TOURISTEN SCHIEßEN EIGENE SOUVENIRS
Simbabwe war einmal eines der Safari-Paradiese Afrikas. Doch
die Landreform von Präsident Robert Mugabe stürzte
nicht nur weiße Farmer ins Elend. Wilderer und skrupellose
Trophäenjäger rotten seitdem die seltenen Tiere in
den Naturreservaten aus.
Jagdfreunde kommen gerne nach Simbabwe, denn die tödlichen Schüsse
auf Elefanten, Löwen, Zebras, Leoparden, Nashörner, Afrikanische
Wildhunde oder Antilopen werden den Touristen aus Südafrika,
Amerika oder Europa leicht gemacht. Früher konnten sie sich noch
wie Helden fühlen, wenn sie nach stundenlanger Pirsch in der
Wildnis auf einen Elefantenbullen trafen und diesen aus nächster
Nähe erlegten. Heute werden einfach Wasserstellen ausgehoben,
an denen die Trophäenjäger darauf warten, dass die wilden
Tiere zu ihnen kommen. Leichter kann man Tiere wohl kaum töten.
Nicht nur die vertriebenen weißen Farmer, auch Artenschützer
schlagen Alarm, seit Simbabwe durch die Landreform im Chaos versinkt.
Das einstige Tourismus-Musterland ist außer Kontrolle geraten,
da die Regierung Mugabes der radikalen Plünderung der Natur tatenlos
zusieht. Zum Teil sind korrupte Politiker und Regierungsangestellte
sogar direkt beteiligt. Angeblich sind schon fünfzig bis achtzig
Prozent der wertvollen Tierbestände vernichtet worden. Ein kaum
zu reparierender Schaden für das südafrikanische Land, dessen
Artenreichtum früher eine Hauptattraktion war.
Doch statt der Fotosafari dominiert nun immer mehr die Trophäenjagd.
Hobbyjäger aus der ganzen Welt werden angelockt, weil sie in
Simbabwe die einmalige Chance haben, billig an exotische Mitbringsel
zu gelangen. Für das Erlegen eines Elefantenbullen müssen
10.000 Dollar gezahlt, für tödliche Schüsse auf einen
männlichen Löwen 2500 Dollar berappt werden. Die Abschussgebühr
für einen Geparden wird ebenfalls auf 2500 Dollar geschätzt,
ein Krokodil kommt sogar schon für 1700 Dollar vor die Flinte,
Nilpferd oder Leopard kosten rund 2000 Dollar. Die Elefanten sind
für Trophäenjäger eine leichte Beute, weil sie früher
unter strengem Schutz standen und deshalb kaum Scheu vor Menschen
haben. Bereits stark dezimiert sind nach Berichten von britischen
Wissenschaftlern die Löwenbestände. Besonders die älteren
männlichen Tiere sind dort wegen ihrer prächtigen Mähne
besonders begehrt. Durch ihren exzessiven Abschuss sei das Überleben
des gesamten Rudels gefährdet.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
SCHLANGENLEDER UND ANDERE SOUVENIRS
In Afrika und anderen fernen Reisezielen gibt es ausgefallene
und exotische Souvenirs. Handtaschen aus Krokodilleder, Gürtel
aus Schlangenleder, Schnitzereien und Schmuck aus Elfenbein,
Elefantenfüße, Tigerfelle, Schildkrötenpanzer.
Wilderer bieten sogar lebendige Kleintiere an, die in kleinen
Kisten und Schachteln unter schlimmsten Bedingungen gefangen
gehalten werden und oft elend sterben.
Wer sich ein afrikanisches oder asiatisches Urlaubsland ausgesucht
hat, sucht eventuell auch nach einem ganz besonderen Mitbringsel für
sich selbst oder seine Freunde. Der Kauf dieser besonderen Souvenirs
vollzieht sich oftmals aus Unwissenheit, da Touristen denken, es sei
kein Vergehen, bereits gefangene oder getötete Tiere zu kaufen.
Viele Wilderer informieren die Käufer solcher Souvenirs auch
bewusst falsch, um sie zum Kauf der illegalen Mitbringsel zu überreden.
Doch spätestens bei der Zollkontrolle erfolgt das böse
Erwachen. Wohl wissend, dass Tiere sinnlos und brutal geschlachtet
werden, um menschliche Gier nach angeblich erlesenen Souvenirs zu
befriedigen und dass pro Jahr weltweit tausende Tier- und Pflanzenarten
aussterben, nehmen es die Zollbeamten sehr genau. Nicht jedem Touristen
droht gleich die Verfolgung seines Irrtums als Straftat, die eine
Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann. Teils sehr empfindliche Bußgelder
und die Beschlagnahmung der „Urlaubserinnerungen“ sind
die Folge.
Grundlage des Handelns der Behörde bildet das Washingtoner Artenschutzübereinkommen
aus dem Jahr 1973, das „Übereinkommen über den internationalen
Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“.
Die in dem Abkommen enthaltenen Listen werden ständig aktualisiert.
Neben diesem Dokument treten EG-Vorschriften und nationale Bestimmungen
in Kraft. Unter Schutz stehen auch Erzeugnisse aus den geschützten
Tier- oder Pflanzenarten.
Wer sich selbst nicht sicher ist über das richtige Verhalten
bei Fernreisen, sollte sich vor Reisebeginn nach den geschützten
Arten erkundigen. Auskunft geben die Zollämter, das Bundesamt
für Naturschutz, Länder-, Kreis- und Kommunalbehörden,
BUND, Greenpeace, WWF. Sie können darüber hinaus in der
Verbraucherberatung fragen oder kostenloses Infomaterial beim Bundesministerium
der Finanzen/Referat Öffentlichkeitsarbeit bestellen.
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