aalloo
Verzeichnis
Auto & Motorrad Dating Foto & Video Mode Sport & Freizeit
Baby & Kind Elektrogeräte Haus & Garten Musik Telekommunikation
Bücher Essen & Trinken Immobilien Reisen TV, DVD & HiFi
Büro Filme Kosmetik Software Sonstiges
Computer Finanzen Kultur Spielzeug
Kategorie Mode > Minirock
Sie befinden sich im Bereich: Home >

Mode

 > 

Minirock

DIE GESCHICHTE DES MINIROCKS

Die junge Engländerin Mary Quant entwarf den Minirock in den 60er Jahren. Die ehemalige Lehrerin war noch völlig unerfahren und unbekannt in der Modebranche, als sie bereits 1955 in Chelsea einen kleinen Modeladen, den „Bazar“ eröffnete. Quant kreierte junge Mode aus einfachen Materialien und sprach damit Kundinnen an, denen nur wenig Geld für Mode zur Verfügung stand. Die 60er Jahre waren bezeichnend für neue gewagte Mode, mit der man sich von der Elterngeneration abgrenzen konnte. Auch Quants Kollektionen sollten einen neuen kindlichen und aufreizenden Look verkörpern. Sie entwarf kurze Hängekleidchen, die die jungen Frauen wie Schulmädchen aussehen ließen, Trägerröcke, enge Pullover und den Minirock.

1962 erschienen zum ersten Mal Kreationen von Quant in der „Vogue“, wo sie als Nachwuchsdesignerin gefeiert wurde. 1965 dann schaffte der Minirock den Durchbruch und löste einen absoluten Boom aus. Der Minirock wurde von allen Frauen getragen. Ob jung, alt, reich oder arm, das neue Kleidungsstück war für jede Frau und jede Gelegenheit passend. Selbst im Königshaus trug man Röcke, die zehn Zentimeter über dem Knie aufhörten. Lediglich der Vatikan sprach sich gegen die freizügige Mode aus. Nicht selten wurden modebewusste junge Damen von Ordnungshütern vor dem Petersdom zurückgewiesen.

Aber auch das katholische Oberhaupt konnte den Siegeszug nicht mehr aufhalten. Der Mini wurde zu jeder Gelegenheit getragen. In kurzen Kleidchen aus kostbaren, extravaganten Stoffen mit dazu passendem Schmuck und Accessoires, oder aus billigen, synthetischen und robusten Materialien. Der Mini wurde überall getragen, im Theater, bei Galaabenden, im Büro und in der Freizeit. Selbst der Wintermantel wurde kürzer und kürzer.

Um sich vor Kälte zu schützen, trug man zum Mini-Wintermantel dicke Strumpfhosen und dazu lange Stiefel in allen erdenklichen Farben. Mit dem Minirock setze sich ein weiteres Kleidungsstück in der Mode durch, die Feinstrumpfhose.

Mit Hilfe von Nylongarn und Nahtlosrundstrickmaschinen, zwei neuen technischen Errungenschaften, konnte man diese Erfindung verwirklichen. Mit dem Aufkommen der Feinstrumpfhose erlebte der Mini nochmals einen Aufschwung, denn das Problem des „darunter“ war gelöst. Schon 1960 konnte man Feinstrumpfhosen mit eingearbeitetem Höschen erwerben, und im Jahre 1966 behauptete die Feinstrumpfhose bereits 77% Marktanteil in der Modebranche für sich.

Die Designer ließen bei der Kreation von Strumpfhosen ihrer Phantasie freien Lauf. Es entstanden Netzstrümpfe aus elastischem Garn, Häkel- und Spitzenstrümpfe in allen Farben sowie weiße und schwarze Strümpfe für den Abend, mit seitlich gesticktem Muster oder Punkten. Pop-Art und grelle Schockfarben machten auch vor Strümpfen nicht halt.
Mary Quant hatte es geschafft, eine Mode zu kreieren, die verrückt, sinnlich und unbeschwert war und die Jugend begeisterte. 1966 erhielt sie für ihre Verdienste um den englischen Modeexport den \"Order of British Empire\", zu dessen Verleihung im Buckingham Palace sie im Minirock erschien.

Ihre Boutique entwickelte sich zu einer großen Firma und belieferte Geschäfte auf der ganzen Welt. Mary-Quant-Strumpfhosen, Mary-Quant-Make-up und Mary-Quant-Accessoires rundeten ihr Modeimperium perfekt ab. Obwohl die Engländerin die Mode genauso revolutionierte wie einst Dior mit seinem New Look, sprach niemand von ihren Kreationen als „Haute Couture“. Was Mary anbot, war Top-Mode für die Masse. Ihre Schöpfungen sollten nicht elitär, sondern populär sein. Mary Quant machte Mode für alle. Der modische Prozess hatte sich ins Gegenteil verkehrt. Traditionell entstand Mode in den privilegierten Schichten und wurde dann von den anderen übernommen. Hin und wieder hatte es das umgekehrte Phänomen gegeben. In den 60er Jahren aber wurde dieser umgekehrte Weg zum Prinzip der modischen Entwicklung. Und das blieb so bis in unsere Tage: Die Haute Couture übernimmt Moden, die von Jugendkulturen hervorgebracht werden.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


Impressum / Haftungsausschluss