PERSÖNLICHE FINANZEN – LEICHT GEMACHT
Die persönlichen Finanzen – wer schaudert nicht bei diesem
Begriff. Ist die finanzielle Situation doch selten so, wie man sie gerne
hätte. Und man nimmt sich dessen oft nur ungern an, denn es klingt
nach Rechnen, Gesetzbücher wälzen und mit Banken reden, die
einem ja eh nur “das Geld aus der Tasche ziehen wollen”.
So zumindest die generelle Einschätzung.
Doch es muss längst nicht so kompliziert sein – die persönlichen
Finanzen kann man zumindest auf einer generellen Ebene erstmal auch
persönlich anschauen, bevor man Geld für einen Berater oder
unpassende finanzielle Produkte ausgibt. Es gibt einen einfachen und
umsetzbaren Plan, der einem, wenn man ihn befolgt, einen Überblick über
die persönliche finanzielle Situation verschafft und anschließend
die Möglichkeit gibt, sinnvolle Entscheidungen über das
weitere Vorgehen zu treffen.
-
Die Einnahmenliste- und Ausgabenliste
Setzen Sie sich in Ruhe hin und erstellen Sie Ihre persönliche “Habenliste” (die
Einnahmenliste). Schreiben Sie alles auf, was Sie besitzen, Schmuck,
Haus, Auto, Wertgegenstände wie Stereoanlage und Fotoapparat
und Ihr Einkommen (aus Miete, Gehalt oder Lohn, Erbschaft und ähnlichem.)
Der Wert, zumindest geschätzt, sollte ebenfalls notiert werden.
Diese Dinge besitzen Sie sicher, haben Sie vollständig abbezahlt
und können Sie weiterverkaufen (auch Ihren Lohn “verkaufen” Sie
weiter, wenn Sie sich Dinge kaufen). In einer weiteren Spalte listen
Sie all das auf, was Sie nicht haben bzw. was Sie ausgeben. Nicht
haben bedeutet, was Sie noch nicht vollständig besitzen (wie
z. B. ein Haus, das Sie in Raten abbezahlen). Die Ausgaben sind dann
z.B. die Raten für diesen Gegenstand, oder Einkäufe, Miete,
zusätzliche Krankenversicherung, Sportklubs und so weiter. Auch
hier sollten Sie aufschreiben, wie viel Sie für die einzelnen
Posten ausgeben. Am Ende dieser Liste zählen Sie jede Spalte
zusammen – so stellen Sie fest, wie viel Sie haben und wie viel
Sie ausgeben. Die Differenz zwischen der Haben- und Nicht-Habenseite
fällt hoffentlich positiv aus, denn dies ist das Geld, das Sie
für zusätzliche Ausgaben zur Verfügung haben. Firmen
machen im Prinzip nichts anderes, wenn sie feststellen wollen, wie
ihre finanzielle Situation aussieht.
-
Ziele setzen
Wissen Sie erst einmal, was Sie (im strikt finanziellen Sinne) “wert” sind,
können Sie sich Ziele setzen, basierend auf den Ihnen zur Verfügung
stehenden Mitteln. Wenn Sie z.B. ein Auto kaufen wollen, können
Sie nun abschätzen, welche Preisklasse für Sie in Frage
kommt und wie lange Sie brauchen werden, bis Sie es abbezahlt haben.
Oder Sie setzen sich zum Ziel, in zwei Jahren 3000 Euro für einen
großen Urlaub angespart zu haben. Was auch immer Ihre Präferenzen
sind, aufzuschreiben und einen Plan zu machen, wie dieses Ziel erreicht
werden kann, ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Zieles.
-
Der Plan zum Erreichen eines bestimmten Zieles
Nach Schritt 1 und 2 können Sie nun genau sehen, wie viel Sie
extra sparen müssen, um Ihr Ziel zu erreichen. Anschließend
geht es daran, festzustellen, WIE Sie dieses Geld sparen können – dazu
müssen Sie Ihre Bilanz ansehen – wo können Sie weniger
ausgeben, wo Ihre Mittel effizienter einsetzen? Lohnt es sich, das
Geld bei der Bank anzulegen, wo es schneller wächst und Sie nicht
versucht sind, es einer Laune folgend auszugeben? Dies müssen
Sie sich für Ihren persönlichen Finanzplan alles sehr genau überlegen.
-
Die Ausführung des Plans
Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, ist es wichtig, Geduld
zu haben und sich an seine eigenen Vorgaben zu halten. Bleiben Sie
bei Ihrem Plan, setzen Sie ihn in die Tat um! Auch wenn Banken manchmal
etwas einschüchternd wirken können, lassen Sie sich über
Finanzprodukte beraten – Opas Sparstrumpf oder das Sparbuch
bei der Bank sind längst nicht mehr die einzigen sicheren Anlagemethoden,
es gibt auch andere Anlageformen, die effektiv sind und viel höhere
Zinssätze einbringen. Und wenn Ihre Bank unfreundlich oder
nicht hilfreich ist – suchen Sie sich eine, die Ihnen den
Service bietet, den Sie brauchen!
-
Zielüberwachung
Wenn Sie Ihren Plan in die Tat umsetzen, ist es sehr wichtig,
dass Sie die Situation in regelmäßigen Abständen überprüfen.
Wächst Ihr Angespartes so, wie Sie sich das vorgestellt haben?
Kommen Sie mit den Einsparungen an anderer Stelle zurecht? Ist Ihr
Ziel noch erreichbar, oder haben sich die Bedingungen geändert
(z.B. Anstieg des Preises Ihres Traumautos)? Wie nah sind Sie Ihrem
Ziel schon gekommen? Sollte sich herausstellen, dass Ihr Plan nicht
so funktioniert, wie Sie sich das gedacht haben, kann es notwendig
sein, Veränderungen vorzunehmen – z. B. eine größere
Summe sparen, oder aber auch weniger sparen, wenn Sie sonst unnötig
unter der Sparbelastung leiden. Sollte Ihr Plan aber klappen, so
können Sie sich jedes Mal davon überzeugen, dass Sie Ihrem
Ziel mit schnellen Schritten entgegen gehen!
Klingt alles gar nicht so schwierig? Ist es auch nicht. Wenn man
fest an seinen Traum glaubt und sich vor allem nicht verängstigen
lässt – vieles ist möglich, wenn man es nur will!
(Alle Angaben ohne Gewähr)
|