SCHLECHTE ZAHLUNGSMORAL VERURSACHT PLEITEN
Die Zahlungsmoral in Deutschland hat sich weiter verschlechtert.
Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) rechnet
damit, dass viele Unternehmen im laufenden Jahr wegen zu hohen
Außenständen
Insolvenzanträge stellen müssen. Den Schaden für
die Volkswirtschaft beziffert der Verband mit rund 40 Mrd EUR.
Deutschland befindet sich nach den Worten des BDIU-Präsidenten
Stephan Jender in der bislang größten und am längsten
anhaltenden Welle von Unternehmenszusammenbrüchen der Nachkriegsgeschichte.
58% der insgesamt 495 im Verband organisierten Inkasso-Unternehmen
haben festgestellt, dass gewerbliche Schuldner derzeit schlechter
bezahlen als vor einem halben Jahr, dies geht aus einer Verbandsumfrage
hervor. 55% der befragten Unternehmen sehen diese negative Entwicklung
bei privaten Schuldnern. Ähnliche Erfahrungen werden in
vielen Unternehmen gemacht. Beispielweise verzeichnet die TUI
AG, Hannover, bei einigen Firmenkunden eine verschlechterte
Zahlungsmoral. Die Rechnungen für Geschäftsreisen
würden im Vergleich zu früher in Einzelfällen
erst einige Monate nach Ablauf des Zahlungsziels bezahlt. Hauptgrund
für die laxe Zahlungsmoral ist nach Ansicht des Verbandes
auch die Überschuldung, von der zur Zeit 2,8 Millionen
Menschen in Deutschland betroffen seien.
(Nachricht vom 26.05.2004)
(Alle Angaben ohne Gewähr)
DIE DEUTSCHEN SHOPPEN WENIGER
Obwohl in den Geschäften im April mehr umgesetzt wurde als
im März, ist der Einzelhandel nach Ansicht von Handelsverbänden
und Ökonomen noch nicht über den Berg. Denn im Verhältnis
zum Vorjahr sind die Umsätze im deutschen Einzelhandel rückläufig.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige
Ergebnisse aus sechs Bundesländern berichtete, haben die Deutschen
inflationsbereinigt 1,8 Prozent weniger eingekauft als im April
2003. Im Vergleich zum Vormonat März setzte der Einzelhandel
saison- und kalenderbereinigt unter Berücksichtigung der Inflation
allerdings 0,6 Prozent mehr um. Nominal belief sich das Plus sogar
auf 1,0 Prozent. Die Daten aus sechs Bundesländern, aus denen
sich das vorläufige Ergebnis zusammensetzt, stehen der Behörde
zufolge für 81 Prozent des bundesweiten Einzelhandels. Für
die ersten vier Monate des Jahres errechneten die Statistiker im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzminus von nominal 1,5
und inflationsbereinigt 1,1 Prozent.
(Nachricht vom 02.06.2004)
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