TELEKOMMUNIKATION IM LAUFE DER GESCHICHTE
Am Anfang der Geschichte der Telekommunikation steht der Bote.
Wenn Nachrichten übermittelt werden sollten, musste jemand zum
Empfänger geschickt werden, der ihm dann in mündlicher oder
eventuell schriftlicher Form die Nachricht übermittelte. Ansonsten
wurden Feuer-, Licht- oder akustische Signale verwandt. Erinnert sei
an den berühmtesten Boten der Geschichte, den Marathonläufer.
Er überbrachte im Jahre 490 die Nachricht vom Sieg der Griechen über
die Perser bei Marathon, und brach daraufhin tot auf den Stufen eines
Tempels in Athen zusammen.
Bis ins 19.Jahrhundert hinein änderte sich an der Art der
Telekommunikation wenig. Erst die Entdeckung des elektrischen
Stroms ermöglichte es, effizientere Arten der Telekommunikation
zu entwickeln. Auch erst jetzt kann im eigentlichen Sinne von
Telekommunikation gesprochen werden. So gelingt es Samuel Morse
1837, Nachrichten in Stromstöße zu codieren. Schnell
verbreitete sich die neue Erfindung im Bereich der Telekommunikation,
so dass die erste große Telegrafenverbindung 1844 von Baltimore
nach Washington gebaut wird. Von Phillip Reis wird 1861 in Deutschland
eine Art Fernsprechapparat gebaut. 1876 gelingt es Graham Bell,
das Telefon zu erfinden. Mitte der 1880er Jahre gibt es in allen
Großstädten der USA bereits funktionierende Telefonnetze.
In Deutschland wird in Berlin 1881 das erste Fernsprechamt mit
nur 8 Teilnehmern eröffnet.
Der nächste große Schritt in der Geschichte der
Telekommunikation war die drahtlose Übermittlung von Nachrichten.
Anfangs wurde versucht, dieses Ziel mit Versuchen an Wasserwellen
zu erreichen. Jedoch setzte sich in der Telekommunikation der
1897 entwickelte Funk durch. Ab 1906 war dann auch der Sprechfunk
möglich und erstaunlicherweise gelang schon im gleichen
Jahr die Übertragung von Bildern mittels Fax. In den 20er
und 30er Jahren wird der Fernseher entwickelt. Aber erst nach
dem Krieg, ab 1952, gibt es in Deutschland einen geregelten
Sendebetrieb.
Auf dem Feld der mündlichen Telekommunikation gelingt es
1906, im Bodensee zum ersten Mal ein Unterseekabel zu verlegen.
Die Basis für eine Telefonverbindung nach Amerika ist damit
gelegt. Zu ihrem 20jährigen Jubiläum bietet die deutsche
Bundespost dann 1970 zum ersten Mal die direkte Durchwahl nach
Amerika an.
Vor allem der Mobilfunk hat danach die Telekommunikation revolutioniert.
Seine Anfänge in Deutschland hat das Handy mit den zunächst
nur als Versuch geplanten Netzen A ab 1958, B ab 1972, C ab
1985 und D ab 1992. Erst 1998 gibt es dann die ersten richtigen
Handys zu kaufen. Heute hat das Handy in Deutschland eine Verbreitung
von ca. 80 Prozent erreicht.
Nicht zu zuletzt der 1987 mit 750 Testern in Deutschland gestartete
ISDN-Dienst legte die Basis für das Internet, das in den
90er Jahren von den USA nach Europa kommt. Heute können
mit einer einzigen Glasfaser 160 Gigabyte pro Sekunde übermittelt
werden. Dabei sind 2,5 Millionen Glasfasern in einem ISDN-Kabel
gebündelt. Mit Spannung darf erwartet werden, wie die Geschichte
der Telekommunikation weitergeht.
(Alle Angaben ohne Gewähr)
WAS IST TELEKOMMUNIKATION?
Als Telekommunikation werden allgemein alle Hilfsmittel bezeichnet,
die es ermöglichen, Nachrichten von einem Ort zum anderen über
eine gewisse Entfernung auszutauschen. Im speziellen bezieht sich
der Begriff Telekommunikation aber auf die Übertragung von Nachrichten
mit elektronischen Medien und anderen modernen Technologien. Boten,
Briefe auf Papier oder sogar Rauch und Feuerzeichen fallen demnach
eigentlich nicht unter den Begriff Telekommunikation.
Bekannte Beispiele für die Telekommunikation sind die
Telegraphie, Telefon, Funk, Fax, Fernsehen, Radio oder das Internet.
Um diese Anwendungen im Bereich der Telekommunikation bereitzustellen,
ist ein Telekommunikationssystem notwendig. Dieses besteht aus
Endgeräten und mindestens einem Sender und einem Empfänger.
Die Endgeräte sind entweder über feste Leitungen oder
leitungslos miteinander verbunden und bilden so ein Telekommunikationsnetz.
Das Netz kann auf verschiedene Art und Weise aufgebaut sein.
Hierbei wird in der Telekommunikation von unterschiedlichen
Netzwerktopologien gesprochen.
Um ein Telekommunikationsnetz aufrecht zu erhalten, ist weiterhin
eine gewisse Infrastruktur zur Übermittlung der Nachrichten
notwendig. Dafür sind Einrichtungen wie Sendemasten, Satelliten,
Internetserver, aber auch die Endgeräte selbst, notwendig.
Diese Gerätschaften werden Transmitter genannt. Je nach
dem, mit welchen Transmittern Telekommunikation betrieben wird,
unterscheiden sich die Verbindungen. So können zum Beispiel
in der Telekommunikation über analoge oder digitale Kanäle
Nachrichten übermittelt werden. Auch die Art der Telekommunikation
wird dadurch festgelegt. Diese kann entweder eine 1-zu-1-Verbindung,
eine 1-zu-multiplen Verbindungen, oder, wie beim Fernsehen,
reines Senden von Information sein.
Hinter der modernen Telekommunikation steht eine ganze Wirtschaftsbranche.
Die fünf größten Unternehmen auf dem Feld der
Telekommunikation sind alles ehemals reine Telefonunternehmen.
Sie haben ihre wirtschaftlichen Tätigkeitsbereiche im Zuge
der Entwicklung neuer Mittel der Telekommunikation ausgebaut.
Der Begriff Telekommunikation schließlich setzt sich
aus einem griechischen und lateinischen Wort zusammen. Tele
bedeutet im Griechischen weit, fern und leitet sich von dem
griechischen Wort für Ziel, „Telos“, ab. Communicare
heißt im Lateinischen mitteilen, gemeinsam machen. Wortwörtlich
genommen heißt Telekommunikation also fern oder weit etwas
mitteilen.
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