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Kunstdruck

DIE GESCHICHTE DES KUNSTDRUCKS

Die Lithographie ist der Vorläufer des heutigen Offsetdrucks. Die Technik der Lithographie wurde 1798 von Alois Senefelder erfunden. Seit 1803 wird diese Technik in Frankreich Lithographie genannt. Die Lithographie wurde von den damaligen Künstlern schnell aufgegriffen, denn von allen grafischen Verfahren kommt es der \"handschriftlichen\" Arbeit am nächsten. Weder braucht der Künstler spezielle chemische Kenntnisse noch muss er wie etwa beim Kupferstich mit einem Werkzeug die Widerstände des Materials überwinden. Darüber hinaus war die Lithografie in Verbindung mit Druckpressen ein wirtschaftliches Massendruckverfahren, das Vervielfältigungen in nahezu unbegrenzter Zahl erlaubte. Aus diesen Gründen wurde die Lithografie nicht nur schnell zur autonomen Kunstform, sondern war auch für die Presse ein schnelles Medium, aktuelles Zeitgeschehen bildhaft wiederzugeben.

Die Lithografie wurde sehr rasch von der Werbung aufgegriffen. Bedingt durch diese neue, preisgünstige Technik veränderten Werbeplakate und Litfass-Säulen das Stadtbild. Eine führende Rolle für die Entwicklung der frühen Plakate spielten französische Künstler, unter ihnen vor allem Toulouse-Lautrec. Er bevorzugte großformatige Blätter, verbunden mit einer leicht zu handhabenden Kolorierung von wenigen Farbsteinen in Gelb, Rot und Blau, die auch von der Ferne anziehend wirkten.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


KUNSTDRUCK GLOSSAR

Aquatinta
Im 18. Jahrhundert aufkommendes Druckverfahren. Durch den Ätzvorgang ist Aquatinta mit der Radierung verwandt. Bei Aquatinta-Drucken wird die Platte mit staubförmigem Harz bestäubt und danach erwärmt. Anschließend wird die Platte in eine schwache Säure getaucht, wobei die Stellen der Metalloberfläche angeätzt werden, die nicht mit Harz bedeckt sind. Durch die Zartheit der Struktur ist die Auflagehöhe auf maximal Hundert begrenzt.

Drucktechniken
Die Drucktechniken werden in zwei wichtige Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe ist die des Hochdrucks mit seinen typischen Vertretern, dem Holzschnitt, Holzstich und dem Linolschnitt. Die andere Gruppe ist die des Tiefdrucks mit dem Stichverfahren, der Radierung, Aquatinta, Kaltnadelarbeit, Mezzotinto und Schabkunst.

Kaltnadelarbeit
Dem Stichverfahren ähnliche Technik. Das Bild wird mit einem stiftähnlichen Werkzeug, das meistens eine Diamantspitze besitzt, auf die unbehandelte Kupfer- oder Zinkplatte gezeichnet. Beim Zeichnen in die Platte zieht das Werkzeug eine Rille und wirft dabei zu beiden Seiten einen weichen Grat auf. Aufgrund der Feinheit des Grats lassen sich nur selten mehr als 30 Drucke herstellen.

Lithographie (auch Litho, Steindruck)
Die Lithografie wurde 1796/1797 durch A. Senefelder entdeckt. Die Zeichnung wird mit fettigem Material auf Sandstein oder auf Zink-(Aluminium-)Platten aufgetragen; Stein oder Zinkplatten werden danach angefeuchtet oder mit fettiger Tusche eingerieben; angefeuchtetes Papier wird auf den Stein gelegt und mit Hilfe einer Spezialpresse bedruckt. Ende des 19. Jahrhunderts schuf Henri Toulouse-Lautrec mit seinen Farbplakaten die Farb-Lithografie als eigenständige Kunstform.

Limitierte Auflage, Nummerierung
Durch die Angaben der limitierten Auflage und der Nummerierung des Blattes wird das Original geschützt. Die Nummerierung 1/100 beispielsweise bedeutet: erster Abzug von insgesamt 100 Abzügen. E.A. und H.C. statt der Nummerierung eines Abzuges sind die Abkürzungen der französischen Bezeichnungen épreuve d\'artiste und hors de commerce, also "Belegexemplar für den Künstler" und "außerhalb des Handels" (auch ED = Exemplar Drucker, EW = Exemplar Werkstatt, ZD = Zustandsdrucke, BAT = Bon `a Tirer und AP = Artist Proof). Es sind zusätzlich zur Auflage gedruckte, nicht mitgezählte Blätter, die auch als Belegstücke für den Drucker oder als Muster für den Kunsthändler dienen sollen.

Mezzotinto
Ein dem Kupferstich verwandtes Verfahren. Die gesamte Oberfläche wird mit dem Granierstahl bearbeitet. Anschließend zeichnet der Künstler mit einem Schabeisen das Bild auf die Platte, wobei die mit dem Granierstahl aufgerauten Flächen teilweise oder auch ganz verschwinden. Die tonigen Übergänge von Flächen aus kräftigem Schwarz bis hin zum reinen Weiß verleihen dem Mezzotinto malerische Wirkungen, die den Bildvorstellungen des Barock entgegen kamen.

Radierung
Eine Metallplatte wird mit einer säurefesten Substanz auf Wachsbasis bestrichen. Mit einer Radiernadel wird in den Ätzgrund der Platte geritzt und anschließend wird die Platte in ein Säurebad getaucht, wo die Stellen herausgeätzt werden, die vorher mir der Radiernadel freigelegt wurden sind. Die Radierung lässt Auflagehöhen von ein- bis zweihundert Exemplaren zu.

Stahlstich
Handwerkliches Druckverfahren. In eine Metallplatte werden mit einem Grabstichel Linien, Punkte oder Flächen geschnitten und danach wird die Farbe durch eine Walze über die Platte gerollt, wobei alle Linien mit Farbe aufgefüllt sein müssen. Anschließend wird die Plattenoberfläche abgewischt, so dass nur in den eingeschnittenen Linien oder Spalten Farbe verbleibt. Auf die Platte wird ein Bogen angefeuchtetes Papier gelegt und dies mit einem weichen Tuch oder Filz abgedeckt. Unter dem Druck der Presse saugt das Papier die Farbe aus den eingeschnittenen Linien auf, so dass das Bild auf das Papier übertragen wird. Der Stahlstich wurde 1820 von Charles Heath erfunden, erlaubt feinste Linienführung und wurde vor allem für Reproduktionszwecke verwendet. Durch die Härte des Materials sind beinahe unbegrenzte Auflagehöhen möglich.

Zeichnung
Künstlerische Darstellung. Die mit freier Hand geschaffene Zeichnung beruht hauptsächlich auf Linien und ist meist auf Papier gefertigt. Sie dient als Skizze von Kunstwerken wie Gemälde, Skulpturen und Architektur. In der modernen Kunst nimmt die Zeichnung einen eigenständigen Wert an und ist Ausdruck spontaner und verdichteter Darstellung.


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