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Namibia

NAMIBIA

Ankunft in der Hauptstadt

Namibias Hauptstadt Windhoek hat 170.000 Einwohner. Die Mini-Metropole ist auch für die meisten Touristen Startpunkt für ihre Trips durch Namibia. Wer hier ankommt, fühlt sich - besonders im Zentrum - als sei er in Europa - obwohl hier Weiße eher die Ausnahme sind. Verständigen kann sich jeder wie er mag: Auf Englisch, Deutsch und Afrikanisch. Natürlich werden auch einheimische Sprachen gesprochen.

Die Geschäfte ballen sich in der Independence Avenue, der früheren Kaiserstraße. An der Robert Mugabe Avenue steht die Christuskirche aus dem Jahre 1910, gleich nebenan der Tintenpalast: Früher Gouverneursgebäude, heute Sitz des Parlaments. Ein ausschweifendes Nachtleben gibt es nicht, gegen 23 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt.

Übrigens: Frauen können sich - wie in kaum einem anderen schwarzafrikanischen Land - gefahrlos und sogar allein Tag und Nacht frei bewegen. Wie auf jeder Reise gilt jedoch auch hier: Prall gefüllte Taschen, Fotoapparate oder Portemonnaies gehören nicht ins abgestellte Auto.

Das Land erkunden

Reisen durch Namibia ist leicht: Das Land hat die in ganz Afrika am besten ausgebaute Infrastruktur. Per Bus, Bahn und Flugzeug sind die wichtigsten Städte (Windhoek, Swakopmund, Tsumeb und Keetmannshoop) gut zu erreichen. Passionierte Autofahrer können sich auf den endlosen Pisten austoben, doch aufgepasst: In Namibia wird links gefahren. Die Straßen – bestehend aus Asphalt, Schotter, Salz und Sand - sind meist in gutem Zustand. Auf Asphaltstraßen darf man dennoch höchstens 120 Kilometer pro Stunde fahren.

Auf den Spuren einer vergangenen Kolonie

Im Museum Kolmanskoppe bei Lüderitz kann man erahnen, unter welch harten Bedingungen die Diamantenschürfer gelebt haben. Hier beginnt auch die Geschichte der Kolonie Deutsch Südwest-Afrika. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte der Kaufmann Adolf Lüderitz aus Bremen in dieser unwirtlichen Gegend Land gekauft - in der Hoffnung auf Bodenschätze. Bis es dazu kam, mussten sich die deutschen Kolonialherren aufständischer Herero und Nama erwehren. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg besiegelte neben dem Ende des Deutschen Reiches auch alle deutschen Kolonialträume. Heute ist Lüderitz ein verschlafenes Nest am südlichen Ende der Welt. Nur die ehemaligen Kolonialhäuser erinnern noch an einstigen Glanz und Reichtum. Die Turnhalle gilt als eines der meistfotografierten Gebäude im Süden Afrikas.

Naturliebhaber kommen auf ihre vollen Kosten

Wer die Einsamkeit liebt, der ist vor allem im dünn besiedelten Süden des Landes gut aufgehoben. Hier fühlen sich Reisende wie die einzigen Menschen der Welt: Oft begegnet man stundenlang keiner Menschenseele. Das verwundert nicht, denn Namibia ist fast dreimal so groß wie Deutschland. Dafür leben hier aber nur 1,7 Millionen Menschen - ungefähr so viele wie in Hamburg.

Ungewöhnliche Wegbegleiter in den zahlreichen Naturparks des Landes sind Giraffen, Paviane, Bergzebras, Antilopen sowie Spring- und Gemsböcke. Mit ein wenig Glück bekommt man auch ein Nashorn aus der Ferne vor die Linse. Allerdings waren die imposanten Tiere fast ausgerottet. Mittlerweile stehen die menschenscheuen Kolosse unter strengem Naturschutz.

Safari – aber nur mit Fotoapparat

Mitten im Land, am Fuße des Mount Etjo, steht die gleichnamige Lodge. Dort wurde 1990 die Unabhängigkeit Namibias ausgehandelt, das damals noch unter südafrikanischer Verwaltung stand. Rund 100 Mitarbeiter sorgen jetzt für das Wohl der Tiere und der Gäste. Die 20 bis 60 Besucher pro Tag bleiben meist ein oder zwei Nächte. Tagsüber geht es per Jeep auf Fotosafari: Bis zu sechstausend Tiere leben auf der Farm, darunter allein rund 100 Giraffen, etwa 60 Pferdeantilopen, unzählige Springböcke und Weißschwanzantilopen und etliche weiße und schwarze Nashörner. Sogar ein Flusspferd ist auf Mount Etjo zu Hause, natürlich auch Gnus und Hunderte der für Namibia typischen Hartmann Bergzebras. Hohe Zäune sorgen dafür, dass die Tiere nicht ausbüxen. Nach Einbruch der Dunkelheit können Touristen den Löwen beim Fressen zuschauen. Aus gutem Grund haben die Raubkatzen ein separates Gehege, sonst hätten die Kudus und Springböcke eher schlechte Karten.

Mehr Abenteuer - denn Badeurlaub

Im Westen Namibias, entlang der Atlantikküste, erstreckt sich über 1.500 Kilometer die Wüste Namib. Grandiose Dünenlandschaften laden zur Erkundung ein. Am bekanntesten ist sicher die Düne bei Sossousvlei, aber auch die Nebenhügel sind nicht zu verachten. Besonders schön sind die riesigen Sandhaufen morgens bei Sonnenaufgang.

Obwohl Namibia über mehr als tausend Kilometer lange Traumstrände verfügt, ist das Land kein Urlaubsziel für waschechte Baderatten. Kalte Meeresströmungen sorgen nämlich für mehr als erfrischende Wassertemperaturen. Das Meer ist rau, die Sicht geht meist gegen Null. Die Küste heißt nicht umsonst \"Skelett-Küste\" - unzählige Schiffswracks erzählen von der Gewalt des Atlantiks. Und während es im Landesinneren bei bis zu 50 Grad Celsius brütend heiß ist, weht am Atlantik stets eine frische Brise.

Das an der Skelettküste gelegene Seebad Swakopmund ist beliebt als Feriendomizil und wohl der deutscheste aller Orte in Namibia. Jedoch nicht zu jedermanns Freude: Immer wieder wird im Stadtrat gestritten, ob die alten deutschen Straßennamen aus der Kaiserzeit bleiben oder abgeschafft werden sollten.

Deutsche Erinnerungen

Heimwehkranke finden leicht Spuren deutscher Kolonialzeit: Schweineschnitzel, Wurst und Leberkäse - im Hotel Heinitzburg in Windhoek fühlt sich der Besucher aus Deutschland schnell wie zu Hause. Nur die Preise und die fremde Währung - der Namibia-Dollar - erinnern daran, dass man nicht in Leipzig oder in Lüdenscheid ist. Hier kehren hohe Staatsgäste und Regierungsmitglieder regelmäßig ein. Auch für Touristen aus Europa ist das Hotel Anlaufstelle Nummer eins. Vielleicht auch wegen des immensen Weinkellers. Übrigens: Gebaut wurde die Heinitzburg 1914 als privater Wohnsitz der Ehefrau eines Hauptmannes. Die wollte zwar standesgemäß, aber nicht unter einem Dach mit ihrem Gatten wohnen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


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