MADRID
Die offene und kosmopolitische Stadt Madrid liegt im Herzen der
iberischen Halbinsel. Angefangen von alten mittelalterlichen Bauten
bis hin zu den innovativsten Gebäuden sind auf einem Spaziergang
durch die Straßen der Hauptstadt Spaniens herrliche Bauwerke
zu entdecken. Die verschiedenen Museen - wie der Prado oder das Museum
Thyssen-Bornemisza - sowie ein breit gefächertes Angebot an Aktivitäten
und Veranstaltungen aller Art bescheren ein intensives Kulturerlebnis.
Der Ursprung Madrids ist auf das 9. Jahrhundert zurückzuführen,
als der muslimische Emir Mohamed I. die Errichtung eines von
Stadtmauern umgebenen Platzes zu Ufern des Manzanares anordnete.
Dieser Ort war von jenem Zeitpunkt an ein von Mauren und Christen
sehr umstrittenes Objekt gewesen, bis er letztlich von König
Alfonso VI. im 11. Jahrhundert erobert wurde. Madrid erlangte
seine Bedeutung als Hauptstadt im Jahre 1561, als Felipe II.
seinen Königshof in dieser Stadt etablierte - eine Tatsache,
die das progressive Wachstum dieser Großstadt begünstigte.
Im 18. Jahrhundert ließ König Carlos III. die wichtigsten
Straßen dieser Stadt erbauen und verwandelte sie somit
in eine große europäische Metropole.
Der Stadtkern Madrids wird von der Puerta del Sol repräsentiert,
wo sich die Casa de Correos (Postgebäude) befindet, das
heute als Sitz der Madrider Regierung dient. Dieser Bau aus
dem Jahre 1768 besitzt eine Uhr, unter welcher sich jeden 31.
Dezember Tausende von Madrider Bürgern zur Silvesterfeier
versammeln, um mit den zwölf Glockenschlägen das neue
Jahr zu begießen.
Ganz in der Nähe befindet sich der mit einem Säulengang
versehene Plaza Mayor, der früher Plaza del Arrabal genannt
wurde. Der Entwurf dieses Bauwerks stammt von Juan de Herrera,
obwohl die Errichtung erst im Jahre 1617 unter der Herrschaft
von Philipp III. in Angriff genommen wurde. Jahrhunderte später
wurde der Platz von Juan de Villanueva umgestaltet, was ihm
sein heutiges Aussehen verlieh. Dieser traditionelle Schauplatz
zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen (Märkte,
Fiestas, Prozessionen) weist äußerst charakteristische
Gebäude auf, zum Beispiel die Casa de la Panadería
(Bäckerinnungshaus), deren Fassade mit Fresken verziert
ist, oder die Casa de la Carnicería (Metzgerhaus). In
der Mitte des Platzes steht ein Reiterstandbild Philipps III.
Der dritte bedeutende Platz des Zentrums ist Plaza de la Villa,
wo sich das Rathaus von Madrid (17. Jahrhundert) befindet. Dieses
Gebäude, das auch unter dem Namen Casa de la Villa bekannt
ist, stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde von
Juan Gómez de Mora zur Unterbringung des Gemeinderatsitzes
und des zugehörigen Gefängnisses entworfen. Im mittelalterlichen
Gassenwerk von Madrid ist eine Vielzahl religiöser Bauten
zu entdecken, darunter das Carboneras-Kloster (17. Jahrhundert)
sowie mehrere barocke Gebäude wie die Basilika San Miguel
(18. Jahrhundert), die Kapelle San Isidro oder die Kirche San
Andrés.
Die Errichtung des Königlichen Palasts - auch Palacio
de Oriente genannt - der sich am ehemaligen Standort der Stadtfestung
erhebt, wurde von Philipp V. im 18. Jahrhundert angeordnet.
In der Umgebung des Palasts erstrecken sich die Anlagen der
Sabatini-Gärten sowie des Campo del Moro. Des Weiteren
sind dort noch andere Bauten zu bewundern: die Kathedrale La
Almudena, das Teatro Real oder das Kloster Encarnación.
Auf der Plaza de la Paja erhebt sich die Bischofskapelle -
das einzige gotische Gotteshaus Madrids. Ganz in der Nähe
ist die Basilika San Francisco el Grande zu sehen. Besonders
hervorzuheben sind die Malereien, die den Innenbereich dieses
Gotteshauses schmücken. Sie wurden von bedeutenden Künstlern
der Epoche, wie Francisco de Goya, angefertigt.
Der auf der Nord-Süd-Achse gelegene Paseo de la Castellana
verkörpert das Rückgrat der Stadt. Auf dieser Promenade
sollte man unbedingt die Neuen Ministerien, den Businessbereich
Azca, wo sich die höchsten Gebäude Madrids erheben,
sowie die Plaza de Castilla besichtigen, auf welcher die schrägen
Kío-Türme emporragen. Die Verlängerung dieser
Stadtachse in Richtung Süden wird von der Promenade Paseo
de Recoletos verkörpert, über welche man bis zur Plaza
de Cibeles gelangt, in deren Mitte sich ein der römischen
Göttin gewidmeter Brunnen erhebt. Gegenüber befinden
sich der neobarocke Linares-Palast sowie das Gebäude der
spanischen Nationalbank, das im Jahre 1891 im Neorenaissancestil
erbaut wurde.
Direkt am Cibeles-Platz entspringt der Paseo del Prado, an
dem einige der zahlreichen Museen der Hauptstadt anzutreffen
sind. Eines der nennenswertesten Kunst-Museen ist das Thyssen-Bornemisza,
dessen Sammlung aus über 770 Werken verschiedener Stilrichtungen
und Epochen besteht. Die Pinakothek ist im Villahermosa-Palast
untergebracht. Nicht zu vergessen das Prado-Museum, das als
eine der besten Pinakotheken der Welt gilt. Der Prado zählt
eine der bedeutendsten spanischen Gemäldesammlungen der
Welt zu seinem Besitz. Die Werke spanischer Künstler wie
Velázquez, Goya, Murillo oder Zurbarán sind von äußerst
großem Interesse. Ein ehemaliges klassizistisches Krankenhaus,
welches später renoviert wurde, beherbergt die Sammlung
des Nationalmuseums und Kunstzentrums Reina Sofía.
Madrid bietet jedoch auch Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten.
Um das echte Madrid der Madrider kennen zu lernen, muss man
sich in die authentischen Viertel der Stadt wie Lavapiés,
Chamberí oder La Latina begeben. Beim Spaziergang durch
die zentral gelegenen Straßen - wie Arenal, Carmen oder
Preciados – trifft man auf Geschäfte aller Art. Im
Madrider Stadtviertel Salamanca befindet sich eine weitere große
Einkaufsgegend. Die von den Straßen Serrano und Ortega
y Gasset gebildete Achse stellt einen anregenden Parcours durch
die großen internationalen Marken der Mode und der Luxusartikel
dar.
Um Madrid und seine Feste kennen zu lernen, besucht man am
besten die Stierkampfarena Las Ventas oder man bereist die Hauptstadt
im Laufe der Feierlichkeiten Dos de Mayo, San Isidro oder Virgen
de la Paloma. Wer Madrid besucht, sollte auch der lokalen Gastronomie
Aufmerksamkeit schenken. Unter den berühmtesten Gerichten
befinden sich der \'cocido madrileño\' (Eintopf mit Kichererbsen,
Fleisch und Gemüse) sowie die \'callos a la madrileña\'
(Kutteln). Weitere typische Rezepte sind \'pollo al ajillo\' (Huhn
in Knoblauchsauce), \'merluza rebozada\' (panierter Seehecht)
sowie Lamm- oder Spanferkelbraten. Die Madrider Nachspeisen
sind sehr vielfältig: \'Torrijas\' (in Milch getunktes und
danach herausgebackenes Brot), Kringel und Windbeutel. Die Weine
aus Madrid verfügen über eine eigene Herkunftsbezeichnung.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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