MULTIMEDIA
Heutzutage ist nahezu jede neue technische Entwicklung mit dem
Etikett “Multimedia\" versehen. Ohne dieses Label scheint
sich kein neues Produkt auf dem technischen Markt mehr zu verkaufen.
Doch was bedeutet Multimedia eigentlich? In welchen Bereichen wird
Multimedia eingesetzt und zu welchem Zweck?
Multimedia ist die Verwendung verschiedener digitaler Medien wie z. B Text, Graphiken,
Video und Animationen, um Informationen zu vermitteln. Da die Information in
verschiedenster Form dargeboten wird, kann Multimedia helfen, Informationen besser
aufzunehmen und zu verstehen. Multimedia wird sehr häufig in der Bildung,
Unterhaltung, Medizin und Ingenieurwesen verwendet. Im Zusammenhang mit Bildung
verwendet man Multimedia, um Computerkurse zu erstellen sowie Atlanten und Lexika.
Die Verwendung von Bildern bzw. interaktiven Karten dient dazu, die Inhalte benutzerfreundlicher
zu gestalten bzw. auf die individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden. Besonders
Multimedia-Landkarten spielen hier eine große Rolle in Hinsicht auf Straßenpläne
und Routenplaner. Aber auch Lexika profitieren von der interessanteren Darstellung.
Es gibt einfach mehr Möglichkeiten, Inhalte zu erklären und mit Bildern
bzw. Ton- und Filmdokumenten zu untermauern. Dadurch wird auch die Lernerfahrung
aufgelockert und vereinfacht, da die Inhalte anschauungsreicher vermittelt werden
können. So kann man z. B. auch Hyperlinks verwenden, um die Benutzer auf
weiterführende Seiten zu verweisen, die mit einem Klick zu erreichen sind.
Blättern war gestern, Klicken ist heute. Man kann sich ein Thema mit Multimedia
also assoziativ erarbeiten, während ein gedrucktes Lexikon immer linear
aufgebaut ist, also Seite für Seite. Neueste Forschungen zeigen aber, dass
das Hirn nicht unbedingt in linearen Strukturen denkt, so dass Multimedia also
nicht nur mehr Spass machen kann, sondern auch das Lernergebnis tatsächlich
verbessert, da Möglichkeiten für nicht-lineares und assoziatives Lernen
geboten werden. Zusätzlich kommt die Verwendung von Ton- und Bilddokumenten
vielen Menschen entgegen, die Informationen besser über bewegte Bilder bzw. über
gehörte Informationen aufnehmen können.
Solche Lexika stellen eher passive Multimedia-Systeme dar, d.h. der Benutzer kann in die Gestaltung nicht
eingreifen. Ein großer Bereich sind aber die interaktiven Multimedien:
hier kann der Benutzer in das Geschehen eingreifen und steuern, so wie z. B.
bei einem elektronischen Computerspiel. Ein Spieler kann durch das Kreieren einer
virtuellen Realität denken, dass er Ski fährt, ohne wirklich auf der
Piste zu sein. Diese Illusion wird durch verschiedene technische Geräte
erzeugt: eine spezielle Brille spielt einen Film mit Bildern ab, der die gewünschte
Piste zeigt. Mit einem Joystick kann der Benutzer seine Bewegungen steuern. Dieser
Joystick ist mit der Brille gekoppelt, so dass sich die Bilder entsprechend den
Bewegungen des Joysticks ändern. Steuert man also beispielsweise nach links,
verschieben sich auch die Bilder in der Brille nach links. Solche Spiele findet
man oft in den Spielhöllen, aufgrund der relativ aufwändigen Technik
sind sie für Privathaushalte eher unerschwinglich. Aber diese Simulationen
finden nicht nur für das Vergnügen Verwendung, im Gegenteil: ein Bereich,
in dem virtuelle Realität und Multimedia sehr häufig verwendet wird,
ist im Training für Piloten: Flugsimulatoren ermöglichen den Fliegern,
verschiedenste Situationen zu üben, ohne tatsächlich in ein Flugzeug
steigen zu müssen. Gerade bei der Übung von Notlandungen könnte
sich dies als sehr kompliziert erweisen.
Ähnlich wird mit Multimedia in der Medizin verfahren: Operationen können
in der virtuellen Realität geübt werden, bevor die angehenden Mediziner
auf echte Patienten losgelassen werden. Aber auch das Verhalten von Viren und
Bakterien in einem simulierten Körper kann studiert, und so die Effektivität
von neuen Medikamenten getestet werden.
Eine weitere Verwendung von Multimedia ist “Computer aided design”, oder CAD, was so viel wie “Computer
unterstütztes Design” bedeutet. Dies kommt sehr häufig bei der
Konzeption neuer Produkte zum Einsatz: anstatt in mühseliger Kleinarbeit
Modelle des neuesten BMW zu bauen, kann eine dreidimensionale Simulation am Computer
erstellt werden. Die Darstellung kann vergrössert und gedreht werden, so
dass Ingenieure und Designer am Aussehen des neuen Wagens herumtüfteln können,
bevor das Auto in die Produktion geht. Dieses Prinzip kommt auch in der Chemie
zur Anwendung: ein Chemiker kann eine neue Verbindung am Computer simulieren,
um dann festzustellen, wie dieses Molekül mit anderen Stoffen reagiert.
Schließlich kommt Multimedia auch in der Kunst zum Einsatz. Durch die Verbindung
von Ton, Video und Dia beispielsweise können künstlerische Effekte
erzielt werden, die dem Besucher einen allumfassenden Einblick in das Kunstwerk
geben können und eine völlig andere Erfahrung von Kunst darstellen:
anstatt relativ passiv vor einem Gemälde zu stehen, bietet multimediale
Kunst dem Betrachter die Möglichkeit, ganz verschiedene Aspekte des Kunstwerks
zu sehen. Teilweise ist es auch möglich, durch Interaktionen zwischen Betrachter
und Kunstwerk eine individuelle Erfahrung des Exponats zu kreieren – beispielsweise,
wenn der Betrachter Musik und Bilder selbst kombinieren kann.
Abschließend
kann man sagen, dass Multimedia neue und vielfältige Möglichkeiten
zur Betrachtung und Erfahrung verschiedenster Gegenstände und Situationen
bietet. Multimedia macht die Welt schlicht und einfach bunter.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
|