DER HANDY-TARIFDSCHUNGEL - NOCH DURCHSCHAUBAR?
Der gewiefte Festnetztelefonierer hat sich seit der Liberalisierung
des Festnetzes im Jahre 1998 mittlerweile wohl eine goldene Nase gespart.
Pre-Selection, Call-By-Call, Call-Back, Verbindungsgebühr – alles
kein Problem mehr und für die wenigsten Telefonierer noch Fremdwörter,
bedeuten sie doch bares Geld. Und wer keine Lust hat, sich mindestens
einmal im Monat die neuesten Billig-Tarife herauszusuchen, der schafft
sich einfach einen Router an, den er auf seine Telefonbuchse klemmt
und der automatisch immer den billigsten Anbieter für das Gespräch
auswählt. So weit, so schön – für das Festnetz.
Der Handymarkt ist da schon weitaus komplexer, hauptsächlich aus vertragstechnischen
Gründen - im Gegensatz zum Festnetz kann man nicht durch die Vorwahl einer
entsprechenden Nummer Geld sparen, da man durch den Vertragsabschluss an eine
bestimmte Firma gebunden ist – sei das Vodafone, O2, T-Mobile oder E-Plus:
ein Wechsel ist nur gegen Gebühr oder nach Vertragsablauf möglich.
Und wer will schon dafür zahlen, dass er zu einem anderen Vertragspartner
wechselt, um nach kurzer Zeit festzustellen, dass ein wiederum anderer Netzbetreiber
einen günstigeren Tarif hat?
Man muss also in den sauren Apfel beißen, und sich genauestens informieren,
bei welchem Anbieter man welche Konditionen bekommt und in wie weit sich das
eigene Telefonverhalten in den nächsten 24 Monaten (der Standardlaufzeit
von Handyverträgen) ändern wird.
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Ist man Vieltelefonierer, Gelegenheitsnutzer, Normal-Telefonierer oder hängt
man eigentlich nur noch am Handy?
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Zu welchen Tageszeiten wird das Handy am häufigsten genutzt, und an welchen
Wochentagen?
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Telefoniert man mehr in andere Handynetze, aufs Festnetz oder gar ins Ausland?
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Oder muss man nur erreichbar sein, braucht aber selbst das Handy so gut wie nie?
All diese Umstände haben einen direkten Einfluss auf die Handykosten und
müssen berücksichtigt werden, wenn Sie sich für einen Vertrag
entscheiden. Viele Anbieter locken mit Sonderkonditionen, die für Viel-
und Gelegenheitsnutzer sicher interessant sind.
Nachteil für Wenigtelefonierer ist, dass die Minutenpreise bei den meisten
Tarifen recht hoch sind. Zwar haben alle Netzbetreiber auch Tarife für diese
Zielgruppe. Doch sind 50 ct. pro Minute ins Festnetz leider normal, auch wenn
sich das zur Nebenzeit (meist ab 18 oder 20 h bis zum nächsten Morgen, dies
hängt jedoch stark vom Anbieter ab) auf ca. 20 ct. reduziert. Auch SMS sind
mit 20 ct eher teurer, hinzu kommt bei allen Anbietern eine Einrichtungsgebühr
sowie Grundgebühren, und bei fast allen Anbietern (außer E-Plus) ein
Mindestumsatz.
Da ist es fast schon sinnvoller, sich eine Pre-Paid-Karte anzuschaffen: Telefonieren
zur Nebenzeit ist zwar mit bis zu 40 ct teurer als bei den “Wenig-Tarifen”,
doch fallen Einrichtungs- und Grundgebühr weg, einen Mindestumsatz gibt
es auch nicht. Der große Vorteil: ist die Karte nicht aufgeladen, d.h.,
Sie haben keinerlei Guthaben gespeichert, sind Sie trotzdem per SMS und Anruf
erreichbar, zurückrufen können Sie dann entweder vom Festnetz aus (mit
Billigvorwahl auf jeden Fall günstiger als über das Handy) oder Sie
gehen für kurze Gespräche in eine Telefonzelle.
Diese Wenig-Telefonierer-Tarife sind deshalb so teuer, weil der wahre Preiskampf
natürlich auf die Viel- bzw. regelmäßigen Nutzer abzielt. Die
einzelnen Tarife hier aufzuzählen würde den Rahmen der Seite sprengen – zu
vielfältig ist das Angebot und es gibt unzählige Einsteigerangebote,
mit Freiminuten und Frei-SMS, reduzierten Tarifen ins Festnetz zu bestimmten
Zeiten, verbilligten Preisen für ein oder zwei festgelegte Nummern und so
weiter und so fort. Sich hier durch den Tarifdschungel zu schlagen, kostet Zeit
und hin und wieder auch Nerven, doch das Vergleichen lohnt in jedem Fall, so
dass man diese Entscheidung nur gut informiert und überlegt treffen sollte.
Schließlich sitzt man in der Regel für 24 Monate auf dem Vertrag fest.
Und dies gilt alleine für das Telefonieren, mittlerweile sind nahezu alle
Handys WAP- und internetfähig, d.h., Sie können auch im Internet surfen.
Sollten Sie dies nutzen, müssen Sie sich auch hier fragen, wie oft und wie
viel Sie etwas auf Ihren Laptop oder Computer herunterladen.
Wie bei einem DSL-Anschluss gibt es hier Zeit- und Volumentarife, d.h., für
eine monatliche Grundgebühr können Sie sich eine bestimmte Datenmenge
(bis zu 500 MB) herunterladen. Überschreiten Sie diese Grenze, müssen
Sie für weitere Daten draufzahlen, teils sogar sehr kräftig. Bei Zeittarifen
ist es ähnlich, hier kaufen Sie z.B. 20 Stunden, die Sie dann monatlich
mit Ihrem Handy im Internet surfen können. Überschreitung des Zeitlimits
kostet wiederum extra. Für Gelegenheitsnutzer bietet sich sicher an, nach
Bedarf zu bezahlen – wobei man genau nachrechnen sollte, denn hier wird
pro KB und nicht pro MB abgerechnet, so dass sehr schnell einiges an Kosten anlaufen
kann.
Auch hier gilt also: Augen auf und mit der Machete durch den Tarifdschungel,
bis Sie Ihren Tariftempel gefunden haben! Viel Erfolg!
(Alle Angaben ohne Gewähr)
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