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Werbung

GESCHICHTE DER FERNSEHWERBUNG

Am 3. November 1956 wurde beim Bayerischen Rundfunk zum ersten Mal Werbung ausgestrahlt. Zwischen dem Nachmittagsprogramm für Kinder und dem Abendprogramm bewarb Henkel das Waschmittel „Persil“, Procter & Gamble die Zahnpasta „Blendax“ und Dr.Oetker ein Backpulver.
Die positive Reaktion des Publikums ließ das Fernsehen schnell zum begehrtesten Werbeträger werden.

Die Fernsehwerbung orientierte sich zunächst am amerikanischen Vorbild. In den USA wurden Werbespots als Kurzfilme mit möglichst sentimentalen und positiven Inhalten ausgestrahlt. Die Sympathien für bekannte und beliebte Schauspieler wurden geschickt für die Werbefilme eingesetzt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Werbung rasant weiter, und mit dem Aufkommen des privaten Fernsehens in den 80er Jahren wurden die Fernsehwerbespots immer aufwendiger und technisch ausgefeilter.
Werbung setzte nicht mehr nur auf positive Gefühle, sondern begann, bewusst zu schockieren und zu überraschen.

Über 5000 Marken werden heute im Fernsehen beworben. Mehr als 2,5 Millionen Spots werden im Jahr ausgestrahlt. Werbezeit im Fernsehen kostet inzwischen zu Hauptsendezeiten ein Vermögen. Trotzdem reißt das Interesse und die Wirksamkeit der Fernsehwerbung nicht ab.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


GESCHICHTE DER WERBUNG

Im Altertum und Mittelalter wurden Angebote und Bekanntmachungen am Marktplatz und auf Märkten laut verkündet. Später, nach der Erfindung des Buchdrucks, konnten Zeitungen in Form von einzelnen Blättern bedruckt und verteilt werden. Ende des 17. Jahrhunderts entstanden in Europa so genannte Intelligenz-Komptoirs. Dort konnte man Angebote gegen ein Entgelt in Listen eintragen lassen, die andere gegen Bezahlung einsehen konnten, um so von den Angeboten zu erfahren. Bald wurden diese Listen vervielfältigt und verkauft. Das waren die Vorläufer der Anzeigenblätter.

Dieses Intelligenzwesen wurde von der Regierung geprüft und musste Steuern für die Herausgabe der Blätter zahlen. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. legte 1727 eine Trennung von Intelligenzwesen und Zeitungen fest. Demnach sollten Inserate nicht in Zeitungen abgedruckt werden.

Mit der erhöhten Druckleistung der Druckerpressen und dem Bedürfnis nach größeren Auflagen der Medien hielten ab 1849 die Inserate doch Einzug in die Zeitungen, die dadurch wesentlich preiswerter wurden. Schon zu Beginn dieser Werbeform kristallisierte sich eine gegnerische Front heraus, die gegen diese Vermischung von Anzeigen und redaktionellem Inhalt war. Man bemängelte, dass die Presse nicht mehr Vorkämpfer der Freiheit sei, sondern nur noch eine industrielle Kapital-Anlage und Geld-Spekulation. Vorschläge von Verfechtern der „unabhängigen Presse“ schlugen zwar vor, Anzeigenwesen und Presse zu trennen, blieben damit aber erfolglos.

So entstanden sehr viele „Generalanzeiger“, „Anzeigeblätter“ und „Geschäftsanzeiger“, die durch Inserate finanziert wurden, aber ohne redaktionelle Beiträge blieben. Während sich die etablierten Zeitungen, die über Geschehnisse der ganzen Welt berichteten, an das Bildungsbürgertum wandten, wurden die genannten Anzeiger für die große Masse des Volkes herausgegeben, die weniger Geld für Presseerzeugnisse ausgab. Rudolf Mosse gilt als Pionier in der Vermarktung des Anzeigenmarktes. Mit einem Rabattsystem und einem Zeitungskatalog, der Informationen über den Werbemarkt beinhaltete, handelte er mit Inseraten. Später gründete Mosse das „Berliner Tagblatt“ und vermarktete dieses geschickt über Provinzzeitungen und Gratisverteilung.


WERBUNG UND IHRE WIRKUNG

Werbung ist immer und überall vertreten. Die Spanne reicht von Prospekten über Plakate und Werbefilme bis hin zu ausgefeilten Werbetechniken, wie den Cookies im Internet, die es erlauben, die Vorlieben der User zu erkennen. Werbung ist eine geballte Form der Kommunikation, die ständig an ihrem Erfolg arbeiten muss. Sie hat sich in den Medien zu einer hohen Perfektion entwickelt und ist im Alltag von Wirtschaft und Politik ein offensichtlich unentbehrliches Hilfsmittel geworden, Menschen durch Information, Überredung und psychologische Tricks zu bestimmten Verhaltenweisen zu bewegen. Während sonst die Wirkung von Medien nur ungenau bestimmt werden kann, lässt sich der Erfolg von Werbung durch die Verkaufszahlen belegen.


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