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Magie

MAGIE UND HEXENVERFOLGUNG

Hexen gibt es, seit es Menschen gibt. In den Anfängen der Menschheit waren es die weisen Frauen, die sich in der Kräuter-, Heil und Geburtskunde auskannten. Sie erfüllten wichtige Funktionen in der Gemeinschaft und waren geachtet. Erst mit der Zeit der Hexenverfolgung, die im 15. Jahrhundert begann und bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts dauerte, wurde der Begriff \"Hexe\" geprägt und mit negativen Assoziationen wie \"verhext\" oder \"verflucht\" belegt.

Mit Fortschreiten der Zivilisation und im Zuge der Christianisierung fürchteten sich die Menschen zunehmend vor der magischen Kraft, die von den weisen Frauen ausging. Geschürt wurde diese Furcht von der Kirche und später auch von weltlichen Institutionen. Der so entstandene Hexenwahn war ein wirksames Mittel, um Menschen loszuwerden, die dem alleinigen Machtanspruch im Wege standen. Die von der kirchlichen Inquisition losgetretene Hexenverfolgung wurde bald von weltlichen Institutionen übernommen, die auf grausame Weise ihre Opfer verfolgten. Die der Hexerei bezichtigten Frauen waren der Sündenbock für alles: Epidemien, Krankheiten, Missernten.

Hinzu kam noch, dass im 15. Jahrhundert hierzulande die ersten Universitäten gegründet wurden. Die Medizin und Geburtskunde, bisher von Kräuterweiblein, Heilkundlerinnen und Hebammen ausgeführt, wurde wissenschaftlich gelehrt. Den nun neu ausgebildeten Ärzten waren die althergebrachten Schamaninnen ein Dorn im Auge. Frauen, aber auch Männer, wurden über Jahrhunderte bis zur Goethe- und Aufklärungszeit als Hexen verfolgt und hingerichtet. Die letzte Hinrichtung einer Frau als Hexe wird auf das Jahr 1782 in der Schweiz datiert.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


GLOSSAR

Hexe
Der Begriff \"Hexe\" kommt vom altdeutschen Hagazussa und bedeutet so viel wie \"Zaunreiterin\". Als die Menschen sesshaft wurden, begrenzte sich ihr besiedeltes Land durch wild wuchernde Hecken. Diese boten unter anderem Schutz vor den Feinden, die aus dem Wald kamen. Hinter der Hecke begann das Unheimliche. In den Hecken hielten sich die Kräuterweiber bevorzugt auf. Hier gab es eine Unmenge Heilkräuter, wie Hagebutten, Hollunder usw. Außerdem nutzen sie diese Orte zur Meditation. Später bezeichnete der Begriff einen \"weiblichen Geist\", zuletzt eine \"mit dem Teufel im Bunde\" stehende und \"über magisch-schädigende Kräfte\" verfügende Frau. Der Begriff \"Hexe\" wurde von der Inquisition im 15. Jahrhundert eingeführt und hat \"alle anderen Zauberer- und Dämonennamen zurückgedrängt.\"

Inquisition
Aus dem Lateinischen stammender Begriff für eine gerichtliche Untersuchung. Seit dem 12. Jahrhundert bezeichnet \"Inquisition\" die von der Römisch Katholischen Kirche eingerichtete Behörde, deren Aufgabe darin bestand, Ketzer zu verfolgen, vor Gericht zu stellen und zu verurteilen.

Wasserprobe
Im Mittelalter wurden vermeintliche Hexen einer Wasserprobe in fließendem oder stehendem Wasser unterzogen. Dabei band man Daumen und Zehen der beschuldigten Person über Kreuz zusammen und ließ sie an einem Seil ins Wasser herab. Ging sie nicht unter, so sah man darin ein Zeichen ihrer Schuld, da das Wasser Unreines, also Böses wieder ausspie.

Gottesurteil
Das Gottesurteil ist keine Besonderheit des europäischen mittelalterlichen Rechts. Es findet sich auch in vielen archaischen Kulturen. Das Gottesurteil beruht auf der Vorstellung, dass Gott als Hüter des Rechts in Fällen der Unergründbarkeit einer Rechtslage durch Zeichen Hinweis auf Schuld oder Unschuld gibt. In erster Linie dient somit das Gottesurteil als Beweismittel.

Ketzer
Abgeleitet ist \"Ketzer\" von \"Katharer\", einer häretischen Gruppe des Mittelalters. Der Ausdruck wurde für Menschen und Gruppen verwendet, die eine kirchliche Lehre bewusst bestritten.

Hexensabbat
In den Nächten vom 31. Juli (Lammas oder Schnitterfest) und vom 1. Februar (Lichtmess), wahrscheinlich aber auch in anderen Nächten, abgehaltene Zeremonie. Die christliche Vorstellung eines Hexensabbats speist sich zum einen aus der Tatsache, dass während des gesamten Mittelalters vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale wie Sonnwendfeiern abgehalten wurden, zum anderen aus dem institutionalisierten Antisemitismus der mittelalterlichen Kirche, der die Deutung des jüdischen Sabbats als geheime Ketzertreffen lancierte.

Hexenhammer
Eine 1487 von den beiden Dominikanern Heinrich Institoris (ca. 1430-1505) und Jakob Sprenger (1436/38-ca. 1495) verfasste bzw. zusammengestellte Systematik des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hexenwesens. Zugleich sollte das Werk aber auch zu dessen Bekämpfung dienen. Heinrich Institoris war Inquisitor und wollte mit dem Hexenhammer (malleus maleficarum) eine Grundlage für die Hexenverfolgungen schaffen. Erstmals wurde der Hexenhammer 1487 in Straßburg gedruckt. Das Werk besteht aus drei Teilen.
1. Hexerei
2. Wirkung der Hexerei
3. Hexenprozessrecht (ein Kriminalindex für Hexenprozesse)

Im Hexenhammer wird auch die Weiblichkeit der meisten Hexen angesprochen und logisch erklärt. Der Hexenhammer besagt, es gäbe zwei Arten von Teufeln:
a) Inkuben, d.h. Teufel, mit denen Frauen geschlechtlich verkehren
b) Sukkuben, weibliche Buhlteufel, die sich Männern hingeben.

Der Autor behauptet, dass aufgrund der unersättlichen Wollust, die zum Umgang mit Dämonen reize, das weibliche Geschlecht besonders betroffen sei.

Hexenmal (Stigma)
Von stigmastigma diabolicum, Teufelszeichen. Das Zeichen wird angeblich vom Teufel am Körper einer Hexe angebracht, z.B. in Form von Muttermalen oder Leberflecken.

Walpurgisnacht
Am 30. April ist Walpurgisnacht. In der Nacht zum ersten Mai wird Beltane gefeiert, das keltische Fest des Neubeginns, wenn Gott und Göttin sich in einem Akt der Schöpfung vereinigen.

Wicca-Kult
Mit dem Wicca-Kult sollen Beziehungen zu den magischen Mächten der Natur hergestellt werden. Es werden zwei Götter verehrt, der Gott der Wälder und der Unterwelt und die dreifaltige Göttin, die als Jungfrau, Mutter und Weise erscheint.


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