KONTROLLORGANE DER BANKEN
Um einen geregelten Geldkreislauf zu gewährleisten und die volkswirtschaftliche
Stabilität zu erhalten, wird die Tätigkeit der Banken von
der Bankenaufsicht kontrolliert. Die Überwachung der Geld- und
Kreditinstitute wird in Deutschland von zwei Stellen wahrgenommen, der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Deutschen
Bundesbank, auch Zentralbank genannt. Die Bundesbank hat die Möglichkeit,
durch geldpolitische Maßnahmen die Geschäftspolitik der Banken
so zu beeinflussen, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die
Stabilität des Kreditwesens erhalten bleibt.
Innerhalb der Europäischen Union ist das Eurosystem für
die Geldpolitik verantwortlich. Das Eurosystem ist ein Teil
des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Das
ESZB setzt sich aus der Europäischen Zentralbank (EZB)
und den nationalen Zentralbanken aller EU-Mitglieder zusammen
(Europäischer Zentralbankrat). Jedes Land hat, unabhängig
von seiner Größe, nur eine Stimme. Da allerdings
nicht alle Mitgliedsländer an der Währungsunion teilnehmen,
aber nur teilnehmende Mitglieder stimmberechtigt sind, wird
dieser limitierte Kreis als Eurosystem bezeichnet. Das Hauptanliegen
des Eurosystems ist die Preisstabilität innerhalb der Europäischen
Gemeinschaft. Das Eurosystem ist nicht an Weisungen von Ländern
oder Regierungen gebunden, sondern arbeitet unabhängig.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DAS BANKWESEN IN DEUTSCHLAND
Das Bankgeschäft besteht aus drei Bereichen, dem Einlagegeschäft,
dem Kreditgeschäft und dem bargeldlosen Zahlungsverkehr. Das Einlagegeschäft,
auch die Passiv-Seite einer Bank genannt, widmet sich der Aufbewahrung
und Anlage von Geldbeständen, die von Privathaushalten eingelegt
werden. Spareinlagen und Termingelder stellen dabei den größten
Anteil.
Die Aktivseite der Banken, das Kreditgeschäft, besteht
aus Krediten an Privathaushalte und Unternehmen, bei letzteren
meist in der Form von Wertpapieren. Doch auch die Banken untereinander
leihen sich Geld zum kurzfristigen Liquiditätsausgleich.
Laut einer Veröffentlichung der Bundesbank betrug die Summe
der Interbankkredite Anfang 2002 2.240 Milliarden Euro.
In Deutschland gibt es eine weit verzweigte Bankenstruktur.
Es gibt rund 2.500 Banken, die zusammen über 50.000 Geschäftsstellen
verfügen. Die Banken haben unterschiedliche Größen
und Rechtsformen. Unabhängig davon übernehmen nahezu
alle Banken sämtliche Aufgaben rund ums Geld. Aus diesem
Grund ist das Bankgeschäft in Deutschland weitgehend homogen,
die deutschen Banken sind weitgehend Universalbanken. (In Amerika
beispielsweise sind viele Banken nur auf die Anlage von Geld
spezialisiert). In Deutschland gibt es drei Arten von Banken:
Kreditbanken, Sparkassen und Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken.
Zusätzlich gibt es noch Banken, die sich auf ein Spezialgebiet
konzentrieren, z. B. Bausparkassen.
Kreditbanken
Kreditbanken sind Großbanken, Regionalbanken und die Zweigstellen
ausländischer Banken. Ihr Kerngeschäft besteht aus
dem Einlagegeschäft und der Gewährung von Geschäftskrediten
bzw. der Emission von Wertpapieren.
Sparkassen und Landesbanken
Sparkassen und Landesbanken haben meist einen öffentlich
rechtlichen Träger. Ihr Geschäftsvolumen ist größer
als das der Kreditbanken. Traditionell besteht das Geschäft
der Sparkassen aus der Arbeit mit Privathaushalten und ortsansässigen,
kleinen und mittelständischen Unternehmen, meist vor Ort.
Zunehmend entwickeln die Sparkassen jedoch immer umfangreichere
Geschäftsfelder.
Eine weitere Kernkompetenz der Sparkassen ist die Abwicklung
des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Diese Aufgabe wurde früher
von den eigens dafür gegründeten Landesbanken wahrgenommen,
welche aber inzwischen ihre Aktivitäten auch auf alle Bankgeschäfte
ausgedehnt haben.
Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken)
Die Volksbanken wurden als Selbsthilfeeinrichtung für Kleingewerbetreibende
und Handwerker gegründet. Bis heute sind sie traditionell
dem Geschäft mit dem Mittelstand verbunden und damit auch
Konkurrenten für die Sparkassen.
Raiffeisenbanken sind ursprünglich ländliche Kreditgenossenschaften,
die von Landwirten gegründet wurden, um ihre Marktmacht
gegenüber den Handelsbetrieben zu stärken. Beide,
die Genossenschaftsbanken wie die Raiffeisenbanken, sind mit
ihren Zentralinstituten, den Genossenschaftlichen Zentralbanken,
eng verbunden.
Bausparkassen
Etwa ein Viertel des Umsatzes aller deutschen Banken wird über
Bausparkassen getätigt. Bausparkassen sind Realkreditinstitute,
die langfristige Finanzierungen für den Bau von privaten
oder öffentlichen Gebäuden finanzieren.
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