HALLOWEEN DIENT KOMMERZIELLEN INTERESSEN
Für den Einzelhandel ist Halloween nach Weihnachten und Ostern
inzwischen das drittwichtigste Geschäft. Der Soziologe Rolf
von Lüde von der Universität Hamburg sieht in Halloween,
wie es bei uns gefeiert wird, vor allem eines der Phänomene «globalisierter
Massenkultur, die durch mediale Präsenz aus den USA herüberschwappen.» Das
habe dieses Fest mit vielen Sportarten und auch modischen Trends
gemeinsam, bis hin zu den auch mit dem Schirm nach hinten getragenen
Baseballmützen.
Als Vorbedingung für die Ausbreitung des 2000 Jahre alten
Fests am Vortag von Allerheiligen nannte er, dass es sich von
seinen ursprünglichen Wurzeln löste und passend auch
für eine weitgehend religionslose Gesellschaft wurde.
(Nachricht vom 22.04.2004)
(Alle Angaben ohne Gewähr)
MEDIENBRAUCH STATT KÜRBRISBRAUCH
Der Halloween-Brauch ist in Deutschland nicht natürlich gewachsen,
sondern durch die Medien künstlich erzeugt worden. Der verstärkte
Einfluss der Privatsender Mitte der Neunziger Jahre und die auf
ihnen gezeigten amerikanischen Serien haben den Brauch in die
deutschen Wohnzimmer gebracht. Erst zu diesem Zeitpunkt verdichtet
sich auch die Berichterstattung über Halloween in den Medien.
Halloween, noch vor dreißig Jahren in Deutschland unbekannt,
wird von der Mehrheit der Teenager als ein Brauchtum wahrgenommen,
den es hier schon immer gab. Dies ergibt sich aus einer Umfrage
des Amtes für rheinische Landeskunde im Jahr 2000. Der
Inbegriff von Halloween ist für die meisten Rheinländer
der Kürbis, gefolgt von Grusel, Horror und Amerika, wie
die Studie weiter belegt.
(Nachricht vom 22.04.2004)
HALLOWEEN-THRILLER VON ERFOLGSAUTOR STEWART 0’NAN
Nach seinem Erfolgsroman \"Engel im Schnee\" hat der Autor
Stewart O’Nan nun nachgelegt - “Halloween“ heißt
sein neuestes Werk und begeistert jetzt schon die Kritiker und seine
Fangemeinde.
Halloween, Tag der lebenden Leichen. Die Geister dreier toter Teenager
kehren aus dem Zwischenreich zurück nach Avon, Connecticut. Vor
genau einem Jahr sind sie hier gestorben: eine rasende Tour über
den Highway, die Smashing Pumpkins laut aus den Boxen dröhnend,
ein Joint, hinter ihnen ein Polizeiwagen mit heulender Sirene. Eine
scharfe Kurve. Ein Baum. Nun sehen sie nach den Freunden, die den
Unfall überlebt haben: Kyle, entstellt und debil, und Tim, völlig
unverletzt, aber innerlich \"längst tot\".
So etwas merken Geister, und sie merken auch, dass Tim etwas Schreckliches
vorhat. Doch sie können es nicht verhindern, gegen den Willen
der Lebenden kommen sie nicht an. Die Geister gehen wieder um bei
Stewart O\'Nan, und es sind, wie Christian Thomas zu berichten weiß,
nicht nur die Geister der Jugendlichen, die bei einem Verkehrunfall
ums Leben kamen und nun, ein Jahr später, die Schauplätze
des Geschehens heimsuchen. Denn Avon, Connecticut ist eigentlich selber
eine Gespensterstadt. Ein absolutes Muss für alle Gruselfreunde: \"Halloween\" von
Stewart O´Nan, Rowohlt Verlag, Reinbek 2004
(Nachricht vom 05.05.2004)
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