GOLD IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT
Ägypten
Die Ägypter schätzten Gold als Schmuck und Opfergabe. Das
Gold wurde aufgrund seiner Farbe der Sonne zugerechnet, sowie das Silber
dem Mond. Obwohl Silber damals wertvoller war als Gold, war Gold das
Metall der Pharaonen. Sie zeigten damit Ihre Verbindung zu dem Sonnengott,
von dem sie ihren Stammbaum ableiteten. Die Goldquelle der Ägypter
lag im heutigen Sudan, wo sie von Sklaven Unmengen von Gold abbauen
ließen um ihren großen Bedarf zu decken.
Der englische Archäologe Howard Carter fand 1922 das Grab
von Tutenchamun und machte damit den größten Goldfund
aller Zeiten. Allein der Goldsarg des Pharaos, um dessen Tod
sich bis heute Legenden ranken, ist über 180 Kilogramm
schwer. Zusätzlich enthielt das Grab noch Möbel, Statuen
und einen Streitwagen aus Gold.
Rom
Durch ihre Eroberungskriege gelang es den Römern, über
mehrere Jahrhunderte große Mengen an Gold zu erbeuten
und zahlreiche Goldminen in ihren Besitz zu bringen. Auch für
die Römer war Gold ein begehrtes Metall, das Macht und
Prestige symbolisierte. Durch Goldgeschenke warb Cäsar
erfolgreich in der Bevölkerung um Stimmen für seine
Wahl zum Herrscher des römischen Reiches.
Amerika
Zwei Namen sind mit der Eroberung Amerikas so eng verknüpft,
wie die Entdeckung des Kontinents mit dem Namen Christoph Kolumbus.
Allerdings stehen die Namen der beiden Spanier Hernando Cortez
und Francisco Pizarro nicht für Abenteuermut und Entdeckungsgeist.
Vielmehr sind sie für immer verknüpft mit der grausamen
Ermordung ganzer Völker aus Goldgier und Raffsucht. Ihrem
erbarmungslosen Wüten fielen die Azteken, Mayas und Inkas
zum Opfer und mit ihnen auch ihre Kultur. Denn die ‚Conquistadores’ raubten
nicht nur ihr gesamtes Gold, sondern zerstörten auch ihre
Tempelanlagen und damit die Zeugnisse einer mehrere tausend
Jahre alten Hochkultur. Durch das erbeutete Gold wurde Spanien
zu jener Zeit das reichste Land Europas.
Mexiko
1848 schlossen die Nordamerikaner mit den Mexikanern einen folgenschweren
Vertrag. Nur wenige Tage vor der Vertragsunterzeichnung wurde
in Kalifornien Gold gefunden. Was damals niemand ahnen konnte,
war, dass dieser Fund den größten Goldrausch in
der Geschichte der Menschheit verursachen würde. Seine
Geschichte ist legendär. Zahlreiche junge Männer
aus der ganzen Welt machten sich auf den Weg, um in der Wildnis
ihr Glück zu finden. Die spektakulären Goldfunde
machten allerdings nur die wenigsten Goldgräber reich.
Vermögend wurden vor allem die Händler, welche den
Glücksrittern ihre Ausrüstungen und Lebensmittel
verkauften. Dennoch wurde in den ersten 10 Jahren Gold im
Wert von über 500 Millionen Dollar gefunden. Das entspricht
dem 35fachen Betrag, den die Amerikaner Tage zuvor an die
Mexikaner gezahlt hatten – als Kaufpreis für das
Gebiet von Texas bis Kalifornien.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
WOHER KOMMT DAS GOLD?
Das kostbare Metall entstand durch die Verschiebung der Erdplatten.
Die Hitze, die tief im Erdinneren vorherrscht, lässt das Gestein
schmelzen. In der heißen Gesteinsmasse, die durch die Verschiebungen
an die Erdoberfläche gelangen, wurde das Gold aus dem Erdinneren
an die Oberfläche befördert. Dort lagerte es sich hauptsächlich
an zwei Stellen ab: in Flüssen und Bergen. Dort wird es seit
jeher traditionell durch Waschung oder Bergbau abgebaut.
Da das Edelmetall sehr begehrt, aber selten ist, und seine
Gewinnung überaus mühsam, ist es sehr teuer. Für
die Gewinnung einer Unze Gold, das entspricht ca. 31,103 Gramm,
müssen im Durchschnitt 5 Tonnen Gestein bearbeitet werden.
Heute wird Gold vor allem in Bergwerken in Südafrika abgebaut.
Dort wird das Gold aus einer Tiefe von 5.000 Metern ans Tageslicht
befördert. Die Tradition der Goldwäsche in Flüssen
hat zwar immer noch Bestand, ist aber kaum noch von wirtschaftlicher
Bedeutung.
Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wird Gold auch von
der technischen Industrie geschätzt. Vor allem die Computer-
und Telekommunikationsbranche nutzen die Leiteigenschaften
und die Widerstandskraft des Edelmetalls. Sein Haupteinsatzgebiet
ist jedoch nach wie vor die Schmuckindustrie. Kaum ein Mensch
kann sich dem Zauber des schönsten aller Metalle entziehen.
Schon die Menschen der Antike schätzten das Gold. Dies
geht aus archäologischen Funden hervor, die über 7.000
Jahre alt sind. Da Gold besonders weich ist, war es schon für
die antiken Völker gut zu bearbeiten. Da Gold nicht anfällig
ist durch Rost oder Oxidation, konnten so viele Fundstücke
geborgen werden, die uns heute aufschlussreiches Wissen über
die Völker der Antike vermitteln.
Der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann versetzte
1870 die Welt mit der Entdeckung des Schatzes von Troja in Begeisterung.
Lange Zeit galt Troja als sagenumwobene Stadt, die dem Reich
der Mythen antiker Völker zugeordnet wurde. Der Verfasser
der Ilias, Homer, galt nicht mehr als Geschichtsschreiber der
Griechen, sondern zunehmend als griechischer Dichter. Doch nur
durch die genaue Lektüre der homerischen Verse war es Schliemann
gelungen, Troja zu finden. Die goldene Totenmaske des Agamemnon,
dem legendären Feldherren der Griechen, zwang die Welt
dazu, die Geschichte Griechenlands neu zu definieren.
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