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Kaffee

DIE KAFFEEPFLANZE

Kaffee wird in Mittelamerika (Mexiko, El Salvador, Nicaragua, Kolumbien), Südamerika (Brasilien) und Afrika (Kenia, Äthiopien) angebaut. Zwei Sorten der Coffea-Pflanzen sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung: „Arabica“ und „Robusta“. Arabica (lat.: Coffea arabica) ist die edelste Bohne und mit einem Marktanteil von rund drei Vierteln des Weltmarktes gleichsam die wirtschaftlich bedeutendste Sorte. Für den Anbau der Arabica-Pflanze sind Temperaturen zwischen 16 und 25°C erforderlich. Die Pflanze ist sehr empfindlich und bedarf intensiver Pflege sowie feuchter Böden mit Hanglage. Kaffee kann ganzjährig geerntet werden. Die Pflanzen tragen zeitgleich Blüten und Früchte. Die Früchte werden entweder von Hand oder maschinell gepflückt. Bei der manuellen Ernte ist meist eine höhere Qualität garantiert, da keine unreifen Früchte mit aufgenommen werden und das volle Aroma des Kaffees nicht gemindert wird. Nachdem die Früchte gepflückt wurden, gibt es zwei Methoden, den Kaffee aufzubereiten. Nach der älteren Methode werden die Früchte auf steinigem Boden ausgelegt und getrocknet. Wenn die Früchte vollkommen getrocknet sind, können die Bohnen aus der Frucht ausgelöst werden. Eine neuere Methode behandelt die Früchte im nassen Zustand. In einem aufwendigen Verfahren werden die Bohnen aus dem Fruchtfleisch gelöst. Die Nassmethode erfordert zwar mehr Aufwand und Sorgfalt, soll aber angeblich den Duft und den Geschmack der Bohne besser zur Geltung bringen, ist schonender und konserviert besser die Qualität der Bohne.

Anschließend werden unreife Bohnen aussortiert und der Restbestand genauestens auf seine Qualität geprüft. Die Bohnen müssen im nächsten Schritt geröstet werden, um ihr volles Aroma entfalten zu können. Allerdings geschieht dies im Importland, da so der Kaffee möglichst lange frisch bleibt. Der Röstgrad variiert, bedingt durch die regionalen Bedürfnisse. Amerikanische Kaffeetrinker bevorzugen hauptsächlich helle Röstungen, wohingegen Italiener dunkle mögen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


DIE GESCHICHTE DES KAFFEES

Kaffee ist heutzutage nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Viele Menschen brauchen das braune, wohlduftende Heißgetränk am Morgen, um überhaupt aktiv werden zu können. Die Entdeckung des Kaffees geht auf eine Sage aus dem 8. Jahrhundert zurück. Demnach entdeckte ein äthiopischer Ziegenhirte aus der Region Kaffa die Früchte des Kaffee-Strauches. Der Junge beobachtete, dass seine Ziegen immer, nachdem sie die Früchte eines bestimmten Strauches gefressen hatten, munterer und lebendiger umher sprangen als vorher. Der Hirtenjunge beschloss, die Früchte selbst zu probieren und entdeckte die anregende Wirkung der Pflanze.

Bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts interessierten sich viele europäische Alchimisten für die Kaffeepflanze, die sich bis dahin im arabisch-afrikanischen Raum weit verbreitet hatte. Anfang des 17. Jahrhunderts brachten venezianische Kaufleute die ersten Kaffeesäcke nach Europa. Als die Türken im 17. Jahrhundert nach der Belagerung Wiens fliehen mussten, ließen sie 500 Säcke mit den anregenden Bohnen zurück. Kurz darauf eröffnete ein schlauer Geschäftsmann die ersten Kaffeehäuser in der österreichischen Hauptstadt. Aber auch in Paris kamen die Kaffeehäuser in Mode und wurden zu beliebten Treffpunkten von namhaften Dichtern und Künstlern. Das Bürgertum feierte das neue Getränk, das die ständig betrunkenen Arbeiter wieder nüchtern werden ließ. Der erste Espresso wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts getrunken, als man erstmals heißes Wasser mit Druck durch fein gemahlenes Arabica-Pulver „presste“. Die erste Espressomaschine wurde im Jahre 1843 in Frankreich gebaut, die ersten kommerziellen Maschinen entstanden erst 1903 in Italien von der Firma Bezzera.

Gegen 1700 wurden auch die ersten Kaffeeplantagen auf Java errichtet. Etwas später begann man auch in Indonesien und Sumatra mit dem Anbau der Pflanze. Indonesien ist bis heute ein bedeutender Kaffee-Exporteur geblieben. Um 1715 gelang es dann den Franzosen, auf La Reunion den ersten Kaffee anzubauen. Zehn Jahre später ging es auf Martinique weiter, von wo aus dann auch die Verbreitung in Richtung Haiti und Guadeloupe voranschritt. Gegen 1730 erreichte die Kaffeepflanze dann Brasilien, um sich von dort aus in Süd- und Mittelamerika weiter zu verbreiten. Etwa zu dieser Zeit begannen auch die Briten auf Jamaika mit der Kultivierung. Es entstand der bis heute legendäre „Blue Mountain“ Kaffee. Der Kaffeeanbau zog sich weiter über Guatemala, Costa Rica und Kuba, bis Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich auch Hawaii erreicht wurde. Circa 1880 geht es dann zurück zum Ausgangspunkt. Britische Landbesitzer begannen in Kenia, Tanganjika und Uganda in großem Umfang, Kaffee anzupflanzen. 1896 erreicht der Kaffee schließlich auch Australien und in Queensland entstanden erste Kaffee-Plantagen.

Heute produzieren Zentral- und Südamerika den größten Anteil der Gesamtproduktion. Die Kaffee-Weltproduktion erreicht rund 100 Millionen Säcke pro Jahr. Brasilien ist mit etwa einem Viertel der Produktion an erster Stelle. Der Eigenverbrauch liegt bei achteinhalb Millionen Säcken.


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