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Waagen

HELFEN WAAGEN BEIM ABNEHMEN?

Jeder zweite Bundesbürger ist mittlerweile übergewichtig. Zu wenig Bewegung und falsche Ernährung treiben die Kilos und damit auch den Körperfettanteil ungesund in die Höhe. Spezielle Körperfettwaagen messen nicht nur das Gewicht, sondern auch, wie viel unnötiger Speck auf den Hüften liegt. Doch wie zuverlässig sind sie?

Weniger Kilos bedeutet nicht zwangsläufig weniger Fett. Körperfett an sich ist lebenswichtig. Es schützt Organe, polstert Gelenke und speichert Energie sowie Vitamine. Zuviel davon gefährdet jedoch die Gesundheit. Ein Übergewichtiger, der durch eine strikte Diät Gewicht verliert, reduziert nicht automatisch seine Fettpölsterchen. Beim schnellen Abnehmen verliert der Körper erst einmal Wasser und Muskelmasse. Nur eine generelle Ernährungsumstellung sowie ausreichend körperliche Betätigung garantieren Erfolg und reduzieren die Fettzellen dauerhaft.

Herkömmliche Waagen sind nicht in der Lage, den Fettanteil im Körper anzuzeigen. Die Körperfett-Waagen hingegen nutzen das Prinzip der elektrischen Leitfähigkeit im Körper. Ein nicht spürbarer Strom durchfließt dabei das Gewebe. Ist dieses mager und flüssigkeitsreich, leitet es den Strom gut, fettes Gewebe dagegen eher schlecht. Der Anteil des Körperfetts ermittelt sich abhängig von Geschlecht, Körpergröße und Alter.

Eine absolute Genauigkeit der Körperfettanalyse mittels dieser Waagen darf man jedoch nicht erwarten. Nur spezielle medizinische Geräte können exakte Messungen vornehmen, da sie in der Lage sind, die Körperzusammensetzung zu bestimmen. Oftmals liegen den Geräten auch Tabellen bei, die irreführende Grenzwerte angeben. Wissenschaftlich festgelegte Bewertungskriterien gibt es keine.

Körperfettwaagen sind lediglich in der Lage, Tendenzen in Sachen Körperfettabbau aufzuzeigen. Wer dennoch auf eine Körperfettwaage als unterstützenden Faktor nicht verzichten möchte, sollte immer nur ein und dieselbe benutzen. Tests mit verschiedenen Modellen ergaben bei einer Person völlig unterschiedliche Messergebnisse. Und noch ein Hinweis: Da bei der Messung, wenn auch nur in leichter Form, Strom durch den Körper fließt, sind diese Waagen für Menschen mit Herzschrittmachern nicht geeignet.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


DAS EICHAMT, EINE UNBEKANNTE BEHÖRDE

Es gibt Behörden, die den Bürger sein Leben lang begleiten. Das Standesamt gehört dazu. Das Finanzamt wird man auch nicht so leicht los. Und für manche Autofahrer ist es das Amt in Flensburg. Dass eine weitere Behörde den Bürger still und heimlich tagsüber begleitet, das dürfte den meisten gar nicht bewusst werden. Denn wer kennt schon das Eichamt?

Wer morgens auf die Waage steigt und schlagartig von der Gewichtsanzeige wach wird, hat schon indirekt mit dem Eichamt zu tun. Das Geburtsgewicht wird mit geeichten Waagen festgestellt. Die erste feste Babynahrung ist der Brei aus einer Fertigpackung, die vom Eichamt kontrolliert wird. Wurst und Käse an der Theke werden mit geeichten Waagen gewogen. Auch der Fahrpreisanzeiger im Taxi ist geeicht. Schließlich hat auch ein Leichenwagen einen geeichten Wegstreckenzähler.

Eichbehörden gibt es bundesweit in allen größeren Städten. Bei ihnen können Verbraucher nahezu Alles nachwiegen lassen und Personenwaagen oder Blutdruckmessgeräte überprüfen lassen. Eichbeamte kontrollieren auch, ob im Supermarkt für verschiedene Packungsgrößen Vergleichspreise angegeben werden, zum Beispiel der Preis pro Kilo. Das Eichen und Kontrollieren von Messgeräten ist aber bis heute die Hauptarbeit der Behörde. Denn nur bei exakten Waagen kann der Verbraucher der Anzeige vertrauen.


DIE BADEMATTE IST SCHULD AM GEWICHT

Wer beim Blick auf die Personenwaage mit Schrecken vermeintlich zugelegte Pfunde registriert, sollte seine Waage einfach von der flauschigen Badematte auf harten Fliesenboden stellen. Britische Forscher haben herausgefunden, dass Waagen bis zu zehn Prozent weniger und dann das korrekte Gewicht angeben.

Der Grund dieses für Menschen mit Gewichtsproblemen bedeutsamen Unterschieds kommt durch die Verbiegung des Waagenbodens auf harten Untergründen zustande. Bei Belastung von mechanischen Waagen verschieben sich dadurch die Abstände zwischen den Auflage- und den Drehpunkten, über die das Gewicht auf der Skala angezeigt wird. Auf weichen Böden sitzt der gesamte Waagenboden hingegen auf und biegt sich kaum durch. Gängige mechanische Waagen sind für das Wiegen auf harten Untergründen geeicht. Wer also sein exaktes Gewicht wissen möchte, sollte sie nicht auf weiche Badematten stellen.


WAS MESSEN WAAGEN EIGENTLICH?

Wenn man auf die Waage steigt, meint man, anhand der Skala sein Gewicht in Kilogramm zu kennen. Doch vom Standpunkt eines Physikers aus ist das falsch. Denn Kilogramm ist nicht die Einheit für Gewicht, sondern die Einheit für Masse. Zwischen Gewicht (genauer gesagt: der Gewichtskraft) und Masse besteht ein entscheidender Unterschied. Die Masse eines Körpers ist überall gleich, das Gewicht nicht.

Das Gewicht beschreibt, wie stark ein Körper durch die Erdanziehung (Gravitation) nach unten gezogen wird. Würden wir zum Mond fliegen und uns dort auf eine Waage stellen, brächten wir nur noch ein Sechstel unseres Gewichts auf die Waage. Ein 90 kg schwerer Astronaut würde lediglich "15 kg" auf der Waagenanzeige lesen, da auf dem Mond die Gravitationskraft deutlich geringer ist. Eine Waage misst eigentlich nur die auf einen Körper wirkende Kraft. Vom Standpunkt der Physik müsste man überflüssige Pfunde also nicht in Kilo, sondern in ‚Newton’ angeben.


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