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Anzüge

DIE ENTWICKLUNG DER KRAWATTE

Krawatten hatten nicht immer nur eine rein dekorative Funktion. Ihre Vorläufer, die Schals, schützten den Hals vor Kälte und milderten bei kriegerischen Auseinandersetzungen den Druck der Rüstung. Bis dahin hatte man die Römer für die Erfinder der Krawatte gehalten. Sie hatten schalähnliche Tücher, so genannte „Focales“, getragen.

Während des Dreißigjährigen Krieges trugen kroatische Söldner ähnliche Halstücher und nahmen damit nachhaltig Einfluss auf die europäische Mode. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden in Frankreich am Hof des Sonnenkönigs so genannte „Cravates“ getragen, kostbare Halstücher aus Spitze. Ob allerdings die Kroaten Pate bei der Namensgebung der französischen „Cravates“ und der deutschen „Krawatten“ gestanden haben, lässt sich bis heute nicht eindeutig klären. Da die Spitzen importiert werden mussten, konnte ein einziges Halstuch ein Vermögen kosten.

Ungeahnte Formen nahmen die Krawatten gegen 1790 an. Die damaligen modebewussten jungen Männer legten große gestärkte Musselintücher in mehrfachen Windungen um den Hals, bis das Kinn hoch gedrückt wurde und die Träger durch diese Halsbandage ein überhebliches Aussehen bekamen. Wer nicht genügend Routine besaß, musste den Versuch mit einem neuen Tuch wiederholen, da das erste natürlich zerdrückt und dadurch unbrauchbar geworden war.

Kein Wunder, dass in Paris sogar Privatstunden im Krawattenbinden angeboten wurden, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Um 1860 verschwand dann allmählich der Stehkragen, und mit dem anschließend aufkommenden Umlegekragen kam der vorn geknotete Langbinder in Mode.

Etwa zur selben Zeit entstand noch eine weitere neuartige Krawatte, die an die vorangegangene Serviettenmode erinnert. Eine relativ breite Halsbinde wurde ein- bis zweimal um den Hals geschlungen, die Enden wurden vor der Brust geknotet und mit einer Nadel festgehalten. War es um die Jahrhundertwende noch üblich, eine Vielzahl unterschiedlicher Krawattentypen zu tragen, wird heute hauptsächlich der Langbinder oder die Fliege angelegt. Besonders der Langbinder hat sich zu einem höchst vielseitigen Accessoire entwickelt, denn im Gegensatz zu früher kann man jetzt zwischen verschiedenen Stoffen, Farben, Formen und natürlich auch Knoten wählen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


DER NEUE MANN IST „METROSEXUELL“

Neuerdings liest man immer häufiger von „Metrosexualität“ bei Männern.
Was soll dieser neue Trend eigentlich aussagen?

David Beckham wird als Paradebeispiel für einen solchen metrosexuellen Mann gesehen. Bezeichnend für ihn sind sein extrem ausgeprägtes Modebewusstsein und sein ungewöhnlicher Hang zu Körperpflege und Kosmetik. Er geht regelmäßig zur Maniküre, lässt sich seine Fingernägel auch mal lackieren, hat ständig eine neue Frisur und trägt die Unterwäsche seiner Frau. Durch diese eher femininen Züge erweckt er in der Öffentlichkeit oft den Anschein, homosexuell zu sein. Den Gegenbeweis liefert er allerdings mit seiner Ehe und den daraus hervorgehenden beiden Kindern.

Metrosexuelle Männer kleiden sich teilweise recht feminin, wechseln ständig ihre Frisur und rasieren sich meist am ganzen Körper. Sexualforscher betrachten dieses Phänomen als Ausdruck von Orientierungslosigkeit seitens der Männer. Die Rollenverteilung von Mann und Frau wird immer unklarer, denn durch die Emanzipation der Frau verschwimmen die Grenzen. Männer müssen sich neue Ventile suchen und nehmen dabei die typischen Verhaltensweisen Homosexueller an.

Stars in den USA können sich dahingehend noch nicht outen: So zieht Rapper Eminem in seinen Texten lautstark über „Tunten“ her und pflegt auch sonst das Image eines „Bad Boy“. Trotzdem liebt auch er Maniküren und hat heimlich mit Yoga angefangen. Öffentlich zugeben würde er seine weiche Seite nicht, dann das könnte seinem Image schaden. Als ihn ein Magazin mit einem rosa T-Shirt ablichten wollte, beschwerte sich Eminem - mit Erfolg. In den Staaten schätzt man jedoch, dass ungefähr 30 bis 35 Prozent der Männer im Alter von 25 bis 45 Jahren metrosexuelle Tendenzen haben. Für die Kosmetik-, Mode- und Accessoirebranche ist dies ein gefundenes Fressen. Alleine der Markt für Haarprodukte für Männer hat in den USA bereits einen Umfang von acht Milliarden Dollar erreicht - Tendenz steigend.


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