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Drachen

DER DRACHEN-MYTHOS

Im Mythos taucht das Bild des Drachen immer wieder auf. Dabei steht der Drachen meist für das Böse und die Zerstörung. Zuweilen stellen Drachen auch die personifizierte Versuchung da. In den meisten Mythen wird der Kampf eines Helden geschildert, der den Drachen tötet. Siegfried besiegt in der Nibelungensage den Lindwurm Fafnir und badet in seinem Blut. Sprichwörtlich ist auch die Hydra geworden, der Herakles die Köpfe abschlägt. Solche Sagen führen dazu, dass der Drachen auch im kriegerischen Umfeld auf Bannern und als Symbol Verwendung findet.

Zum Teil ist das Bild des Drachen aber auch positiv besetzt, wie vor allem in der asiatischen Mythologie und Astrologie. Hier sind die Drachen weise, halbgöttliche Kreaturen, die den Menschen in Schutz nehmen und ihm weiterhelfen. Obwohl im Christentum der Erzengel Michael am Ende der Tage die Rolle des Drachenkämpfers übernimmt, kann der Drachen auch hier, wie zum Beispiel als Sinnbild beim Heiligen Georg, positiv bewertet werden.

Auffallend ist, dass Drachen immer mit den Elementen Feuer, Wasser und Erde in Verbindung gebracht werden. Meistens werden Drachen auch als Mischwesen mit Charakteristiken von Schlangen, Löwen oder Krokodilen dargestellt. Neben den alten Sagen wird das Sinnbild des Drachens heute auch in den beliebten Fantasy-Abenteuern und Rollenspielen wieder belebt.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


TIPPS UND TRICKS FÜR DEN BAU VON DRACHEN

Gerade im Herbst und Frühjahr, wenn der Wind wieder kräftig weht, macht es eine besondere Freude, Drachen fliegen zu lassen. Drachen, die sich problemlos zusammenstecken lassen und dann sofort fliegen, können natürlich ganz leicht im Geschäft gekauft werden. Aber den Stolz, einen selbstgebauten Drachen fliegen zu lassen, können sie nicht ersetzen. Im Folgenden wird ein Modell vorgestellt, dass sich ganz leicht nachbauen lässt. Im Fachjargon nennt man diese Art von Drachen „Einleiner“, da sie nur an einer Leine, bzw. einer Schnur hängen.

Materialien
Robustes Seidenpapier oder eine Plastikfolie, zwei gleich lange Holzstäbe, eine kräftige Schnur oder Zwirn und Klebeband. Als Werkzeug werden Schere, Lineal und Locher benötigt. Auch ein Messer hilft manchmal weiter.

Anleitung
1. Schritt: Aus dem Seidenpapier oder der Plastikfolie wird ein gleichmäßiges Trapez herausgeschnitten (also ein normales Viereck, das an zwei gegenüberliegenden Seiten durch ein Dreieck verlängert ist). Dabei muss die Höhe des in der Form enthaltenen Vierecks der Länge der Stäbe entsprechen, die später verwendet werden.

2. Schritt: An den beiden herausstehenden Dreiecksspitzen wird mit dem Locher je ein Loch angebracht. Sinnvoll ist es, diese Stellen vor dem Lochen mit mehreren Schichten Klebeband zu verstärken. Sonst reißt der spätere Drachen durch die Kraft des Windes auseinander.

3. Schritt: Nun müssen die beiden Stäbe jeweils vom oberen zum unteren Eck entlang der vertikalen Linie an den Drachen befestigt werden. Die beiden Dreiecke mit den Löchern hängen dann lose am Drachen, während das Innere des Drachens durch die Stäbe Halt bekommt. Die Stäbe müssen an mehreren Stellen mit Klebebandstreifen an das Seidenpapier oder die Plastikfolie angebracht werden.

4. Schritt: Jetzt werden die zwei Enden einer Schnur fest an die Löcher gebunden. In der Mitte zwischen beiden Löchern wird diese Schnur mit der eigentlichen Drachenschnur fest verknotet. Und fertig ist der Drachen.

Viel Spaß beim Fliegen lassen und immer daran denken: Wenn es beim ersten Mal nicht klappt - Übung macht den Meister, auch beim Bauen von Drachen.


DIE GESCHICHTE DES DRACHEN

Drachen haben eine 2.500 Jahre alte Geschichte. Erfunden wurden sie in China. Aus Seide und Stäben wurden die ersten flugfähigen Geräte gebaut. Vor allem im militärischen Bereich wurden diese zunächst eingesetzt. Den Drachen ließ man in Richtung des Feindes steigen, um so die Entfernung zu messen. Nebenher wurden in China auch kunstvolle Drachen für besondere Feste angefertigt. Das Drachenhandwerk war aber der reichen Oberschicht vorbehalten, da das Grundmaterial Seide sehr teuer war.

Obwohl schon Marco Polo von den flugfähigen Drachen berichtet, kommen erste Drachenkonstruktionen erst am Ende des 18.Jahrhunderts in Europa auf. Zunächst waren sie nur ein Hilfsmittel der Wissenschaft, insbesondere der Meteorologie. So misst der schottische Wissenschaftler Alexander Wilson 1749 die Temperaturunterschiede bis auf eine Höhe von 915 Metern. Benjamin Franklin weist mit einem Drachen nach, dass Blitze aus elektrischer Energie bestehen. Bis Mitte des 19.Jahunderts wurde der Drachen so weiterentwickelt, dass er gut in der Wetterforschung verwendet werden konnte. Noch in den beiden Weltkriegen wurden Drachen militärisch genutzt. Heute ist das Drachensteigenlassen nur noch aus Sport und Freizeit bekannt. Vereinzelt werden Drachen noch in der Meteorologie eingesetzt.


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