FAMILIENHOTELS VOM STAAT
Es ist für viele Familien jedes Jahr aufs Neue ein Kampf, ein schönes
und günstiges Hotel zu finden, in dem die Sprösslinge willkommen
und gut versorgt sind, während den Eltern ein bisschen Zeit für
sich bleibt. Hat man das nötige Kleingeld, wird die Suche wahrscheinlich
nicht ganz so schwierig werden, doch gerade heutzutage ist die jährliche
Urlaubsplanung sehr vom lieben Geld bestimmt. Doch nicht verzagen – es
gibt eine gute und angenehme Lösung: Familienerholungsstätten.
Dieses Wort klingt erstmal sehr bieder und Bilder von langweiligen und
leicht heruntergekommenen 50er-Jahre-Hotels tauchen vor dem geistigen
Auge auf: lange, gelb gestrichene Gänge mit grauem Linoleumboden, “Kantinenfraß”,
Plastikstühle und Tabletts, Resopalmobiliar. Doch falsch gedacht – Familienerholungsstätten
können weitaus angenehmer sein und eine gute Alternative zum üblichen
Urlaubschaos sein.
Doch was sind Familienerholungsstätten? Kurz
gesagt sind es vom Staat geförderte Hotels, die es bedürftigen
Familien ermöglichen sollen, einen schönen Urlaub in einem
Familienhotel zu verbringen. Sie werden von verschiedensten Trägern
(Kirche, gemeinnütziger Verein, Wohlfahrtsverbände) betrieben.
Sie müssen verschiedene Kriterien erfüllen, um als Familienerholungsstätte
eingestuft zu werden. Am wichtigsten: es muss ein Betreuungsprogramm
für Kinder und Jugendliche angeboten werden. Weiterhin muss die
Einrichtung gemeinnützig sein, d.h. der Betrieb der Familienferienstätten
darf nicht darauf abzielen, Gewinn zu machen. Dadurch wird verhindert,
dass an allen Ecken und Enden gespart oder unterschiedliche Qualität
angeboten wird: billig für die “Armen”, teuer für
die “Reichen”. Es gibt nur einheitliche Preise, meist pro
Person.
Einige der größeren Träger sind das Kolpingwerk
und die “Naturfreunde Deutschlands”. Ersteres betreibt eine
Reihe von Kolpinghäusern, die ursprünglich für Gesellen
gedacht waren. Diesen wurde eine einfache und preiswerte Unterkunft
geboten, wenn sie auf der Walz, der traditionellen Lehrjahrewanderung,
waren. Heute haben sich die Häuser natürlich dem Klientel
angepasst, und man muss nicht erwarten, in spartanisch eingerichteten
Zimmern mit harten Matratzen zu schlafen. Im Gegenteil, die Kolpinghäuser
sind aufgrund ihrer langen Tradition und der sozialen Ziele des Kolpingwerks
sehr gute Adressen für Familienferien.
“Naturfreunde Deutschlands” ist
ein Verein, der sich der Förderung des sanften Tourismus verschrieben
hat, Tourismus, der wenig bis gar keinen schädigenden Einfluss
auf die Umwelt hat. Die Familienhotels dieses Vereins sind dementsprechend
ausgerichtet und bieten somit nicht nur einen billigen, sondern auch
einen umweltgerechten und gesunden Urlaub.
Auch viele andere Träger
betreiben Erholungsstätten in allen Regionen Deutschlands, vom
Allgäu bis hin zum Westerwald kann man etwas Passendes finden.
Es gibt sogar einige Erholungsstätten in Frankreich oder auch Ungarn,
so dass man auf diese Weise auch andere Länder und Kulturen kennen
lernen kann. Somit ist für jede Jahreszeit und auch für jeden
Geschmack gesorgt. Außerdem ist das Angebot vielfältig im
Hinblick auf die Freizeitmöglichkeiten: ob Baden, Segeln, Kanufahren,
Basteln, Skifahren oder Segeln, für jeden Geschmack sollte etwas
dabei sein. Dabei konzentriert sich das Programm nicht nur auf die Kinder,
auch für Erwachsene ist gesorgt, mit Stadtführungen und Wanderungen
durch die jeweilige Gegend.
Auch die Unterbringung ist sehr unterschiedlich:
man kann zwischen Zimmern in Appartements, Ferienwohnungen oder auch
ganzen Ferienhäusern wählen. Manche Familienhotels sind Hotels
im klassischen Sinne, d.h. die Stätte besteht aus einem Gebäude
mit vielen Zimmern. Andere Stätten sind Feriendörfer, wie
man sie aus Pauschal- oder Cluburlauben kennt.
Ganz wichtig: viele Stätten
sind behindertengerecht ausgestattet und bieten auch dementsprechende
Betreuungsmöglichkeiten. Auch diese sind quer durch die Republik
verstreut, so dass man sich geographisch nicht auf eine Region beschränken
muss.
Das schönste an dieser Form des Familienhotels ist aber wohl,
dass man sich den Urlaub vom Staat fördern lassen kann – so
dass man einmal nicht zu sehr auf den Geldbeutel schauen muss, wenn
man der Familie einen schönen und erholsamen Urlaub gönnen
möchte.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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