HEIRATEN IN LAS VEGAS
Über 110.000 Menschen heiraten jedes Jahr in Las Vegas. 1.900
Paare kommen aus Deutschland, da man nirgendwo auf der Welt einfacher
und unbürokratischer heiraten kann.
Voraussetzung ist lediglich, dass eine männliche und eine weibliche
Person im Mindestalter von 18 Jahren die Ehe schließen wollen.
Sie dürfen nicht näher verwandt als halbbürtige Neffen
oder Nichten zweiten Grades sein und dürfen keinen lebenden Ehemann
oder keine lebende Ehefrau haben. Minderjährige Antragsteller
im Alter von 16 oder 17 Jahren müssen die Zustimmung eines Elternteils
oder eines gesetzlichen Vormundes haben.
Zunächst muss man sich für 55 Dollar im Lizenzbüro
eine Heiratsgenehmigung besorgen. Diese Lizenz ist für ein Jahr
gültig. Weiterhin benötigt man die Reisepässe. Geburtsurkunden
oder andere Dokumente sind nicht von Nöten. Bei einer vorhergehenden
Scheidung benötigt man lediglich das Scheidungsdatum und den
Ort.
Die Eheschließung kann dann von dem Beauftragten für Ziviltrauungen
vorgenommen werden. Das Büro liegt nur wenige Meter vom Lizenzbüro
entfernt. Die Trauung ist ähnlich einer Trauung auf dem Standesamt.
Es muss zumindest ein Trauzeuge (z.B. ein Fotograf) anwesend sein.
Man bekommt dann den unterzeichneten Trauschein ausgehändigt
und ist verheiratet.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN
In Indien, also im Hinduismus, ist die Ehe arrangiert. Die
Eltern suchen der Braut einen geeigneten Ehepartner aus der
gleichen Kaste, d.h. der gleichen Bevölkerungsschicht,
aus. Nur selten widersetzen sich die jungen Leute der Entscheidung
der Eltern. Vor der Eheschließung wird allerdings noch
das Horoskop befragt, ob die Ehe unter einem guten Stern stehen
wird. Falls das Horoskop günstig ist, wird die Vermählung
geplant. Die Zeremonie wird sehr traditionell und festlich gestaltet.
Der Bräutigam zieht mit seinen Verwandten zum Haus seiner
Braut, wo die Festlichkeiten stattfinden. Die jungen Leute sehen
sich hier meist zum ersten Mal in ihrem Leben. Dann übergibt
der Vater seine Tochter dem Bräutigam. Dieser gelobt, seine
Braut zu ehren und immer zu ihr zu stehen. Beide versprechen
dem Hindupriester religiösen Gehorsam, das Zeugen von vier
Söhnen und Spaß am Sex. Während der Hochzeitsfeier
sitzt das paar mehrere Stunden auf einem Podest, damit die Gäste
sie in Ruhe betrachten können. Die Braut trägt einen
farbenfrohen Sari und ist über und über geschmückt,
selbst ihre Hände sind mit Henna bemalt. Die Ornamente
auf den Händen sollen der Braut Glück bringen und
ihr helfen, sich als Ehefrau und Geliebte zu bewähren.
Es ist nicht billig, eine Inderin zu verheiraten. Die Eltern
müssen der Tochter rund 25000€ an Aussteuer mitgeben.
Deshalb sind Eltern auch weniger darüber erfreut, wenn
die Frau ein Mädchen gebärt.
In Japan werden die meisten Ehen im Sinne der Shinto-Religion abgehalten,
einem Jahrhunderte alten Volksglauben, mit dem die heiligen Geister
(Kami) verehrt werden. Die Hochzeit findet in einem besonderen Schrein
im engsten Familienkreis statt. Braut und Bräutigam tragen den
traditionellen Kimono. Das Brautpaar wird von einem Priester gesegnet
und spirituell gereinigt. Der Bräutigam verspricht, seiner Frau
ein treuer und sorgsamer Ehemann zu sein. Das Paar opfert einen Zweig
vom heiligen Baum und trinkt gemeinsam Sake. Die westlichen Hochzeitsbräuche
ziehen mehr und mehr in Japan ein, denn immer mehr japanische Bräute
tragen ein weißes Hochzeitskleid anstatt des Kimonos. Nach der
Zeremonie wird auch in Japan ausgiebig mit der Familie gefeiert.
In Südafrika werden die Bräute mit Henna bemalt und eine ältere
Frau erklärt der jungen Braut, wie sie Ihren Mann erfreuen kann.
Eine Hochzeit bei den Ndebele, einem speziellen Stamm, wird beispielsweise
in drei Etappen gefeiert. Man könnte diese Etappen über
Jahre hinziehen. Zuerst wird der Brautpreis, der so genannte „lobola“,
verhandelt. Danach zieht sich die Braut erst einmal für zwei
Wochen zurück. In dieser Zeit bringen der Braut andere Frauen
bei, wie sie eine gute Ehefrau sein kann. Nach diesen zwei Wochen
erscheint die Braut im prächtigen Perlenschmuck. Richtig verheiratet
ist das Paar allerdings erst, wenn das erste Kind geboren ist. Das
ist dann die dritte Etappe. In anderen Teilen Afrikas wird anders
gefeiert, denn Hochzeitszeremonien sind dort so unterschiedlich wie
die Stämme, die dort leben. Polygamie (Mehrehe) ist auch noch
heute ein akzeptierter Lebensstil in vielen Teilen Afrikas. Jeder
Mann kann so viele Frauen heiraten, wie er möchte. Allerdings
ist es die Pflicht des Mannes, alle Frauen gleich zu behandeln und
keine zu vernachlässigen. In anderen Gebieten wurden die Stämme
in ihren Bräuchen durch die Glaubensrichtungen Islam und Christentum
beeinflusst. Alle Hochzeiten in Afrika haben allerdings prachtvolle
Gewänder als Gemeinsamkeit.
In Marokko feiern die Frauen und Männer die Hochzeit
getrennt. Nur dem Bräutigam ist es erlaubt, seine Frau
im Frauenzelt zu besuchen. Auch hier werden die Brautpaare
von den Eltern bestimmt und ausgesucht. Nur ein Berberstamm
machte eine Ausnahme. Bei den Ait Ameur gibt es einmal im
Jahr einen Heiratsmarkt, bei dem sich die Frauen und Männer
ihre Partner selbst aussuchen dürfen.
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