SPEISEALGEN
Asiashops und Naturkostläden bieten eine reiche Auswahl an getrockneten
Algen und Algenprodukten.
Die Rotalge Nori wird seit Jahrhunderten vor den Küsten Japans
kultiviert. Das wichtigste Produkt sind die Nori-Blätter, die
man auch von den Maki-Sushi Rollen kennt. Nach der Ernte wird die
Alge zur Herstellung der hauchdünnen Blätter zunächst
zerkleinert, dann gepresst, getrocknet und zuletzt geröstet.
Die zerkleinerten Nori-Blätter eignen sich aber auch als Gewürz
in Fisch- und Gemüsesuppen oder zu Salat. Rotalgen haben allgemein
einen weit niedrigeren Jodgehalt als Braunalgen und sind deswegen
für Menschen mit Jodempfindlichkeit gut geeignet.
Dulse ist ebenfalls eine Rotalge. Sie ist im Atlantik heimisch
und wächst im kalten Wasser überall in den Gezeitenzonen.
In der Bretagne und in Irland wird Dulse seit Jahrhunderten als Snack,
in Suppen und Salaten gegessen. Dulse kann nach kurzem Einweichen
ungekocht verzehrt werden. Wie es für Rotalgen typisch ist,
ist der Jodgehalt relativ gering. Das zarte Meeresgemüse enthält
aber besonders viel Eisen, Fluor, Vitamin B6 und B12.
Der Meeressalat oder Lattich ist eine Grünalge. In Frankreich wird
er frisch oder eingeweicht zum Marinieren von Fisch oder als Umhüllung
beim Dünsten sowie als Zutat in Salat, Suppen oder Gebäck verwendet.
Die Braunalge Wakame ist nach Nori die wichtigste japanische Speisealge
und wird als Delikatesse bezeichnet. Sie wurde erfolgreich in der Bretagne
eingeführt und wird seitdem auch dort kultiviert. Die generativen
Teile sind als Mekabu im Handel. Sie haben einen stärkeren Geschmack,
erfordern aber auch sehr lange Kochzeiten. Die würzig-aromatische
Wakame gibt es zum sofortigen Einrühren in Flüssigkeit auch
als fein gehobeltes Instantprodukt.
Die Braunalge Hijiki oder Hiziki wird in Japan schon seit Urzeiten als
Nahrungsmittel geschätzt. Ihre feste Beschaffenheit, ihr besonderes
Aroma und eine leichte Süße machen sie zu einer Delikatesse
für Algenliebhaber. Vor dem Genuss muss Hijiki lange eingeweicht
und gekocht werden. Entsprechend zubereitet, in Suppen und Eintöpfen
mit Zwiebeln und Karotten, kommt die bissfeste, dickfleischige und glänzend
schwarze Alge gut zur Geltung. Hijiki ist reich an Eisen und Ballaststoffen
und hat nur einen mittleren Jodgehalt. Ihr Kalziumgehalt ist 10-mal so
hoch wie Milch. Hiziki gilt in Japan als wirkungsvolles Mittel für
Schönheit und Glanz von Haut und Haar. Wie alle Braunalgen enthält
sie viel Alginsäure, die die Entgiftung des Körpers von Schwermetallen
wie Quecksilber oder Cadmium und von radioaktiven Elementen unterstützen.
Die Arame kommt aus dem Pazifik und ist eine Braunalge, die wegen
ihres milden und unaufdringlichen Geschmacks gerne verwendet wird.
Sie verleiht Speisen nicht das typische Meeresaroma, sondern eher
eine süße Note durch den Zucker Mannit. Zudem erinnert
ihr Aussehen nicht an Algen, da sie vorgekocht und in feine Streifen
geschnitten im Handel angeboten wird. Bei ihrer Zubereitung muss
die Algenart, die als Verkaufsware ähnlich wie Hijiki aussieht,
kurz eingeweicht und etwas gekocht werden. Dabei wird sie nicht
grün, sondern bleibt schwarz. Wie auch Hiziki gilt Arame als
Stärkungs- und Gesundungsmittel für Haare, Haut und Nägel.
Allerdings enthält Arame sehr viel Jod und sollte deswegen
nur in kleinen Mengen verwendet werden.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
WUNDERPFLANZE ALGE
Algen sind nicht nur eine wertvolle Nahrungsergänzung, sondern
auch eine nährstoffreiche Zutat für zahlreiche Kosmetik-
und Naturheilprodukte. Die Meerespflanzen gelten unter dem gesundheitlichen
Aspekt als regelrechte Alleskönner. Es gibt kaum ein anderes
Nahrungsmittel, das so viele wertvolle Eiweiße, Fettsäuren,
Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthält. Algen enthalten
diese Stoffe in besonders fein gelöster, hochkonzentrierter Form,
so dass sie der Körper, sowohl innerlich als auch äußerlich
angewandt, gut aufnehmen und nutzen kann.
Alge ist aber nicht gleich Alge. Süßwasseralgen sind
meist mit dem bloßen Auge gar nicht zu erfassen und enthalten
eine hohe Konzentration an Eiweißen, B-Vitaminen und essenziellen
Fettsäuren. Charakterisierend für Meeresalgen ist ihr
extrem hoher Jodanteil. Sie lassen sich als Gemüse oder Salate
zubereiten und sind durchaus schmackhaft und sehr gesund.
Aber auch in der Kosmetikbranche werden Masken und Peelings
mit ihnen angereichert. Die Süßwasseralgen dagegen
können nicht als Speise zubereitet werden und werden deshalb
wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung meist zu Nahrungsergänzungsmitteln
in Pulver- oder Tablettenform verarbeitet.
Die äußerliche Anwendung von Meeresalgen wurde unter dem
Namen Thalassotherapie bekannt. Mit Thalasso wird die Heilkraft des Meeres
(griech. Thalassa = Meer) bezeichnet. Bereits in der Antike wussten Griechen
die Wirkung des Meeres zu nutzen. Circa 400 Jahre vor Christus erfand
der griechische Arzt Hippokrates die Thalasso-Therapie, bei der Meerwasser
und Algen als Jungbrunnen für Körper und Seele eingesetzt werden.
Er hielt in seinen Schriften auch entsprechende Behandlungsmethoden für
Rheuma und Ischiasleiden fest. Zweieinhalb Jahrtausende später wurde
die Idee professionell vermarktet. Die Thalasso-Therapie nutzt die Schatzkammer
des Meeres, indem sie Meerwasser, Meeresschlamm, Algenprodukte, Aerosolinhalationen
und Sprudelbäder verwendet. Algenprodukte haben viele positive Merkmale,
die zum körperlichen Wohlbefinden beitragen können:
- Anregung des Stoffwechselgeschehens
- Förderung einer geregelten Verdauung
- entwässernde Wirkung
- Stärkung des Immunsystems
- zellschützende Eigenschaften durch hohen Chlorophyllgehalt
- Förderung von gesundem Haut-, Haar-, und Nagelwachstum
- hautstraffende und reinigende Eigenschaften bei Cellulitis
- hoher Nährwertanteil
Damit sich die Inhaltsstoffe der Algen optimal entfalten können,
müssen sie fachgerecht geerntet und aufbereitet werden.
Wichtig ist vor allem der Herkunftsort. Denn in verschmutzten
Gewässern können Algen, ähnlich wie Pilze, auch
Schadstoffe in sich konzentrieren. Die lebenden Algen werden
in Abhängigkeit von den Mondphasen von Tauchern mit der
Hand geerntet und sofort zu nahe gelegenen Fabriken transportiert.
Dort werden sie einem patentierten Herstellungsprozess unterzogen,
der sich „cell burst“ Prozess nennt. Bei diesem
Prozess werden die Zellen der frischen Alge unter hohem Druck
gebrochen und somit die wichtigen N ährstoffe freigesetzt.
Algenpräparate sind rezeptfrei zu erhalten, haben keine
Nebenwirkungen und sind eine Quelle für Gesundheit, Wohlergehen
und Schönheit. Durch ihren hohen Gehalt an lebenswichtigen
Nährstoffen und durch ihre Heileigenschaften sind Algen
heute eines der wichtigsten Mittel, um sich vor Umweltgiften
zu schützen und das Immunsystem zu stärken.
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