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Gitarre

DIE GITARRENBAUER

Im 19.Jahrhundert zogen die Deutschen, wie auch die Franzosen, ihren Vorteil aus ihrer langjährigen Erfahrung und Tradition im Instrumentenbau. Denn beide verstanden den Aufbau schneller Produktionsstätten, in welchen qualitativ gute Instrumente in zügiger Massenproduktion hergestellt werden konnten. Der daraus folgende Preiskampf veranlasste zahlreiche kleinere Instrumentenbauer, nach Amerika zu emigrieren, wo der Markt noch abzuschätzen war. So gründete beispielsweise C.F. Martin seine Company in Pennsylvania und produzierte zwischen 1833 und 1890 um die 8000 Gitarren. Martin hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Gitarre (Westerngitarre).
Zu allen Zeiten durchlebten Instrumentenbauer immer wieder gute und schlechte Phasen. Im ersten Weltkrieg wurden beispielsweise die Franzosen fast komplett vom internationalen Markt verdrängt, den sich schließlich die Deutschen sowie die Amerikaner teilten. Aufgrund des 2. Weltkrieges musste die gesamte europäische Gitarrenindustrie einen riesigen Entwicklungsrückschritt verzeichnen. Nach dem Krieg gelang es den deutschen Instrumentenherstellern, ihre bedeutende Stellung auf dem Weltmarkt wieder herzustellen. Ferner konnten die Gitarrenbauer mit dem Erscheinen der Nylonsaite im Jahre 1946 weitere Bauprinzipien entwickeln. Im Mutterland der Gitarrenherstellung hat sich die industrielle Produktion in Sevilla niedergelassen. Hier stellte Salvator Ibanez die Weichen für seinen Erfolg mit der Spanischen Konzertgitarre.

Zu den wichtigsten Gitarrenbauern zählen in Spanien Jose Ramirez I (1858-1916), der seine Werkstatt im Jahre 1882 gründete. Er setzte neue Richtlinien bezüglich der Qualität in Klang und Verarbeitung. In den sechziger Jahren waren wohl die meisten Gitarren professioneller Musiker Ramirez-Gitarren. Dies veranlasste den 1922 geborenen Ramirez III, nicht nur seine Produktion zu expandieren, sondern auch Gitarrenbauer auszubilden. Ende der sechziger Jahre wurden weitere Gitarrenbauer in Spanien berühmt, die sich auf die Herstellung auserkorener Solisteninstrumente spezifiziert haben. Dazu gehörten unter anderem Fleta, Bernabe, Rodriguez wie auch Contreras. Auch in Deutschland war die Entwicklung einer Abnabelung des Kunsthandwerkes von dem industriellen Gitarrenbau zu beobachten. Hier zählten zu den bekanntesten Gitarrenbauern Hopf, Hauser und Hannabach.

In den siebziger Jahren übernahm die japanische Konzertgitarre (u.a. Yamaha, Takamine) die Führung auf dem internationalen Markt. Denn die in Japan hergestellten Instrumente waren meist günstiger als die spanischen oder deutschen Modelle, und dennoch von sehr guter Verarbeitung und Qualität. Überdies waren sie auch einfacher zu spielen als beispielsweise die Ramirez-Gitarre. Die Japaner waren sehr interessiert an der europäischen Gitarrenbauweise und pflegten dort mit prominenten Gitarrenbauern einen regen Austausch, bildeten dann aber aus den eigenen, wie auch den gewonnenen Erfahrungen die japanische Methode. Diese wurde vielfach von Gitarrenbauern in anderen asiatischen Ländern kopiert.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


GESCHICHTE DER GITARRE

Der Vorgänger der Gitarre ist ein Klangkörper, etwa ein Schildkröten-Torso, mit tönenden Sehnen in dunkler Frühzeit. Die Geschichte der Gitarre zusammenhängend bis an ihren Anfang zurückzuverfolgen, ist nahezu unmöglich. Entsprechend vieler Theorien von angesehenen Historikern liegt der Ursprung eines Instrumentes, ähnlich der Gitarre, in arabischen Ländern. Dies wird auch durch archäologische Funde bestätigt.

Vor 5000 Jahren war die Gitarre schon sehr beliebt. Ägyptische Zeichnungen zeigen Frauen aus der Zeit der Pharaonen, die ein der Gitarre sehr ähnliches Instrument spielen. Die Bezeichnung Gitarre ist allerdings viel jünger, kommt sie doch aus dem Spanien des 13. Jahrhunderts. Der Name wurde von dem arabischen Wort „quitara“ abgeleitet, welches ein Instrument bezeichnet, das im 10. Jahrhundert von den Mauren nach Spanien gebracht wurde. Die spanische „Vihuela“, aus der Zeit der Renaissance, kann als Vorläufer unserer heutigen Gitarre betrachtet werden. Ab circa 1600 erscheinen die ersten Gitarren in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien sowie in dem späteren Deutschland. Es handelt sich dabei um relativ ranke und kleine Musikinstrumente.
Ab etwa 1800 etabliert sich die klare und holzbetonte Bauart mit sechs Saiten. Ihre Dimension sowie ihre spezifischen Kennzeichen haben sich bis heute kaum verändert. Die heutzutage gebräuchliche Form und Größe erhielt die Konzertgitarre in der Mitte des 19. Jahrhunderts, durch den spanischen Gitarrenbauer Antonio de Torres Jurado (1817-1892), dessen großer Einfluss auf den Gitarrenbau bis heute spürbar ist.


DIE GITARRE

Die Gitarre, die umgangssprachlich auch Klampfe genannt wird, und zu der Familie der Lauten zählt, ist bezüglich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, hinsichtlich der Spieltechnik aber ein Zupfinstrument. Prinzipiell unterscheidet man zwischen akustischen und elektrischen Gitarren.


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