frei bestimmen
zu lassen, wäre sinnvoll.
Hat man Geräte, deren Standby-Anzeigen aber reichlich
nutzlos sind (wie z.B. die Uhr auf der Mikrowelle) oder braucht
man sie gerade nicht, empfiehlt sich eine Steckdosenleiste mit
Kippschalter – mit einem Umschalten sind alle Geräte
vom Stromkreis getrennt. Hinzu kommt noch, dass viele dieser
Leisten auch Schutz vor Überspannung oder Blitzeinschlag
gewähren – die Steckdose schaltet sich von selber
aus, um zu verhindern, dass die Innereien der teuren Geräte
zerfetzt werden. In diesen Steckdosenleisten steckt weitere
energiesparende Elektronik – je nach Aktivität in
den einzelnen Steckdosen werden diese ein- oder ausgeschaltet.
Diese Steckdosenleisten haben auch den großen Vorteil,
dass Sie beispielsweise Ladegeräte in der Steckdose belassen
können, ohne dass diese weiterhin Strom verbrauchen. Denn
z.B. das Netzteil eines Handys verbraucht, wie die meisten Akkulader,
auch dann Energie, wenn es gar nicht an Handys angeschlossen
ist. Das gleiche gilt übrigens auch für Drucker und
Monitore, die oft gar keinen Ein- und Ausschalter besitzen,
bzw. nur das Licht ausgeschaltet wird, das die Betriebsbereitschaft
anzeigt. Mit einer Steckdosenleiste können Sie die Geräte
in den Dosen belassen und müssen sie nicht ständig
ein- und ausstecken.
Eine weitere Möglichkeit bieten kleine Geräte namens
Powersafer – sie werden an Fernseher oder Stereoanlage
angebracht und unterbrechen den Stromfluss für die Standby-Schaltung.
Das Beste: diese Geräte reagieren wie die meisten Fernbedienungen
auf Infrarotstrahlung, d.h., wenn Sie auf Ihrer Fernbedienung
auf “ein” schalten, reagiert der Powersafer und
lässt den Strom wieder fließen!
Last but not least – überlegen Sie sich vor allem
bei Haushaltsgeräten genau, was Sie wirklich in elektronischer
Form brauchen und was auch mechanisch bleiben kann (z. B. Büchsenöffner
oder Akkuschrauber). Wahrscheinlich werden Sie feststellen,
dass nicht in allem Elektronik stecken muss, um hervorragend
zu funktionieren.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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