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Wasser

ELEMENT WASSER

71% der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Wasser befindet sich durch den Einfluß der Sonnenenergie in ständigem Kreislauf. 97,4% der weltweiten Wassermenge ist Salzwasser. Von der verbleibenden Wassermenge als Süßwasser sind ca. 2% im Gletschereis und in den Polarkappen gebunden. Nur der verschwindende Rest von nicht einmal einem Prozent steht als Lebensmittel zur Verfügung.

Die größten flüssigen Wassermengen befinden sich in den Ozeanen der Erde. Der größte Ozean ist der Pazifik mit 165.242.000 km² Wasseroberfläche, gefolgt vom Atlantischen Ozean mit 82.362.000km². Die größte Tiefe erreicht der Mariannen-Graben im Nordwestpazifischem Becken mit 11.022m Tiefe. Der längste Fluß der Erde ist der Nil auf dem afrikanischen Kontinent mit eine Länge von 6.671m, gefolgt vom Amazonas mit 6.518m in Südamerika. Das Kaspische Meer mit einer Wasseroberfläche von 371.793km² und einer Tiefe von 1.025m ist der größte See der Erde.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


WASSER ALS HEILMITTEL

Dem Element Wasser kommt in nahezu allen menschlichen Kulturen eine besonders herausragende Bedeutung zu. Nicht nur der tägliche, in vielen Lebensbereichen notwendige Umgang mit Wasser, auch die philosophische Betrachtung dieses Elements ist ein Bestandteil des menschlichen Lebens. Heraklit bezeichnete den ständigen Wandel aller Dinge mit dem Ausdruck „alles fließt“, Aristoteles betrachtete das Wasser als eines der vier Grundelemente und für Thales war Wasser das einzige Element, aus dem alle anderen Körper entstehen können. Rituelle und symbolische Waschungen sind in nahezu allen menschlichen Kulturen weit verbreitet. Nicht zuletzt die Taufe in der christlichen Kirche ist untrennbar mit dem Wasser verbunden. Wasser ist nicht nur die Voraussetzung für menschliches Leben, es ist auch für dessen Gesundheit und Bestand unverzichtbar.

Wasser spielt wegen mehrerer Eigenschaften eine große Bedeutung in der heilenden Medizin. Wasser dient als Transportmittel von Mineralien und Nährstoffen im menschlichen Körper und verteilt alle lebenswichtigen Substanzen. Bei bestimmten Mangelerscheinungen wird Wasser in seiner Eigenschaft als Lösungsmittel für Kalzium, Magnesium, Eisen, Sulfat oder Hydrogencarbonat in der Medizin eingesetzt z.B. bei Trinkkuren, äußeren Anwendungen gegen Hautkrankheiten oder zur Inhalation bei Beschwerden der Atemwege.

Die physikalisch nutzbare Eigenschaft des Wassers, das durch seine höhere Dichte dem menschlichen Körper Auftrieb verleiht, trägt beim Schwimmen und bei Gymnastik im Wasser dazu bei, dass Muskeln und Gelenke entlastet werden. Außerdem entsteht durch den erhöhten Druck im Wasser auf das menschliche Gewebe eine Massagewirkung, welche die Durchblutung fördert.

Nicht zuletzt die thermische Eigenschaft des Wassers, Energie in Form von Wärme aber auch Kälte zu speichern, hat bereits seit vielen Jahrhunderten Anwendung in der heilenden Medizin gefunden. Wechselbäder, Güsse, Wickel und Bäder versorgen den Körper mit wohltuender Wärme, anregender Kälte oder bringen den Kreislauf in Schwung. Wasser zählt mit seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zum meistgenutzten Heilmittel überall auf der Welt.


WASSER ALS ENERGIE- UND LEISTUNGSTRÄGER

Neben Sonne, Wind, Biomasse und Geothermik stellt Wasser eine der so genannten erneuerbaren Energien dar. Ihre optimale Ausnutzung könnte - so erklären Wissenschaftler - den Weltbedarf an Strom um ein 6-faches decken. Es sind Energien, die nicht vergiften, nicht belasten und nicht zerstören und deshalb in der umweltbewussten Gesellschaft als zukunftsorientiert gehandelt werden. Viele Länder und Kommunen versuchen daher, den Anteil an erneuerbaren Energieträgern zu erhöhen. Untersuchungen zufolge konnte Wasserkraft im Jahr 1997 bereits mit 18% zur Deckung des weltweiten Strombedarfs beitragen.

Gilt das Potential der Wasserkraft in Mitteleuropa und Nordamerika als weitgehend ausgeschöpft, schlummern noch große Potentiale in anderen Erdteilen wie Asien, Afrika und Südamerika. Noch wenig genutzt ist generell die Meereskraft in Form der Gezeiten und der Wellenkraft.
Die Nutzung des Wassers beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Energiegewinnung, es wird außerdem in hohem Maße als Transportmittel und als Lösungs-, Kühl- und Reinigungsmittel in der industriellen Produktion eingesetzt. Dadurch wird es zum Teil schwer belastet, so z.B. mit Schadstoffen wie Schwermetalle, Pestizide, Nitrate und Herbizide: Auch eine Erwärmung des Wassers bei der Nutzung als Kühlwasser stellt eine Belastung dar.

Organismen bestehen zum großen Teil aus Wasser und ständig muss ihnen neues Wasser zugeführt werden, um ihre Lebensfähigkeit zu erhalten. Ein Wasserverlust im menschlichen Körper von nur 10% führt bereits zu erheblichen Störungen. 80% der Infektionskrankheiten weltweit sind auf unreines, mit Schadstoffen und Mikroben verseuchtes Wasser zurückzuführen. Ziel einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ist es daher, Wasser optimal zu nutzen, dabei aber auch Wasserressourcen zu schonen, dem Wasserhaushalt möglichst wenig Wasser zu entziehen und eine hohe Wasserqualität zu erhalten.


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