aalloo
Verzeichnis
Auto & Motorrad Dating Foto & Video Mode Sport & Freizeit
Baby & Kind Elektrogeräte Haus & Garten Musik Telekommunikation
Bücher Essen & Trinken Immobilien Reisen TV, DVD & HiFi
Büro Filme Kosmetik Software Sonstiges
Computer Finanzen Kultur Spielzeug
Kategorie Reisen > Bonn
Sie befinden sich im Bereich: Home >

Reisen

 > 

Bonn

BONN: ALTE HAUPTSTADT – NEUE BEDEUTUNG

Bei Bonn denken die meisten Menschen heute immer nur daran, dass diese kleine Stadt am Rhein einstmals die Hauptstadt der BRD war. Das ist zwar sicher der Faktor, der Bonn so bekannt gemacht hat, doch Geschichte und die Bedeutung der Stadt reichen schon weit länger zurück als bis ins Jahr 1949, dem Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland.

Bereits im Jahre 10 vor Christus erwähnten die Römer einen Ort namens “Bonna”, in dessen Nähe sie eine Brücke über den Rhein bauten. Nach der Schlacht im Teutoburger Wald, bei der die Römer von den Germanen geschlagen wurden, wurde Bonna zur Festung ausgebaut, wo 7000 Legionäre stationiert wurden. Es dauerte nicht lange, bis aus der Festung eine kleine Stadt wurde, die auch dann erhalten blieb, als die Römer endgültig aus der Gegend vertrieben wurden.

Im 13. Jahrhundert wurde ein Münster fertig gestellt, was darauf hinweist, dass die Stadt eine überregionale Bedeutung hatte. 1597 wurde Bonn dann zum ersten Mal Hauptstadt, wenn auch nur über die Provinz Köln. Während dieser Zeit gewann Bonn weiter an Bedeutung und wuchs auch sehr schnell zu einer größeren Stadt heran. Barocke Prachtgebäude entstanden und im 18. Jahrhundert wurde die Universität erbaut. Max Franz, Regent über die Stadt, machte sich um Bad Godesberg verdient. Das Viertel ist bis heute für seine Heilquellen bekannt und ist natürlich auch aus der Zeit ein Begriff, als hier die Politiker gerne tagten. In diese Blütezeit hinein wurde Ludwig van Beethoven geboren (1770), der wohl bekannteste Sohn der Stadt.

Seine Bedeutung schwand aber, nachdem Bonn nach den Napoleonischen Kriegen Preußen zugeschlagen wurde. Nach dem 2. Weltkrieg war Bonn britisch besetzt, und wurde zur provisorischen Hauptstadt Westdeutschlands bestimmt. 50 Jahre hielt dieses Provisorium, auch wenn sich viele Leute über die Provinzialität und Größe der Stadt beschwerten – Bonn stelle einfach keine richtige Hauptstadt dar.

Daran lag es aber bestimmt nicht, dass im Anschluss an die Wiedervereinigung 1990 Berlin wieder zur Hauptstadt bestimmt wurde. Der Schrecken war für viele Bonner groß, waren sie es doch gewöhnt, dass ihre schöne Stadt von großer Bedeutung für das deutsche und auch das europäische Geschehen war. Sie wehrten sich vehement gegen den Umzug – und konnten zumindest einen Teilerfolg verbuchen. Einige Ministerien sind auch nach dem offiziellen Abschluss des Umzugs 1999 in Bonn verblieben, und sie werden da wohl auch bleiben. Somit bleibt Bonn irgendwie doch Hauptstadt – und ist in Berlin auch gebührend vertreten. Die “Ständige Vertretung” ist in der neuen Hauptstadt eine beliebte Kneipe, typisch rheinisch eingerichtet und auch in kulinarischer Hinsicht können hier ehemalige Bonner ihr Heimweh stillen. Dabei war der Gründer der Kneipe ursprünglich einer der Initiatoren von “Ja zu Bonn”, der Initiative, die versuchte, den Umzug auf alle Fälle zu verhindern. Doch der Wirt fügte sich ins Unvermeidliche und hat damit aufs richtige Pferd gesetzt – mittlerweile gibt es auch eine “Ständige Vertretung” in Bremen. Das Konzept scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen – vor 2 Jahren wurde im Berliner Tränenpalast mit 1300 Gästen der fünfjährige Geburtstag der “Stäv” gefeiert.

Doch was macht Bonn sonst? Ganz einfach – sich durch die jahrzehntelange Hauptstadterfahrung als idealer Standort für internationale Organisationen empfehlen. Mit großem Erfolg: 12 UNO-Organisationen haben sich bereits in der Stadt niedergelassen, darunter so bedeutende wie das Sekretariat der Klimarahmenkonvention und die Organisation des Freiwilligenprogramms der UNO. Nicht nur werden dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen, die Niederlassungen spülen auch ordentlich Geld in die Kasse. Jedes Mal, wenn eine Konferenz oder ein Workshop abgehalten werden, strömen eine Menge Leute nach Bonn, bezahlen Hotels, gehen Essen und entdecken auch noch die schöne Stadt am Rhein. Die können dann den Ruf der Stadt weiter in die Welt tragen, denn Bonn hat natürlich mehr zu bieten als nur Infrastruktur. Die Museumsmeile ist beispielsweise ein absoluter Leckerbissen für Kulturfreunde. Da gibt es die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, in der hochklassige Künstler gezeigt werden. Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, das dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, begibt sich auf die Spuren Deutschlands seit 1945 und zeigt immer wieder spannende Sonderausstellungen. Die ifa Galerie Bonn, das Deutsche Museum Bonn und das Zoologische Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig runden die Museumsmeile ab, so dass eigentlich für jeden etwas dabei sein sollte.

Ein Besuch ist also immer lohnend, und sollte eigentlich für jeden Bundesbürger Pflicht sein – denn hier wurde begonnen, was für viele vor 60 Jahren undenkbar war: die Schaffung eines friedlichen, demokratischen und wiedervereinten Deutschlands.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


Impressum / Haftungsausschluss