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Budapest

BUDAPEST- SCHÖNHEIT AN DER DONAU

Verblichene Eleganz, Erinnerungen an die österreichische KuK-Zeit, Flanieren an der Donau, Kaffeetrinken in einem der vielen Caféhäuser im Wiener Stil, Boulevards mit Häuserzeilen im Gründerzeitstil – meist assoziiert man mit Budapest die Schönheit vergangener Zeiten und stellt sich die Stadt wie eine elegante, aber leicht abgehalfterte Dame vor, die ihre besten Jahre schon längst hinter sich hat. Zwar trifft vieles der oben genannten Assoziationen auch heute noch zu – Budapest ist und bleibt eine der schönsten Städte mit Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert, die Caféhäuser sind nach wie vor elegant und wunderbar und auch die Boulevards sind breit und schön. Doch hat die Stadt weitaus mehr zu bieten als verstaubten Charme. Mit vielen Festivals, Nachtclubs, Kneipen und Konzerten bietet die Stadt ein aufregendes Nachtleben, die weltbekannte Jazzszene ist für Musikliebhaber ein Leckerbissen und in den vielen Museen gibt es eine Menge Ausstellungen, die auch dem modernen Geschmack zusagen.

Das Nachtleben der Stadt war schon bekannt, als der eiserne Vorhang noch existierte. Als “lustige Baracke des Ostens” wurde die Stadt bezeichnet – auch wenn man das Wort “Baracke” mittlerweile durch Villa ersetzten sollte. Denn wie fast überall in Osteuropa wurden nach dem Fall des Kommunismus Häuser renoviert, umweltfreundliche Filtertechniken in Fabriken installiert und Kohle- durch Zentralheizungen ersetzt. So erstrahlen weite Teile Budapests wieder in neuem Glanz.

Gegründet 1873 aus dem Zusammenschluss dreier Städte – Buda und Obuda auf der rechten Donauseite, und Pest auf der linken Seite, besticht die Stadt schon alleine durch ihre Lage. Der Blick von den Hügeln Budas und Óbudas über die flache Flusslandschaft Pests und der Donau bietet eine weite Übersicht über die Stadt und ihre Lebensader, die Donau. Von neun Brücken ist der hier schon majestätisch breite Fluss in seinem Verlauf durch die Stadt überspannt, die Kettenbrücke, als erste gebaut, wurde gar zum Wahrzeichen der Stadt. Steigen Sie auf den einen der grünen Hügel oder auf die Fischerbastei, um diesen Blick zu genießen, und entdecken Sie dabei wiederum zwei unterschiedliche Welten: die Hügel Hárs, János, Remete, Hármashatár und Széchenyi bilden ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet, in dem man wandern und Höhlen entdecken kann. Erklimmen Sie die Moritzbastei, erhalten Sie Einblick in die Ursprünge der Stadt: das umliegende Burgviertel gehört zu den ältesten Vierteln Budapests und ist UNESCO- Weltkulturerbe.

Erholen Sie sich von langen Spaziergängen in einem der vielen Heilbäder. Egal ob türkisches Bad, Sprudelbad oder ein ganz “normales” Freibad – die Erholungsmöglichkeiten sind vielfältig. Besonders bekannt ist natürlich das Gellértbad im Gellérthotel, in dem immer noch streng nach Männlein und Weiblein getrennt im Schwefelwasser gebadet wird. Die Männer bekommen immer noch einen kleinen Lendenschurz, die Damen wickeln sich in ein leichtes Handtuch. Sollte dies jemand unangenehm sein, wird dies durch die wunderschöne Jugendstilarchitektur des Bades und der wohltuenden Wirkung des Wassers mehr als ausgeglichen. Übrigens wurde in diesem Bad der deutsche Film “Prinzenbad” mit Uwe Ochsenknecht gedreht – die Regisseure wussten schon, wie man das Angenehme mit dem Geschäftlichen verbinden kann...

Wem das Planschen im Bade zu langweilig wird, der kann sich in Budapest aber auch anders vergnügen: entweder man riskiert ein paar Forint in einem der vielen Kasinos, oder man sucht zur Sommerzeit die Margariteninsel auf, die seit über einem Jahrzehnt auch für Westeuropäer den Inbegriff für Sommerfestivals darstellt. Amüsant ist auch ein Besuch im Vidampark, einem Vergnügungspark im Stadtwäldchen Budapests (Városliget). Abgesehen von Karussells, Losbuden und Geisterbahnen gibt es eine besondere Attraktion – eine Achterbahn aus Holz gebaut. Zwar ist die Fahrt nicht unbedingt so rasant wie in einem Fünferlooping, doch die leicht wacklig erscheinende Konstruktion und die Tatsache, dass in jedem Waggonzug ein Bremser sitzt, der den Zug auf den steilen Abwärtswegen manuell stoppt, sorgt doch für eine leichte Erhöhung des Adrenalinspiegels.

Wem dies alles zu profan ist, der kann ganz in die Geschichte der Stadt eintauchen. Für den Reiz der Antike sorgen die Ruinen der Römerzeit, die auf dem Gebiet von Obuda ihre Stadt Aquincum erbauten und sich bereits die Heilkraft der Quellen zu Nutze machten. Auf den Spuren der Türken kann man wandern, wenn man die moslemische Pilgerstätte “Türbe von Gül Baba” aufsucht, oder eines der drei Bäder, die noch aus dieser Zeit stammen. Die Türken herrschten von 1536 bis 1686 in Budapest, und genau wie in Wien blieb die Liebe zum Kaffee als Erbe davon übrig.

Die schon erwähnte Gründerzeitarchitektur und der Jugendstil sind heute die prägenden Baustile der Stadt und sorgen immer wieder für Augenschmaus, wenn man durch die Strassen der Stadt schlendert. Auch hier findet sich UNESCO-Weltkulturerbe – die geschlossen im Jugendstil erbaute Andrássy Allee wurde in den Katalog der Organisation aufgenommen.

Den Tag ausklingen lassen kann man entweder in einer der vielen Jazzkneipen, oder aber man tanzt sich in Nachtclubs wie dem Orfeum oder der High Life Disco die Seele aus dem Leib und begrüßt dann, hoch oben vom Gellértberg herunter, den Morgen über der Stadt.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


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