GROSSE MOMENTE IM FUßBALL - DIE WELTMEISTERSCHAFTEN
Die Weltmeisterschaften im Fußball sind alle vier Jahre Ereignisse,
in denen sich der Fußball selbst feiert. Fans aus allen Ländern
unterstützen ihre Nationalteams. Ein Rückblick lässt
diese großen Momente im Fußball wiederaufleben. Die erste
offizielle Fußballweltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt.
Bis dahin galten die jeweiligen Olympiasieger als Weltmeister. Zunächst
besteht, trotz vieler Bemühungen des Fußballweltverbandes
(FIFA), kein besonders großes Interesse an dieser Art von Turnier.
Aus finanziellen Schwierigkeiten können die meisten europäischen
Mannschaften, wie auch England und Deutschland, nicht zur Weltmeisterschaft
anreisen. Das Finale gewinnt Uruguay gegen Argentinien mit 4:2.
1934 wird Italien im eigenen Land Weltmeister. Zum ersten Mal
werden Qualifikationsspiele ausgetragen. Auch 1938 wird Italien
mit einem 4:2 im Finale gegen Ungarn Fußballweltmeister.
Die großen Fußballnationen wie England, Uruguay
und Argentinien mieden allerdings das Turnier. Vittorio Pozzo,
der Trainer der Italiener, ist damit bis heute der einzige Trainer,
der den Titel des Fußballweltmeisters verteidigen konnte.
Nach einer Zwangspause gewinnt Uruguay 1950 in Brasilien die
erste Weltmeisterschaft nach dem Krieg. Zum ersten Mal tritt
Brasilien als große Fußballnation ins Rampenlicht.
Sie sind die bestimmende Mannschaft des Turniers und verlieren
nur unglücklich in der letzten halben Stunde das Finale.
Das Finale der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz geht in
die Geschichte des Fußballs als das Wunder von Bern ein.
Völlig überraschend werden die Deutschen bei ihrer
ersten WM-Teilnahme nach dem Krieg Weltmeister. Ungarn, der
Gegner im Finale, hatte davor fast zwei Jahre lang kein Spiel
verloren. Die Weltmeisterschaften 1958 in Schweden und 1962
in Chile stehen im Zeichen von Pelè, dem wohl bis heute
besten Fußballspieler aller Zeiten. Beide Male wird Brasilien
Weltmeister.
1966 wird England Fußballweltmeister im eigenen Land.
Ob der Fußball beim berühmten Wembleytor über
der Linie war oder nicht, ist bis heute ungeklärt. Nachdem
Brasilien bei der letzten Fußball-WM überraschenderweise
in der Vorrunde ausgeschieden war, gewinnt Pelé mit seiner
Manschaft 1970 in Mexiko seine dritte WM. Die Trophäe Jules
Rimet wird damit definitiv an Brasilien vergeben. Mario Zagallo,
der Trainer der Brasilianer, hat damit die WM jeweils als Spieler
und Trainer gewonnen. Ein Kunststück, das später auch
Beckenbauer gelingen wird.
Dieser gewinnt mit Deutschland 1974 im eigenen Land den neu
gestifteten FIFA World Cup. In Argentinien, das 1978 auch Weltmeister
im Fußball wird, verlieren die Holländer ihr zweites
Finale in Folge. 1982 wird Italien bei der in Spanien ausgetragenen
Fußball-WM zum dritten Mal Fußballweltmeister. Auch
in Mexiko 1986 verlieren die Deutschen, wie schon vier Jahre
zuvor, das Endspiel. Dennoch setzt sich bei den Deutschen endgültig
der Mythos von der Turniermannschaft durch, die irgendwie doch
noch ins Finale kommt. Diego Maradona ist der überragende
Spieler des Turniers und gewinnt mit Argentinien die WM. 1990
können sich die Deutschen in Italien revanchieren und gewinnen
die Neuauflage des Finales von 1986 gegen Argentinien.
Bei der Fußball-WM in den USA 1994 muss ein Finale zum
ersten Mal per Elfmeterschießen entschieden werden.
Der tragische Held heißt Roberto Baggio, der den entscheidenden
Elfmeter verschießt. Nach 24 Jahren ist Brasilien wieder
Fußballweltmeister. Die Weltmeisterschaft in Frankreich
steht im Zeichen von Zinedine Zidane, der seine Franzosen
klar zu ihrem ersten Weltmeistertitel im Fußball führt.
Nach dem verpatzten Finale vier Jahre zuvor entscheidet Ronaldo
bei der Fußball-WM in Japan und Südkorea das Finale.
Durch seine zwei Treffer gegen Deutschland ist Brasilien der
amtierende Fußballweltmeister.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE WICHTIGSTEN REGELVERÄNDERUNGEN IM FUSSBALL
Die ersten ausformulierten Regeln bekommt der Fußball 1846 von
Studenten der Universität Cambridge in England. Erst ab diesem
Zeitpunkt kann eigentlich von Fußball gesprochen werden. Davor
glich das Spiel eher einem Raufballspiel und war eine Mischform aus
Rugby und Fußball. Die Spieler haben Mützen zu tragen und
Hosen, die über die Knie gehen. Ein Team besteht zu dieser Zeit
noch aus 15-20 Spielern. Erst 1870 setzt die englische Fußballvereinigung
die Anzahl der Spieler pro Team verbindlich auf elf fest.
Ab 1871 darf dann nur noch der Torwart den Fußball in
die Hände nehmen. Allerdings dürfen die Feldspieler
ab 1882 den Fußball wieder mit den Händen einwerfen.
Langsam nimmt das Fußballspiel seine heutige Form an.
1875 bekommen die Tore Querlatten, und 1890 Netze. Die Halbzeitpause
und der Seitenwechsel werden ebenfalls neu eingeführt.
1902 wird der Strafraum zu einem Rechteck. Der Torwart darf
den Ball jetzt nur noch innerhalb des Strafraums in die Hände
nehmen. Und ab 1925 muss der Torwart einen eigenen Pulli anziehen,
damit er besser von den Feldspielern unterschieden werden kann.
In der Folge werden vor allem die Regeln für den Spielablauf
verfeinert. Schon ab 1907 ist die Regel im Fußball gültig,
dass bei Freistößen Abstand gehalten werden muss.
Die Gegenspieler müssen dabei mindestens 10 Yards (9,15
Meter) vom Ball entfernt sein. 1925 wird dann die Abseitsregel,
wie man sie heute kennt, eingeführt. Wenn der Ball abgegeben
wird, müssen sich mindestens zwei Gegenspieler zwischen
der Torauslinie und dem angreifenden Spieler befinden. Ab 1990
gilt dies aber nicht bei gleicher Höhe.
Das Fußballspiel wird jetzt organisierter. Ab 1939 gibt
es Rückennummern für die Fußballspieler. Aufgrund
der beginnenden Fernsehübertragungen darf der Ball ab 1951
auch weiß sein. In einem Spiel dürfen jetzt auch
bis zu zwei Spieler ausgewechselt werden, ab 1995 sind sogar
drei Einwechslungen erlaubt.
Kaum zu glauben ist, dass es erst ab 1970 gelbe und rote Karten
gibt. Auch das Elfmeterschießen nach einer unentschieden
endenden Verlängerung wird erst jetzt im Fußball
eingeführt. Ab 1991 werden zwei gelbe Karten nicht mehr
mit der Roten Karte, sondern mit der so genannten Ampelkarte
(„Gelb-Rot“) bestraft. Der Rückpass zum eigenen
Torwart ist ab 1992 nicht mehr gestattet. Wie sich die Regeln
im Fußball weiterentwickeln werden, ist schwer absehbar.
Am ehesten dürfen Veränderungen erwartet werden, die
der Dynamik und Schnelligkeit des Spiels Rechnung tragen. Aber
auch das Abwägen von wirtschaftlichen Interessen und sportlichen
Komponenten im Fußball könnte für weitere Veränderungen
sorgen.
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