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Gewinnspiele

JUNG DURCH GLÜCKSSPIEL

Psychologen ist der Nachweis gelungen, dass Bingo die geistige Aktivität auf Trab hält. Ältere Bingospieler haben ein besseres Gedächtnis als jüngere Mitspieler und Menschen, die überhaupt nicht Bingo spielen. Das Spiel, das sich vor allem bei älteren Menschen in Amerika besonderer Beleibtheit erfreut, trainiert die Geschwindigkeit des Gehirns. Der Gewinner eines Bingos muss die Zahlen, welche in schneller Reihenfolge aufgerufen werden, auf einem Zettel markieren. Wer zuerst eine Reihe oder Spalte voll hat, hat gewonnen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


GELD ALLEIN MACHT NICHT GLÜCKLICH

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Gewinner von Glücksspielen langfristig meist unglücklich werden. Unter anderem belastet den Gewinner die enorme Angst, das Gewonnene wieder zu verlieren. Dann könnten viele Menschen mit dem Vermögen nicht richtig umgehen. Der Neid von Freunden und Angehörigen lässt viele Glückspilze vereinsamen.

Das so genannte ‚Plötzlich-Reich-Syndrom’ ist auch an der Börse nicht unbekannt. Börsianer, die plötzlich über Nacht ein Vermögen gemacht hätten, litten unter den gleichen Symptomen wie Glücksspiel-Gewinner. Und auch von einer weiteren Krankheit sind die Wallstreet-Akteure nicht gefeit: der Spielsucht.


GEWINNSPIELE ALS MARKETINGINSTRUMENT

Zur Steigerung der Kundenfrequenz und gezielten Bewerbung von Produkten sind Gewinnspiele ein beliebtes Marketinginstrument. Vor allem im Internet werden zunehmend Verbraucher mit Hilfe von so genannten Bannern geködert, um auf eine kommerzielle Website zu wechseln. Allerdings ist der Einsatz dieser Maßnahme nur in begrenztem Umfang möglich und erfordert eine genaue Kenntnis des geltenden Rechts. Grundsätzlich ist alles verboten, was den Kunden unter einen psychologischen Kaufzwang setzt. Dieser entsteht dann, wenn ein Gewinnspiel an den Kauf eines Produkts, das Betreten von Geschäftsräumen oder das Testen von Produkten gekoppelt ist.

Wichtig ist deshalb die strikte Trennung von Bestellkarten sowie Kassenbelegen von Teilnahmekarten zu einem Gewinnspiel. Die Teilnahme an dem Gewinnspiel muss jedermann offen stehen, ohne etwas gekauft zu haben oder ein Geschäftslokal zu betreten. Erordert die Teilnahme an einem Gewinnspiel gar einen Spieleinsatz, muss man sich das Gewinnspiel sogar staatlich genehmigen lassen.


DIE GESCHICHTE DES GLÜCKSSPIELS

Schon in der Antike waren die Menschen vom Glücksspiel fasziniert. Allerdings war das Glücksspiel in Rom illegal, was jedoch niemanden davon abhielt, um Geld zu spielen. Vor allem in den Bädern würfelten die Römer mit Vorliebe. So waren es denn auch die Italiener, die im 15. Jahrhundert das Lotto erfunden haben – allerdings nicht mit der Absicht, ein Gewinnspiel zu entwickeln. Vielmehr wurde in Genua die Besetzung der Stadträte einmal im Jahr ausgelost. Die Genueser setzten auf die Ergebnisse der Ziehung, damals 5 richtige aus 90 Zahlen, und erfanden so die Lotterie.

Es ließ nicht lange auf sich warten, bis die Staaten, deren Bürger sich dem neuen Gewinnspiel hingaben, mit Einnahmen aus staatlichen Lotterien ihre Staatskasse aufbesserten. Hamburg war die erste Stadt in Deutschland, die sich 1611 einer öffentlichen Lotterie bediente, um ein Bauprojekt zu realisieren: ein Zuchthaus.

Die Lotterie erfreute sich einer zunehmenden Anhängerschaft, mit den Jahren brach sogar eine regelrechte Lotto-Euphorie aus, die bis nach Amerika schwappte. Doch gleichzeitig wuchs auch die Kritik an dem frivolen Treiben. Eine steigende Anzahl von Spielsüchtigen, betrügerische Spielveranstalter und andere unerfreuliche Effekte trugen dazu bei, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Lottobetrieb zum Schutz der Bevölkerung sogar ganz eingestellt wurde.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg, 1955, fand in Deutschland wieder die erste öffentliche Lotterie statt. Und obwohl die Wahrscheinlichkeit, 6 Richtige mit Zusatzzahl zu tippen, bei 1:139,8 Millionen liegt, wird soviel Lotto gespielt wie nie zuvor. Die höchste Gewinnsumme, die in der Deutschen Lottogeschichte je von einer Person gewonnen wurde, waren 23,9 Millionen Euro.

Die Gewinne einer Lotterie sind übrigens steuerfrei, da der Spieleinsatz bereits besteuert wird. Entstehen nach einem Jahr aus dem Gewinn Einnahmen, werden diese ganz normal als Einkommen besteuert.


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