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Pferde

PFERDE

Die verschiedenen Pferde- und Ponyrassen unterteilt man in drei Kategorien: Kaltblut, Warmblut und Vollblut. Diese Einteilung bezieht sich auf den Körperbau, das Gewicht und das Temperament der Pferde.

Kaltblüter sind sehr kräftige, robuste Pferde. Charakterisierend für sie sind ihr ruhiges Wesen und ihre Verlässlichkeit. Deshalb wurden sie früher auch in der Landwirtschaft und als Zugpferde eingesetzt. Da heute in der Landwirtschaft kaum mehr Pferde eingesetzt werden, sind die meisten Kaltblutrassen sehr selten geworden oder gar ausgestorben. Die meisten Kaltblutpferde, die heute noch genutzt werden, sind vor Schlitten oder Kutschen gespannt und werden nicht geritten. Weltweit gibt es 36 Kaltblutrassen. Das größte Pferd der Welt gehört übrigens auch zu dieser Gruppe. Es ist das englische Shire Horse, das ein Stockmaß von 1,95 m erreichen kann. Einige Kaltblüter stehen durch ihre äußere Erscheinung dagegen eher an der Grenze zum Warmblut.

Mit insgesamt 104 Rassen stellt das Warmblut die größte dieser Typgruppen dar. Sie sind schlanker gebaut als Kaltblüter, haben einen langen Rücken und lange Beine. Warmblüter sind sehr vielseitig einsetzbar: Dressur, Springen, Fahren, Freizeit. Insbesondere bei Reiterferien mit Schwerpunkt Unterricht sind Warmblüter ideale Lehrpferde. Je nach Haltung sind sie auch sichere und verlässliche Geländepferde. Manche Warmblüter könnte man für Vollblüter halten, wie etwa den graziösen Achal-Tekkiner, der sehr viel Edelblutanteil besitzt. Als Halbblüter werden Pferde bezeichnet, bei denen ein Elternteil ein reines Vollblut ist.

Beim Vollblut kennt man nur zwei Rassen. Die arabischen und die englischen Vollblüter. Beide Rassen sind feingliedrige, temperamentvolle, schnelle und ausdauernde Pferde, die zur Veredelung in der Warmblutzucht eingesetzt werden. Die arabischen Vollblüter stellen eine sehr alte Rasse dar, die ursprünglich aus den heißen Zonen des vorderen Orients stammt. Das englische Vollblut ist eine Kunstrasse, denn in keiner anderen Rasse wurde ein Merkmal, die Schnelligkeit, so konsequent, also „künstlich“, herausgezüchtet. Unter Vollblütern versteht man die in internationalen Stutbüchern verzeichneten Pferde, deren Ahnen lückenlos auf das in 1793 erstmals herausgegebene General Stud Book zurückgehen. Vollblüter können trotz gegenteiliger Meinung bei entsprechender Haltung genauso eingesetzt werden wie Warmblüter - insbesondere für gute und sensibel-konsequent reagierende Reiter.

Ponys nennt man alle Kleinpferde mit einer Höhe von bis zu 148 cm. Viele der 67 Ponyrassen zeigen noch Merkmale ihrer wildlebenden Vorfahren und sind besonders robust. Mini-Shettys und Miniatur Horses sind zwischen 65 und 85 cm klein und wahre Pferdezwerge. Ponys und Kleinpferde kann man auch wieder in die verschiedenen Kategorien einteilen. Manche sehen aus wie Kaltblüter, andere wie Vollblüter, dann gibt es welche, die scheinen kleine Warmblüter zu sein und schließlich findet man noch die so genannten „echten Ponys“: dichte Wuschelmähne, großer Kopf, runder Bauch und vergleichsweise kurze, kräftige Beine.

Pferdepflege
Wer sich ein Pferd anschafft, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Pferde viel Zuwendung brauchen und dies viel Zeit und Mühe kostet. Mit ein paar Ausritten und ein bisschen Füttern ist es noch lange nicht getan, denn damit Pferde gesund bleiben, müssen sie gepflegt werden. Das tägliche Putzen dient zum einen der Reinigung des Fells und der Haut von Dreck, Fett und Schweiß, zum anderen ist es gleichzeitig eine Massage, die die Durchblutung der Haut wie auch die Hautatmung fördert. In Mähne, Schweif und Fell ungepflegter Pferde nistet sich schnell Ungeziefer ein und auch Pilzinfektionen sind wahrscheinlicher. Zudem ist das Putzen auch eine gute Gelegenheit, sich mit einem Pferd vertraut zu machen. Da das Putzen Staub aufwirbelt, sollte es nicht in der Box stattfinden, wo sich der Staub auf die Einstreu, im Futtertrog oder der Selbsttr änke ablagern würde.

Pferdesprache
Ein Pferd ist durchaus in der Lage, uns seine Gefühle und Gedanken mitzuteilen. Das wissen vor allen Dingen die Leute, die seit langen Jahren ein Pferd ihr Eigen nennen. Im Allgemeinen wissen diese die Signale ihres Lieblings sehr gut zu deuten, aber das hat auch viele Jahre gedauert und diese Signale sind häufig geprägt durch angewöhnte Eigenarten. Wenn man aber auf fremde Pferde trifft, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Das Wiehern, das sich bei jedem Tier anders anhört, ist eine Art Suchruf und hilft den einzelnen Herdenmitgliedern, über größere Entfernungen in Kontakt zu bleiben. Durch lautes Schnauben warnt ein Pferd seine Artgenossen vor einer vermeintlichen Gefahr und bereitet sich mit dem tiefen Einatmen auf die Flucht vor. Kräftiges Ausschnauben bei entspannter Körperhaltung kann allerdings auch ein Zeichen von Zufriedenheit sein. Leises Grummeln ist als freudiges „Hallo“ zu deuten, mit dem häufig auch der morgendliche Futterdienst oder der Lieblings-Zweibeiner begrüßt wird. Bei kleinen Prügeleien auf der Weide ertönt oft ein ärgerliches Quietschen. Stuten signalisieren einem aufdringlichen Hengst mit gellendem Quieken, dass er verschwinden soll.

Beim Flehmen, das auf Laien oft wie Lachen wirkt, stülpt das Pferd bei vorgestrecktem Hals und Kopf die Oberlippe hoch. Dadurch wird das so genannte Jascobsonsche Organ (feines zusätzliches Geruchsorgan) aktiviert.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


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