TEE – VON DER PFLANZE ZUM GETRÄNK
Teepflanze: Tee ist mit den Kamelienarten verwandt und gehört zu
den zahlreichen Linien der Pflanzenfamilie „Theaceae“. Die
Teepflanze Thea assamica ist eigentlich ein Baumgewächs, mit weißen,
zart ins Gelbliche spielenden Blüten und kleinen, hartschaligen
und nussartigen Früchten. Thea sinensis ist von Haus aus zwar ein
Strauch, wird aber in freier Natur auch mehrere Meter groß. Aus
diesen wurden die heutigen Teepflanzen gezüchtet.
Der Tee, den man heutzutage in nahezu jeder westlichen, asiatischen
und arabischen Kultur finden kann, hat den botanischen Namen Camellia
chinensis. Der schwedische Naturforscher Linné nannte die Pflanze
im Jahre 1753 allerdings zunächst Thea sinensis, gab aber den Namen
zugunsten zweier Unterarten auf, nämlich Thea bohea und Thea viridis.
Nach internationaler Übereinkunft lautet der korrekte botanische
Name nun Camellia sinensis und für ihre beiden Unterarten var.
sinensis (China Tee) und var. assamica (Assam-Tee). Heute werden meist
Teesorten angebaut, die aus Kreuzungen (Hybriden) der Varietäten
sinensis und assamica entstanden sind.
Die Teepflanze wächst unbearbeitet zu einem Baum von 15 bis 20
Meter Höhe heran. Sie benötigt viel Sonne und Wärme,
denn sie ist ein reines Tropengewächs. Sie wurde 1823 als ausgewachsener
Baum im nordindischen Dschungel entdeckt. Schon wenige Jahre später
kultivierte man diesen Baum. Der Assam-Teestrauch benötigt ein
heißes und feuchtes Klima und hat größere Blätter
als der China-Teestrauch. Der erste Teeanbau in Indien erfolgte im 19.
Jahrhundert in der Region Darjeeling mit der chinesischen Camellia sinensis.
Nach Entdeckung der Assampflanze im Urwald der Provinz Assam begann
man, in Indien und Ceylon (Sri Lanka) die zwei Teearten miteinander
zu kreuzen, um von beiden die Vorzüge auszunutzen. Diese Hybriden
werden heute fast überall angebaut. Aus Ertragsgründen hält
man den Anteil der schnell wachsenden Assam-Pflanze bei weiteren Züchtungen
so hoch wie möglich.
Tee-Anbau und -Ernte: Die Voraussetzungen für erfolgreichen Teeanbau
sind guter Boden und feuchtes Klima. Ideal ist auch viel Wärme,
diese ist jedoch nicht nötig, und bei einigen Teesorten auch nicht
erwünscht. So wird Tee auch bei über 2000 Meter über
dem Meeresspiegel angebaut, wo es des Öfteren sogar Nachtfrost
gibt. Diese Tees kann man nicht so oft ernten wie die schnellwüchsigen
Arten, doch dafür geben sie die besten und teuersten Spitzenteesorten.
Die Teepflanze braucht Subtropisches oder Tropisches Wetter mit mindestens
100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Je höher die
Lage der Teeanbaugebiete ist, desto besser ist auch der Tee. Durch die
hohe Lage entsteht nachts eine starke Abkühlung, was das Wachstum
des Tees verlangsamt und so die Blätter feiner und aromatischer
werden lässt. Geerntet werden von jedem Zweig immer die beiden
jüngsten Blätter eines Triebes und eine Blattknospe. Das bewirkt
bei der Teepflanze das Wachstum weiterer Blätter. Die Tees der
höheren Lagen können nur von April bis November geerntet werden.
Die Blüten und Blätter müssen in mühevoller Arbeit
gepflückt werden. Zunächst werden die Teesträucher so
beschnitten, dass sie gleichmäßig etwa 1 bis 1,5 Meter hoch
bleiben. So kommt man beim Pflücken besser an die Blätter
heran. Außerdem fördert die Beschneidung die Knospenbildung
und damit die Menge der jungen Blätter. In den großen Pflanzungen,
die heutzutage auch in China an die Stelle der früher kleinbäuerlichen
Kulturen getreten sind, stehen die Sträucher in langen, regelmäßigen
Reihen, so dass man zur Bodenbearbeitung moderne Maschinen einsetzen
kann. Die guten Qualitäten allerdings kommen noch immer aus kleinen
Teegärten, zum Beispiel aus Anwhei, Hunan, Szechuan, sowie Südchina.
Daher kommt auch die große Vielfalt der angebotenen Grün-
und Oolong- Tees.
Teeanbaugebiete sind: Indien, Sri Lanka (Ceylon), China, Afrika,
Indonesien, Taiwan (Formosa), Japan und Mittelasien.
Eine Teepflanze ist erst nach drei bis fünf Jahren zu einem ergiebigen
und gut produktiven Teestrauch herangewachsen, dessen Produktivität
jedoch im Alter wieder nachlässt. Je nach Lage der Plantage können
im ersten Anbaujahr um die 130kg verkaufsfertigen schwarzen Tees pro
Hektar produziert werden. Im vierten Jahr sind es dann schon lohnende
3000kg.
Teesorten: Pfefferminztee, Früchtetee und Kamillentee dürften
sich eigentlich nicht Tee nennen, denn in keinem der genannten Getränke
ist etwas von der oben beschriebenen Teepflanze enthalten. Gemeinsam
haben diese „Teesorten“ mit dem echten Tee nur, dass man
einen Aufguss aus getrockneten Blüten oder Blättern macht
und daraus ein Heißgetränk entsteht.
Bei den Teesorten unterscheidet man nach dem Anbaugebiet: Assam,
Ceylon, Darjeeling, Kenia usw. Darüber hinaus wird je nach Verarbeitung
von Grünem bzw. Schwarzem Tee oder von Oolong gesprochen. Doch
alle diese Teesorten stammen von ein und derselben Pflanze. Und ähnlich
wie beim Wein kommt es auf die Anbaulage, das Klima, die Verarbeitung
und die Zubereitung an.
Darjeeling: Der Darjeeling-Tee gedeiht an den südlichen Ausläufern
des Himalaya-Gebirges in Höhen von bis zu 2.000 Metern. Es ist
eine helle, leichte, blumige Teesorte, die durch ihr liebliches und
dennoch intensives Aroma besticht.
Assam: Dieses größte zusammenhängende Teeanbaugebiet
der Erde liegt in Nordost-Indien an der Grenze zu Myanmar, dem ehemaligen
Birma. Assam-Tee ist kräftig, voll, rund, ausgewogen, malzig und
hat eine dunkel rotbraun leuchtende Tassenfarbe. Assam-Tee wird meistens
als Grundlage für die berühmten ostfriesischen Mischungen
verwendet.
Ceylon: Der Tee aus Sri Lanka, im Handel immer noch Ceylon genannt,
hat einen frisch-aromatischen, spritzig-lebhaften Geschmack mit einer
ganz besonderen, eleganten Milde. Farblich liegt er zwischen Darjeeling
und Assam.
Yunnan: In der chinesischen Teeprovinz Yunnan, in der Nähe des
indischen Assam und an den Grenzen zu Tibet, Laos, Vietnam und Myanmar,
wird die Herkunft der wilden Teepflanze vermutet. Der dort wachsende
Tee ist im Geschmack vollmundig und hat einen ansprechenden Duft.
Der Aufguss hat eine rötlich-goldene Farbe.
Keemun: Der weltbekannte Keemun-Tee aus der Provinz Anhui ist die
Krönung der chinesischen Schwarztee-Kunst. Er hat ein einzigartiges
Aroma, einen wunderbaren Duft und ist im Geschmack voll, rund, fruchtig-süßlich
und harmonisch. Das Geheimnis seines speziellen Geschmacks ist ein
besonderes ätherisches Öl, das auch in Lorbeerblättern
vorkommt, aber in keiner anderen Gattung des Teestrauchs.
Oolong: Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art vermittelt der
aus Taiwan und China stammende Oolong-Tee. Hierbei handelt es sich
um einen halbfermentierten Tee, d.h. dass bei seiner Herstellung die
frischen Teeblätter nur am Rand fermentieren. Diese Methode ist
sehr aufwendig, aber die Mühe lohnt sich. Je nach Qualität
reicht die Geschmacksskala von malzig-herb bis fruchtig-duftig. Die
Tassenfarbe wechselt von bernsteingelb bis tieforange.
Sencha: Die meistgetrunkene Teesorte in Japan ist ein grüner
Tee namens Sencha. Ihr wichtigstes Anbaugebiet ist die Provinz Shizuoka,
die am Fuße des heiligen Berges Fudschijama liegt. Darüber
hinaus wird grüner Sencha auch in Taiwan und China produziert.
Während der japanische Sencha einen aromatischen Hauch von Süße
verbreitet und duftig-leicht im Geschmack ist, vermittelt der chinesische
Sencha den Geschmack von frischem Heu, leicht und aromatisch. Der
Aufguss ist gelblich-grün. Generell lässt sich festhalten:
je dunkelgrüner die Blätter, desto besser der Tee.
Umweltschutz: Zunehmend wird auch wieder auf ökologischen Anbau
Rücksicht genommen. Im indischen Hochland wird wieder streng
darauf geachtet, dass nicht jede Waldfläche dem Teeanbau zum
Opfer fällt. Ist dies nämlich der Fall, dann schwimmen die
Teegärten regelrecht davon, da die Erosion unglaubliche Ausmaße
annimmt.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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