THEATERGESCHICHTE
Das Antike Drama
Die älteste Form des Theaters ist das antike Drama in Griechenland.
Es bestand zunächst nur aus einem Schauspieler und einem Chor.
Die Schauspieler trugen Masken. Diese Form des Theaters, die Kulthandlungen
ablöste, wurde ca. 600 vor Christus eingeführt. Weitere wichtige
griechische Tragödiendichter sind Aischylos (525-456 v. Chr.),
Sophokles (496-406 v. Chr.) und Euripides (480-406 v. Chr.). Letzterer
thematisiert in seinen Stücken erstmals gesellschaftliche Themen.
Der griechische Philosoph Aristoteles (389-323 v. Chr.) erstellt eine
Theorie für die Tragödie. Diese beinhaltet die Einheit des
Ortes, der Zeit und der Handlung. Darüber hinaus gilt, dass in
Tragödien nur hoch gestellte Personen vorkommen dürfen. Die
Protagonisten einer Komödie sind Personen niedriger Stände.
Das Mittelalterliche Drama
Im Mittelalter wurden die gesellschaftlichen und politischen Inhalte
der griechischen Tragödie zugunsten der Darstellung von Bibelgeschichten
aufgegeben. Es entstanden ab dem 10. Jahrhundert Osterspiele und ab
dem 13. Jahrhundert Passionsspiele. Der Grund war, dass den einfachen
Menschen die Inhalte der lateinischen Bibel und die Geschichte der Heiligen
mittels Theater näher gebracht werden sollte.
Das Jesuitentheater
Im Zuge ihrer Erziehungsarbeit schrieben viele Jesuitenpater Theaterstücke,
um damit pädagogisch tätig zu sein. Seine Blütezeit hatte
das Jesuitentheater 1590-1773. Im Mittelpunkt des Jesuitentheaters stehen
vor allem seelsorgerische und missionarische Themen.
Das Shakespeare Drama
Mit dem bedeutenden Dramatiker William Shakespeare (1564 – 1616)
begann eine neue Epoche des Theaters. Seine Stücke thematisieren
vor allem die Gefühle. Inhalte seiner Stücke sind Liebesgeschichten
(Verwechslungskomödien) genauso wie historische und politische
Dramen und Komödien.
Commedia dell\' Arte
Die Commedia dell\' Arte ist Anfang des 16. Jahrhunderts in Venedig
und in der Lombardei entstanden. Sie ist geprägt von Schlagfertigkeit,
Witz, Tragikkomik und übt Kritik an den Gesellschaftszuständen.
Als Stilmittel werden Akrobatik, Pantomime, Musik und Rhetorik eingesetzt,
auch die venezianischen Masken kommen zum Einsatz. Der Kern einer Truppe
bestand in der Regel aus einer Familie mit 10 bis 12 Mitgliedern. Üblicherweise
spielte ein Schauspieler sein ganzes Leben lang immer nur dieselbe Figur
und entwickelte dadurch eine große Kunstfertigkeit in seiner Rolle.
Die berühmtesten Truppen waren Comici Gelosi / Comici Accesi. Die
berühmtesten Charaktere sind die beiden Dienerfiguren Zanni, die
Dienerin Zagna, die Verliebten – die Amorosi, der Maulheld Capitano,
und die Väter der Amorosi.
Das Klassische Französische Drama
Im 17. Jahrhundert etablierte sich nach dem antiken Vorbild das
Klassische Theater. Stoffe und Themen der griechischen Antike wurden
in neuer Fassung wieder auf die Bühne gebracht. Seine wichtigsten
Vertreter sind Pierre Corneille, Jean Racine und Moliere, der hauptsächlich
Komödien schrieb und inszenierte.
Das Klassische Deutsche Drama
Die Beschäftigung mit der Antike übertrug sich auch auf das
klassische deutsche Theater, das im 18. Jahrhundert seine Blütezeit
hatte. Kennzeichen des klassischen deutschen Dramas ist seine strenge
Form im Aufbau, sein Versmaß sowie sein Erziehungsanspruch. Thematisiert
wurde vor allem das Scheitern idealisierter Helden an der Härte
der Welt. Die wichtigsten Vertreter sind Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832) und Friedrich Schiller (1759-1805).
Das Offene Drama
Gegen die geschlossene Form des klassischen Dramas führte Georg
Büchner (1813-1837) die so genannte offene Form ein. Es zeichnet
sich dadurch ais, dass es keine Akte hat, sondern aus einer Abfolge
von Szenen besteht. Auch die Einheit von Ort, Zeit und Handlung wird
aufgelöst. Anfang und Ende der Handlung sind oft unbestimmt. Ein
weiterer Vertreter dieser Form ist Bert Brecht (1898-1956) sowie viele
zeitgenössische Autoren.
Das Epische Theater
Diese Art des Dramas ist eine Sonderform des offenen Dramas, die
von Brecht entwickelt wurde. Es thematisiert die gesellschaftlichen
Verhältnisse und arbeitet mit Verfremdungseffekten. Der Anspruch
der Stücke besteht darin, den Zuschauer zum Nachdenken und zum
Handeln zu motivieren. Im Vordergrund steht dabei der Wandel der gesellschaftlichen
Verhältnisse zum Marxismus.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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