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Fernseher

DER FERNSEHER UND DIE KINDER

Es ist schwer zu entscheiden, auf der einen Seite will der kleine Rabauke an den Fernseher und man hätte endlich Ruhe von der Quengelei, auf der andren Seite will man das Kind nicht dem gewalttätigen Flimmerkasten ausliefern. Ein paar Hinweise sollen Anregungen zum richtigen Verhalten geben:

- Weder - Noch:
Das Kind gar nicht an den Fernseher zu lassen, ist auch falsch. Der Fernseher ist ein Alltagsgegenstand geworden, mit dem ein Kind umgehen können muss. Wenn ein Kind aber zu viel vor dem Fernseher sitzt, kann es sich in anderen Belangen nicht wirklich weiterentwickeln. Wichtig ist hier, dass man je nach Charakter das richtige Maß findet.

- Mitmachen:
Man sollte versuchen, zusammen das Programm im Fernsehen anzuschauen. So kann man auf der einen Seite sehen, wie das Kind reagiert und auf der anderen Seite klare Grenzen ziehen.

- Klare Grenzen:
Wichtig ist, dass man klar sagt, was im Fernseher angeschaut werden darf und was nicht. Am besten sollte man über die Programmauswahl am Fernseher miteinander sprechen.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


DER FERNSEHER IN DEUTSCHLAND IM LAUFE DER JAHRZEHNTE

Aller Anfang ist schwer:
Der Fernseher war am Anfang seiner Entwicklung das Feld eines einsamen Erfinders. Die weitreichende Wirkung, die der Fernseher später einmal haben sollte, konnte keiner erahnen. Nach und nach wurden die technologischen Grundlagen geschaffen. Den ersten großen Schritt machte Paul Nipkow mit der so genannten Nipkowscheibe, die nach ihm benannt ist. Das vom ihm 1884 eingereichte Patent bildet die Grundlage des heute bekannten Fernsehers. In den Jahren danach gelang es zum ersten Mal, bewegte Bilder zu übertragen. Die Nationalsozialisten unterstützen Nipkows Forschungen und nutzen ihn für ihre Propaganda. Dennoch verschaffte der 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit der Entwicklung des Fernsehers in Deutschland zunächst eine Pause.

Die 50er Jahre:
So richtig ging es dann in den 50er Jahren los. Von einem alten Bunker auf dem Heiliggeistfeld in Hamburg nahm der Nord-Westdeutsche-Rundfunk (NWDR) den geregelten Betrieb auf. Ein dreistündiges Programm pro Tag musste am Anfang genügen. Bis Ende der 50er wurde das Fernsehprogramm auf bis zu 5 Stunden pro Tag ausgebaut. Vor allem zwei bedeutende Ereignisse brachten den Fernseher einer breiten Öffentlichkeit näher, die Krönung Queen Elizabeth der Zweiten 1953 und das ‚Wunder von Bern’ der deutschen Fußballnationalmannschaft 1954.

Die 60er Jahre:
Nach einem längeren Verfassungsstreit beginnt das ZDF am 1. April 1963 zu senden. Zunächst als Staatsfernsehen geplant und jetzt auf Initiative der Ministerpräsidenten der Bundesländer durch einen Staatsvertrag begründet, stand es von Anfang an bewusst in Konkurrenz zur ARD. Der Fernseher als reines Bildungsmedium wird ab jetzt auch mehr und mehr zum Unterhaltungsmedium. Amerikanische Fernsehserien werden gezeigt und langsam wird das Regionalfernsehen aufgebaut. 1967 wird dann schließlich der Farbfernseher erfunden.

Die 70er Jahre:
Die Erfindung des Farbfernsehers trägt enorm zur Verbreitung des Fernsehers bei. Auch die Olympiade 1972 in München und die Fußballweltmeisterschaft 1976 im eigenen Land sind Ereignisse, die mehr und mehr am eigenen Fernseher zu Hause verfolgt werden. Der Fernseher wird in dieser Zeit zu einem Massenartikel.

Die 80er Jahre:
Der größte Einschnitt in den 80er Jahren ist die Einführung des Privatfernsehens 1984. Zunächst müde belächelt, entwickeln sich die Privatsender schnell zu einer ernsthaften Konkurrenz für die öffentlich-rechtlichen Sender. Das duale Rundfunksystem entsteht. Auch das Bild am Fernseher ändert sich. Es ist jetzt mehr und mehr bestimmt von Werbung und Unterhaltungssendungen. Die Fernsehquote wird zum bestimmenden Programmfaktor.

Die 90er Jahre:
Das Publikum gewöhnt sich langsam an die dauernden Unterbrechungen am Fernseher. Alle Sender haben jetzt ein ganztägiges Programm. Immer radikalere Unterhaltungsformate, oftmals aus England und den USA importiert, werden populär. Auch wird immer mehr Sexualität am Fernseher gezeigt.

Was die Zukunft bringen könnte:
In den 90er Jahren eingeführt, und bis jetzt ein gescheitertes Modell, ist das Pay-TV. Auch der DVD-Verleih setzt dem Fernsehen mehr und mehr zu. Immer neue technische Entwicklungen lassen die Grenzen zwischen den Technologien verfließen.


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