REGENZEIT
Der Begriff Regenzeit bezeichnet die größtmögliche
Niederschlagsmenge, die jahreszeitlich regelmäßig in
einem Land auftritt.
Regenzeiten entstehen durch starke Sonneneinstrahlung in der
Nähe des Äquators. Dadurch werden in den so genannten
Kalmenzonen die unteren Luftschichten über dem Atlantik und
dem Pazifik stark erwärmt. Diese steigen dann, schwer mit Wasserdämpfen
beladen, nach oben. In den höheren Luftschichten kühlen
sie sich wieder ab, wodurch es zu einer Verdichtung kommt. Die enthaltene
Wassermenge verbindet sich dann zu Kondenswasser und beginnt, wieder
abzuregnen. Im Verlauf der Jahreszeit wandert dieser Regengürtel
zwischen den beiden Wendekreisen hin und her.
Nördlich und südlich der Wendekreise kommt es normalerweise
nur zu einer jährlichen Regenzeit, die sich abschwächt,
je weiter man sich vom Äquator entfernt. In der gemäßigten
Zone jenseits des 42. Breitengrades regnet es in allen Monaten des
Jahres relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt,
andere Einflüsse wie die Windverhältnisse oder die Höhe
und Vegetation beeinflussen das Regenaufkommen stärker als
die jahreszeitlich bedingte Sonneneinstrahlung. Wo bewaldete Gebirge
den Niederschlag begünstigen, wird es in der Höhe mehr
regnen als in Tälern oder am Fuß von Gebirgen.
Wer in der Regenzeit reist, kann teilweise wunderschöne Pflanzen
und Blumen blühen sehen, denn die Landschaften in den heißen
Ländern verändern sich bei Regen oft in paradiesische
Gärten. Allerdings steigt die Malaria-Gefahr zu dieser Zeit
erheblich an, so dass es immer ein Risiko mit sich bringt, sich
in den betroffenen Regionen aufzuhalten.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE GESCHICHTE DES REGENSCHIRMS
England gilt von jeher als Zentrum für schlechtes Wetter und
Dauerregen. Deshalb verwundert es wohl kaum, dass es ein Engländer
war, der den Regenschirm, so wie wir ihn heute kennen, erfand: Jonas
Hanway aus London (1712-1786).
Bevor sich Menschen in England und den übrigen Kontinenten mit
einem Schirm vor Regen schützten, galt das mobile Dach als Schattenspende.
Ganz gleich ob Sonnen- oder Regenschirm, Schirme galten bis dato als
ein weibliches Accessoire.
Diese Ansicht änderte der Londoner Handelsmann Jonas Hanway,
denn er machte aus dem Regenschirm den unentbehrlichen Begleiter des
britischen Gentlemans. Um 1800 wog ein Regenschirm um die zehn Pfund,
denn sein Gestell bestand aus Holzstäben und Fischbein. Wiederum
ein Engländer, Samuel Fox aus Sheffield, erfand 1852 das wesentlich
leichtere Stahlgestell. Dank zollfreier Rohstoffe aus den Kolonien
konnte England billig Schirme produzieren, denn die Herstellungskosten
lagen oft unter einem Penny.
Von dieser Zeit an veränderte sich der Schirm kaum mehr: schwarz,
schlank und exakt gerollt beschützt er noch heute die Menschen
in der ganzen Welt.
Bereits 1715 annoncierte der Pariser Fabrikant Marius einen Taschenschirm
und im 19. Jahrhundert gab es viele Versuche, den Schirm transportabel
zu machen. 1852 kündigte John Gedge einen selbst öffnenden
Regenschirm aus Paris an.
Den wirklichen Durchbruch schaffte aber in den goldenen Zwanzigern
der Deutsche Hans Haupt in Berlin. Er konstruierte den ersten teleskopierbaren
Taschenschirm (bis dahin wurden alle kleinen Schirme geklappt) und
gründete in Berlin die Knirps GmbH. Der „Knirps“ begann,
die Welt der Regenschirme zu revolutionieren. 1936 kam dann ebenfalls
aus Deutschland mit dem Namen „Lord & Lady“ der erste
Automatik-Taschenschirm auf den Markt.
Mit Beginn der 50er Jahre begann der Aufstieg des Taschenschirms
und das modische Accessoire „Modeschirm“ trat hinter der
Zweckmäßigkeit und den Wünschen der reisenden Gesellschaft
zurück. Der kleine Wunderschirm „Knirps“ erlebte
einen wahrhaftigen Boom in den Fünfzigern. In den Sechziger Jahren
wurde der Boom durch die Einführung von Nyltest-Stoffen, die
sich in unglaublichen Farben und Dessins herstellen ließen,
noch verstärkt. Der Regenschirm wurde schlanker, leichter, flacher
und viel haltbarer. Neben Armbanduhr und Schmuck galt nun der Knirps
als das Standardgeschenk zu Kommunion, Konfirmation, Geburtstag, Namenstag,
Muttertag, Weihnachten, Ostern und Pfingsten.
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