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Stiefel

COWBOY-MODE

Die typische Kleidung der Cowboys wird bis in die heutige Zeit immer wieder in die Mode integriert. In Westernfilmen werden Cowboys als wahre Helden und harte Jungs dargestellt. Dabei wird oft vergessen, dass sie schwer arbeitende Männer waren und ihre Kleidung keinem modischen Zweck diente, sondern einfach praktisch war.

Cowboys besaßen nur das, was sie auf dem Pferd mitnehmen konnten und was sie am Leibe trugen. Die Unterwäsche der Cowboys bestand aus einem langen Einteiler aus Baumwolle, der mit einer durchgehenden Knopfleiste versehen war. Die Unterwäsche wurde oft tagelang nicht gewechselt oder gewaschen, da während des Viehtreibens keine Möglichkeit dafür bestand. Die Hemden waren im Sommer aus Baumwolle und im Winter aus Schurwolle. Es waren einfache, unauffällige Kleidungstücke ohne Kragen und Verzierung.

Ü ber den Hemden trugen die Männer Westen, die meist aus Leder waren. Diese hielten zwar zusätzlich warm, hatten aber auch einen praktischen Nutzen, da in ihnen tiefe Taschen eingenäht waren, in denen die Viehhüter kleinere Gegenstände wie Geldbörsen, Tabakbeutel, Taschenmesser oder Bleistifte unterbringen konnten.

Ein Halstuch diente als Staubschutz, den insbesondere die so genannten Dragrider, die direkt hinter der Herde ritten, benutzten. Sie taten dies in erster Linie, um den aufwühlenden Staub nicht schlucken zu müssen, aber das Tuch wurde auch als Taschentuch, Schweißtuch, Aderpresse, Wundtuch oder Sonnenschutz genutzt. Da das Halstuch während des Trecks nur ein zweckmäßiges Kleidungsstück war, bestand es lediglich aus einem viereckigen Stück Baumwolle. In der Freizeit trugen die Cowboys jedoch auch bunt bedruckte Halstücher, die Bandanna genannt wurden.

Eines der markantesten Merkmale eines Cowboys im Wilden Westen war sein Cowboyhut. Er stammte vom mexikanischen Sombrero ab und bestand aus grauem oder braunem Filz. Die breite Krempe sollte den Cowboy vor Regen und Sonne schützen, allerdings wurde der Hut auch zweckentfremdet. Er wurde beispielsweise als Wassertränke für Mensch und Tier verwendet, oder als Wedel, um die Glut des Lagerfeuers zu entfachen. Die ersten Hüte waren dem rauen Klima kaum gewachsen. Insbesondere Regen verformte die Hüte derart, dass man sie kaum noch benutzten konnte. John Stetson, ein Goldsucher in Colorado, experimentierte mit zahlreichen Hutmodellen. Erst nachdem er bei seiner Goldsuche Glück hatte, ließ er sich im Jahre 1865 in Philadelphia nieder, und mietete sich für 100 Dollar einen kleinen Raum zum Nähen. Von dem Verkauf des Goldes verschaffte er sich die Geräte, die er für eine Hutproduktion benötigte. Hier entstand im Laufe der Zeit der typische Cowboyhut mit seiner breiten Krempe, die wie eine Wasserrinne wirkte, und den Cowboy und Goldgräber nun wirklich vor Regen schützte.

Die Hosen der Cowboys waren in der Regel Blue Jeans, die von dem deutschen Auswanderer Levi Strauss entwickelt wurden. Damit die Hosen nicht so schnell durchscheuerten, waren sie zusätzlich am Gesäß und an den Schenkeln mit Leder verstärkt.

Neben dem Sattel waren die Stiefel die wertvollsten Besitztümer eines Cowboys. Ein gutes Paar Stiefel kostete bis zu 30 Dollar, was damals noch ein Vermögen war. Während anfangs die Absätze relativ flach waren, wurden sie Mitte des 19. Jahrhunderts immer höher. Das hatte den Vorteil, dass man beim Reiten nicht so leicht aus den Steigbügeln rutschte. Die Sohle des Schuhwerks war ziemlich dünn, damit der Cowboy den Kontakt zu den Steigbügeln fühlen konnte. Die Spitzen der Stiefel ließen die Viehtreiber schnell in die Steigbügel einsteigen. Der hohe Schaft der Stiefel sollte verhindern, dass Schmutz hineinfallen konnte. Einige Männer schliefen sogar in ihren Stiefeln, weil sie Angst davor hatten, diese könnten sonst in der Nacht gestohlen werden. Viele sollen auch in ihren Stiefeln beerdigt worden sein, was den Friedhöfen der Rinderstädte auch den Namen Boot Hill - Stiefelhügel - einbrachte.

Cowboystiefel und Cowboyhüte kamen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in Mode. Verschiedenste Designer kreierten neuartige Modelle der einst so praktischen Stiefel.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


STIEFELPFLEGE

Gute Stiefel sind teuer und sollen lange halten. Daher sollten Sie diese regelmäßig mit guter Schuhcreme einreiben, trocknen lassen und sorgfältig polieren. Silikon-Lederpflegemittel ist dafür am meisten geeignet, Dosencreme erfüllt aber auch seinen Zweck. Wenn man die Nähte mit Hilfe einer Heißluftpistole (Vorsicht, nichts überhitzen!) mit Lederfett versiegelt, sind sie dauerhaft dicht, wind- und wetterfest.

Das abschließende Polieren ist übrigens nicht nur der Schönheit wegen wichtig, sondern dient auch der Materialerhaltung. Die Oberfläche wird spiegelglatt und schwer angreifbar für Wasser und Schmutz. Am besten gelingt das Finish mit einem über die Polierbürste gezogenen Damen-Nylonstrumpf oder einer Socke. Arbeiten Sie mit wenig Druck, damit die Schuhcreme nicht gleich wieder abgerieben wird.

Um blendenden Glanz zu erhalten, kann man die Schuhe zudem mit fetthaltiger Creme einreiben und polieren. Das zaubert die Treter nicht nur blitzblank, sondern hält auch noch dicht und pflegt das Leder.


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