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Porzellan

PORZELLAN – DAS WEIßE GOLD

Es war Marco Polo, der zum erstenmal den Ausdruck „Porzellan“ verwendete, abgeleitet von dem Namen der Meeresschnecke Porcella, deren Oberfläche perlmutartig glänzt. Während seiner Chinareise im 13. Jh. stieß er auf das bemerkenswerte, sowohl harte als auch hauchzarte Material, aus dem die Chinesen Geschirr und Tischschmuck herstellten.

Als Exportgut gelangte chinesisches Porzellan seit dem Mittelalter in viele Länder der Erde. In Europa benutzte man zu jener Zeit noch größtenteils Gefäße aus Holz, Kupfer, Zinn oder Steingut. So wundert es nicht, dass Porzellan, das aus dem fernen Osten stammte und einfach als „China“ bezeichnet wurde, als besonders wertvoll erschien. Viele versuchten, die einzigartigen Charaktereigenschaften zu kopieren, doch erst einem Zufall war es zu verdanken, daß man auch in Europa um die Herstellung von Porzellan wußte.

Viele Tüftler und Alchimisten mit heute teils rudimentär erscheinenden Chemiekenntnissen versuchten, nicht nur Porzellan, sondern alle möglichen Arten von edlen Stoffen herzustellen. Erst im Jahr 1708 wurde von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttcher beim Versuch, für August den Starken Gold herzustellen, das Porzellan zum zweiten Mal entdeckt. Mit der Gründung der ersten europäischen Porzellan-Manufaktur in Meißen um 1710 trat die Herstellung des weißen Goldes seinen Siegeszug durch ganz Europa bis in alle Welt an.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


PORZELLAN – EINE CHINESISCHE ERFINDUNG

Bevor Porzellan in Europa seinen Siegeszug durch die Königshäuser und bürgerlichen Haushalte antrat, war es in Asien bereits seit Jahrhunderten bekannt. Die Erfindung des Porzellans wird den Chinesen zugeschrieben. Nachrichten über früheste Herstellung stammen aus der Zeit der Sui- und der Tang-Dynastie im 6. - 10.Jh. Bereits in der Song-Dynastie (960-1279) entstand das berühmte weiße Porzellan mit kobaltblauer Unterglasurmalerei. Der Höhepunkt der kunstvollen Porzellan-Herstellung wird in die Ming-Zeit (1368-1644) datiert. Hier wurden neben der bereits bekannten kobaltblauen Bemalung auch erstmals mehrfarbige Dekors aufgetragen.

Herstellungsmaterialien und -methoden wurden von China lange Zeit geheimgehalten. Das Porzellan mußte sozusagen ein zweites Mal erfunden werden. Erst im 18. Jahrhundert gelang es auch in Europa, Porzellan herzustellen.


PORZELLAN-HERSTELLUNG

Porzellan ist ein keramisches Erzeugnis, welches aus einer besonderen Tonsorte, dem Kaolin, sowie Quarz und Feldspat hergestellt wird. Das Mischungsverhältnis der Ausgangsmaterialien variiert. Grundsätzlich geht man jedoch im Allgemeinen von einem Verhältnis 50/25/25 aus.

Die Masse der Ausgangserzeugnisse wird durch Drehen oder Gießen geformt und danach bei ca. 1000°C gebrannt, glasiert und nochmals gebrannt. Der zweite Brennvorgang wird bei der Hitze von ca. 1380 bis 1450°C durchgeführt. Durch die hohen Brenntemperaturen zeichnet sich Porzellan gegenüber anderen Keramiken aus. Porzellan ist härter als andere Gebrauchskeramik; gleichzeitig sind die relativ dünnen Stücke stabil und am Rand durchscheinend, was durch die Reinheit der Ausgangsmaterialien erzielt wird. Bei Gebrauchsporzellan werden bereits vor dem Glasieren die Unterglasurfarben aufgetragen. Besonders farbenfreudige Dekors werden mit sogenannten Aufglasurfarben erreicht, die in einem dritten Brand bei ca. 800-900°C eingebrannt werden.

Porzellan findet im Alltag Verwendung als Haushaltsgeschirr, aber auch als exklusiver Ziergegenstand; in der Technik wird es besonders zu Isolatoren, Kondensatoren, Widerständen und Laborgeräten verarbeitet. Die Zusammensetzung der Rohmaterialien und die Brenntemperatur bestimmen die Eigenschaften des Porzellans, besonders dessen Transparenz und elektrische und thermische Festigkeit. Als Hartporzellan wird im Allgemeinen das europäische Porzellan bezeichnet, im Gegensatz zum ostasiatischen Weichporzellan, dessen Eigenschaften durch eine relativ hohe Empfindlichkeit und eine niedrigere Brenntemperatur bestimmt werden.


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