KÜNSTLICHE SEIFENSUBSTANZEN – SYNTHETISCHE TENSIDE
Unter synthetischen Tensiden versteht man Waschsubstanzen, die
aus Erdöl oder Steinkohle hergestellt werden.
APE - Alkylphenolethoxilat:
Schlecht biologisch abbaubar. In einigen Ländern verboten.
LAS - Linear-Alkylbenzol-Sulfonat:
Auf Erdöl basierendes, am weitesten verbreitetes Tensid.
Geringe Schaumbildung, allerdings hohe Konzentration im Klärschlamm.
FAS – Fettalkoholsulfate:
Gut biologisch abbaubar. Basieren auf Fettalkoholen mit Schwefelsäure.
Allerdings nicht gut hautverträglich.
FAE (Fettalkohol-Ethoxilate)
Basieren auf tierischen und pflanzlichen Fetten und Ethylenoxid.
Gute Hautverträglichkeit.
APG (Alkylpolyglucoside)
Bestehen aus natürlichen Rohstoffen, sind vollständig
biologisch abbaubar, nicht toxisch und hautfreundlich.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE GESCHICHTE DER SEIFE
Der Einsatz von Seife ist seit 2.500 v. Chr. archäologisch nachgewiesen.
Die Sumerer benutzten zur Reinigung ihrer Körper eine Alkalilauge.
Das damalige Verfahren basierte auf dem Einsatz von Pottasche und
gebranntem Kalk, aus dem eine Kaliumlauge hergestellt wurde. In Kleinasien
wurde zur selben Zeit von den Hethitern Seife aus dem Seifenkraut
gewonnen.
Die Römer verwendeten Seife zunächst nicht zur
Körperpflege, jedoch zur Reinigung ihrer wollenen Umhänge.
Diese wurden mit gegorenem Urin gereinigt. Erst die Eroberungs-Feldzüge
nach Deutschland und Frankreich brachten sie mit Seife in
Kontakt. Allerdings verwendeten auch die Gallier und die Germanen
die Seife nicht zum Waschen, sondern benutzten sie als Haarfestiger.
Erst 167 n. Chr. wurde die Seife von den Römern erstmals
zur Körperpflege eingesetzt.
Ungefähr 500 Jahre später, 700 n. Chr., gelang
es den Arabern, Seife auch in fester Form herzustellen. Kombiniert
mit ätherischen Ölen, entwickelte sie sich bald
zu einer begehrten Handelsware nach und innerhalb Europas.
Es dauerte nicht lange und die ersten Seifenfabriken entstanden
in den Mittelmeerländern. Besonders berühmt für
ihre Seifenindustrie wurden die Städte Savona (italienisch:
Seife), Venedig, Genua, Alicante, Sevilla und Marseille. Im
Mittelalter entstanden die Seifenzünfte in Augsburg,
Prag und Wien. Sie hatten ihre Handwerksbetriebe hauptsächlich
am Stadtrand, da die Herstellung von Seife unangenehm roch.
Im 17. Jahrhundert entstanden in den Bürgerhäusern
die ersten Waschküchen. Seitdem rückt der Schwerpunkt
der Seifenindustrie wieder zunehmend in die Textilpflege.
Mit den zunehmenden Erfolgen der Naturwissenschaften und der
damit einhergehenden Industrialisierung werden die Methoden
der Seifenherstellung immer mehr verfeinert.
Im 19. Jahrhundert verschwinden die Schmier- und Kernseifen
zunehmend aus den Waschhäusern. Stattdessen halten von
Chemikern kreierte Waschmittel Einzug. Sie entwickeln neue
Fettsäuren, erfinden synthetisches Soda und entdecken
die bleichende Wirkung von Chlor. Damit beginnt ein neues
Zeitalter in der Geschichte der Seife. Die Ära der Waschmittel
bricht an. Der Industrielle Fritz Henkel stellte zu Beginn
des 20. Jahrhunderts das erste Vollwaschmittel her, Persil.
SEIFEN-GLOSSAR
Gegorener Urin
Die übel riechende Flüssigkeit ist seit der Antike als Grundstoff
für Seifen bekannt. Der Amoniakgehalt dieser Flüssigkeit verleiht
ihr die Waschkraft.
Pottasche
Diente zur Herstellung der Aschlauge oder Kalilauge. In Regenwasser
gelöste Pottasche bildet eine Kalilauge. Durch die Hinzugabe
von Löschkalk konnte die Waschkraft noch gesteigert werden.
Kalilauge und Fett, hauptsächlich Rindertalg, wurden
zu Seifen verkocht.
Rindergalle
Seifen, die Rindergalle enthalten, können Blutflecken aus
Textilien herauswaschen. Die Ursache liegt in den in der Rindergalle
enthaltenen Enzymen.
Seifenkraut
Pflanze, die in der Nähe von Gewässern wächst.
Ihre Blätter und Wurzeln haben die besondere Eigenschaft,
dass sie waschaktive Substanzen (Saponine) enthalten.
Seifenlösung
Die Oberflächenspannung einer Seifenlösung ist niedriger
als die von klarem Wasser. Dadurch erreicht Seifenlauge auch
den Schmutz von Textilien. Normales Wasser verhält sich
anders und kann vor allem keine Öle oder Flecken aus wasserabweisenden
Stoffen entfernen.
Tensid
Chemische Bezeichnung für Seife. Seife ist ein Alkalisalz
von höheren Fettsäuren, bzw. besteht aus Öl und
Lauge.
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