STEUERTIPPS ZUR BAUFINANZIERUNG
Der Kauf oder Verkauf einer Immobilie bringt normalerweise steuerliche
Veränderungen mit sich. Das Bayerische Finanzministerium hat
eine Broschüre herausgegeben, in denen die wichtigsten Regelungen übersichtlich
zusammengefasst sind. Für jeden, der wissen will, welche steuerlichen
Auswirkungen eine Baufinanzierung auf das Einkommen hat, ist dies
eine empfehlenswerte Lektüre.
Information: www.stmf.bayern.de
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE PASSENDE BAUFINANZIERUNG
Der Kauf einer Immobilie ist eine Investition, die meist eine
langfristige Zahlungsverpflichtung mit sich bringt. Deshalb ist es
wichtig, eine Finanzierungsform zu finden, welche die Lebensqualität
nicht negativ beeinflusst oder gar finanzielle Probleme verursacht.
Neben der Prüfung verschiedener Finanzierungsformen und dem Vergleich
mehrerer Angebote gilt es deshalb, ein paar grundsätzliche Kriterien
zu beachten.
Unabhängig von günstigen Zinskonditionen muss sich
der Kreditnehmer über die Zinshöhe und die Kreditlaufzeit
im Klaren sein. Dazu gehört eine gewisse finanzielle Planungssicherheit,
in der das monatliche Einkommen den voraussichtlichen Kosten
für Lebensunterhalt und sozialer Absicherung (Versicherungen,
Altersrücklagen) gegenüber gestellt wird. Als Faustregel
gilt, die monatliche Kreditrate so hoch wie möglich anzusetzen,
aber die monatlichen Aufwendungen möglichst großzügig
zu kalkulieren. Wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, hat schließlich
auf die Dauer keine Freude am neuen Eigenheim. Darüber
hinaus kann die Finanzierung durch ein permanent überzogenes
Bankkonto gefährdet werden.
Für Immobilienkäufer mit variablem Einkommen empfiehlt
sich dringend eine Zusatzvereinbarung zum laufenden Kreditvertrag,
die ein sechs- oder zwölfmonatiges Sondertilgungsrecht
beinhaltet. Aber aufgepasst: Mache Banken lassen sich dieses
Recht vergüten oder begrenzen die Höhe der zusätzlichen
Tilgungen. Viele Baufinanzierer gewähren darüber hinaus
Sonder-Rabatte für Schnelltilgungen.
Auch die Einbeziehung von Förderkrediten zum Beispiel
von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Finanzierung
von Energie-Spar-Investitionen kann sich lohnen. Da die Kreditanstalt
für Wiederaufbau allerdings keine direkten Kredite gewährt,
ist der Kreditnehmer auf die Kooperationsbereitschaft seiner
Bank oder Sparkasse angewiesen. Vor allem Online-Anbieter sind
bei solchen Finanzierungsmodellen oft überfordert und lehnen
eine Finanzierung ab.
Ein weiteres Kriterium sind verdeckte Nebenkosten bei der Kreditvergabe.
Manche Banken berechnen monatliche Bereitstellungskosten für
noch nicht ausgezahlte Kredite oder lassen sich die anteilig
zur Darlehenssumme die Schätzung des Immobilienwertes bezahlen.
Deshalb gilt: Nicht allein der Zinssatz ist ausschlaggebend,
das Gesamtpaket muss stimmen.
VARIABLER ZINS CONTRA NIEDRIG-ZINS
Sichere Niedrigzinsen sind üblicherweise das, was für den
Abschluss einer Baufinanzierung ausschlaggebend ist. Banken und Sparkassen
umwerben Kunden zu Niedrigzinszeiten vermehrt mit viel versprechenden
Angeboten. Doch auch Baufinanzierungen mit variablen Zinsen können
sich durchaus rechnen, weil sich langfristig die Spekulation mit der
Zinsentwicklung bezahlt machen kann.
Jedem Kredit für eine Baufinanzierung liegt ein Zinssatz
zugrunde, der auf der Erwartung der künftigen Zinsentwicklung
basiert. Steigt das Zinsniveau innerhalb des Darlehenzeitraums
langsamer, als bei einem Darlehen mit festen Zinsen zugrunde
gelegt wird, hat sich der Kreditnehmer mit dem variablen Zinssatz
Zinsen gespart. Je niedriger der Einstiegszins ist, desto größer
ist natürlich auch bei einem variablen Kredit die Zinsersparnis.
Bei steigenden Zinsen und zunehmender Inflation ist der Kreditnehmer
mit variablem Zinssatz langfristig im Nachteil. Denn dann steigen
die Kosten für sein Darlehen über die Kosten eines
festverzinslichen Darlehens und er zahlt drauf. Ein Wechsel
in einen festverzinslichen Kredit macht dann meist keinen Sinn
mehr, da zu diesem Zeitpunkt die Zinskonditionen hoch sind und
die Möglichkeit, den ‚Verlust’ durch Niedrigzinsphasen
zu kompensieren, bei einer festen Bindung dann nicht mehr gegeben
ist.
Wer sich trotzdem über die Angebote einer Baufinanzierung
mit variablem Zinssatz informieren möchte, sollte das Risiko
auch hier übersichtlich halten. Grundsätzlich ist
es sinnvoll, den Zinssatz nach oben hin zu begrenzen. Damit
weiß der Kreditnehmer auch, wie viel ihn die Baufinanzierung
maximal kosten kann. Dieser Preis wird in der Regel über
dem Preis für ein festverzinsliches Darlehen liegen. Darüber
hinaus müssen Sondertilgungen möglich sein, so dass
der Kreditnehmer seine Zinsersparnis direkt zur Tilgung des
Nettokredits verwenden kann.
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