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Briefmarken

KLEINES BRIEFMARKEN-GLOSSAR

Abart
Bezeichnung für Briefmarken mit einer Abweichung z.B. im Markenbild, Farbe, Zähnung, Papier oder Wasserzeichen. Abarten können auch bei Stempeln oder Ganzsachen, wie falsche Buchstaben oder Ziffern, vorkommen. Diese Marken sind sehr selten und daher wertvolle Sammelobjekte.

Ablösen
Briefmarken bzw. der rückseitige Klebstoff ihrer Gummierung lösen sich leicht im lauwarmen Wasserbad. Besonders klebriger Gummi kann vorsichtig mit den Fingern im Wasser abgestreift werden. Vorsicht, hier können Verletzungen des Papiers, die bekannten dünnen Stellen, in der Fachsprache Fenster genannt, entstehen. Nach dem Wasserbad die Briefmarken in ein Trockenbuch legen.

Buntfrankatur
Philatelistische Bezeichnung für eine Postsendung, die mit mindestens drei Briefmarken verschiedener Wertstufen bzw. Farben aus einem Satz freigemacht ist.

Durchstich
Gelegentlich verwendete Trennungsart der Briefmarken aus dem Markenbogen. Das Papier wird hier nicht perforiert, sondern mit winzigen Messerklingen in geringen Abständen eingeschnitten. Meistens sind die Durchstiche linien- oder sägezahnförmig, manchmal auch wellen- oder bogenförmig. Allerdings führen die entstehenden ‚Brücken’ wegen ihrer Größe beim Abreißen der einzelnen Marken oftmals zu Beschädigungen.

Ersttagsstempel
Auch Ersttags-Zusatzstempel genannt. Im weiteren Sinne jeder am Erstausgabetag der jeweiligen Marke auf diese abgeschlagener Stempelabdruck mit Datumsangabe. In Deutschland und bei der UNO wird ein Ersttagssonderstempel verwendet.

Freimarke
Begriff aus der Sammlersprache mit drei Verwendungsweisen:

  • Synonym für Dauerserienwert,
  • Alle zur Frankatur benutzten Marken,
  • Alle jemals verwendeten Marken, also auch die Postinternen wie Porto- oder Verrechnungsmarken.

Ganzsache
Abkürzung GS; Briefkuvert, Postkarte oder andere Postsendungsform, bei der ein Wertzeicheneindruck in Höhe des erforderlichen Portos angebracht ist.

Gummierung
Auf der Briefmarkenrückseite angebrachte dünne Schicht, die beim Befeuchten klebrig wird und so auf ein Briefstück aufgebracht werden kann. Die Gummierung wird meistens vor dem Druck aufgetragen.

Kammzähnung
Zähnungsart, bei der die Breiten- und Höhenzähnung einer Bogenreihe in einem Arbeitsgang ausgeführt werden. Die Eckzähne sind somit gleichmäßig.

Kastenzähnung
(wie bei der Kammzähnung)

Katalog
Systematisches Verzeichnis von sammelwürdigen Objekten mit Angabe von Katalogpreisen, die als Richtlinien für Kauf und Tausch gelten können.
Die bekanntesten: Deutschlands \"Michel\", Großbritanniens \"Stanley Gibbons\", Skandinaviens \"FACIT\", und der US-amerikanische \"Scott\"- Katalog.

Kehrdruck
Mit Kehrdruck bezeichnet man ein senk- oder waagerechtes Markenpaar, das vom Markenbild her gesehen zueinander Kopf steht. Der Grund dafür ist meistens ein verkehrt in die Druckform eingelötetes Druck-Klischee. Kehrdrucke sind selten und daher begehrt.

Klischee
Bezeichnung für Druckplatten und Druckstöcke aller Art, die Abweichungen vom Originaldruck aufweisen.

Ländersammlung
Eine Ländersammlung umfasst im Regelfall alle von einem Land herausgegebenen Briefmarken.

Linienzähnung
Diese Zähnung erfolgt erst in der einen, dann in der anderen Richtung. Durch diese zwei Arbeitsschritte fallen die Eckzähne meistens unregelmäßig aus.

Machwerk
Philatelistische Bezeichnung für briefmarkenähnliche Objekte von nicht existierenden Staaten oder Exilregierungen. Die meist recht farbenprächtigen Ausgaben entspringen rein der Phantasie und haben mit Briefmarken überhaupt nichts zu tun, denn sie wurden nicht als Postwertzeichen von einer Postverwaltung oder -organisation verausgabt. Vom Kauf ist daher abzuraten.

Makulatur
Fachbegriff aus dem Druckgewerbe für alle fehlerhaften Drucke, die deswegen vernichtet werden müssen. In den Handel gelangte Unregelmäßigkeiten im Bild oder der Zähnung einer Briefmarkenausgabe sind also eigentlich Makulatur, die an der Kontrolle unbemerkt vorbeikam.

Nachgummierung
Von Nachgummierung spricht man, wenn ungebrauchte Marken mit einer neuen Gummierung versehen werden, um so postfrische Stücke vorzutäuschen und damit ihren Wert zu erhöhen. Diese Marken sind verf älscht und damit minderwertig.

Ortsdatumstempel
Die gebräuchlichste Stempelart - im postalischen Sprachgebrauch auch “Tagesstempel” genannt und oft kreisförmig. Neben dem Namen des Postortes wird auch das Datum der Stempelung angezeigt.

Plattenfehler
Fehler in der bedruckten Fläche einer Briefmarke, dessen Ursache auf eine Beschädigung der Druckplatte zurückzuführen ist. Ein Plattenfehler tritt bei der gesamten Auflage oder – falls er bemerkt wurde – zumindest bei einer Teilauflage auf. Plattenfehler steigern in der Regel den Sammlerwert.

Postfrisch
Qualität einer Briefmarke, so wie sie am Postschalter erhältlich war. Also weder Vorder- noch Rückseite sind verschmutzt oder in irgendeiner Art und Weise beschädigt.

Qualitätsmerkmale
Briefmarken werden nach dem Grad Ihrer Erhaltung beurteilt. Briefmarken ‚feinster Erhaltung’, also 1.Wahl, müssen, je nachdem wie sie vorliegen, eine ausreichende Randbreite, eine einwandfreie Zähnung, frische Farbe, eine saubere Abstempelung oder eine gut erhaltende Originalgummierung vorweisen. Wenn folgende Qualitätsmängel auftreten, werden die Marken je nach Schwere der Mängel 2. Wahl, 3. Wahl usw. zugeordnet und erfahren eine Wertminderung: ungenügende Randbreite, mangelnde Zentrierung perforierter Marken, fehlende, ausgerissene oder mehrere kurze Zähne, ungenügende Farbfrische, Knitterung, Schürfungen, Einrisse, dünne Stellen, unsaubere Stempel, Flecke, Verstaubung, mangelhafte Gummierung unbenutzter Marken durch Falzreste, Papierreste u. a., verdeckte M ängel durch Reparatur.

Satz
Philatelistischer Bezeichnung für mehr als eine Briefmarke, die am gleichen Tag zu einem gemeinsamen Anlass verausgabt werden.

Serie
Philatelistischer Begriff für eine Reihe von Briefmarken, die über einen gewissen Zeitraum zu einem gemeinsamen Ausgabeanlass herausgegeben werden.

Ungebraucht
Philatelistische Bezeichnung für eine Briefmarke oder Ganzsache, die postalisch nicht verwendet wurde. Im Unterschied zu postfrischen Briefmarken können ungebrauchte Briefmarken auch mit Klebefalz oder Falzresten versehen sein.

Vorphilatelie
Auch ‚Altbriefkunde’ oder ‚Vormarkenzeit’ genannt. Unter Vorphilatelie versteht man das systematische Sammeln, Erforschen und Auswerten von Briefen, deren Abstempelungen, postalischen Vermerke usw. aus der Zeit vor Einführung der aufklebbaren Briefmarke, also vor 1840, stammen. Teilweise werden auch spätere Briefe berücksichtigt, da nicht immer zeitgleich mit Erscheinen der ersten Briefmarken die Frankierungspflicht eintrat und vorphilatelistische Stempel weiterverwendet wurden.

Wasserzeichen
Ins Papier eingearbeitetes Herkunfts-, Sorten- oder Sicherheitszeichen, das als Echtheitsmerkmal zum Schutz vor Fälschung von Briefmarken im Papier eingearbeitet wurde. Es entsteht durch unterschiedlich dicke Stellen im Papier. Problem dabei: Nach Aufkleben der Marke ist das Wasserzeichen nicht mehr oder kaum noch zu erkennen. Die Deutsche Bundespost ging in den 60er Jahren deswegen dazu über, dem Postwertzeichenpapier eine fluoreszierende Substanz beizumischen, die unter ultraviolettem Licht erkennbar wird.

Zähnung
Um eine bequeme Abtrennung der Marken voneinander zu gewährleisten, werden die Zwischenräume der Briefmarken auf dem Markenbogen perforiert. Technisch wird zwischen drei Zähnungsarten unterschieden: Kamm-, Kasten- und Linienzähnung. Je nach der Anzahl der kleinen Löcher pro zwei Zentimeter spricht man von weiter Zähnung, die sich durch wenige, große Zähnungslöcher auszeichnet oder enger Zähnung, die Variante mit mehreren, kleineren Zähnungslöchern.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


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